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Fortuna Düsseldorf: Fortuna hadert mit Schiri und sich selbst

Fortuna Düsseldorf : Fortuna hadert mit Schiri und sich selbst

Beim 0:0 der Düsseldorfer am Bornheimer Hang hätte Referee Thorsten Schriever den Kapitän des FSV Frankfurt vom Platz stellen müssen. Trainer Lorenz-Günther Köstner ärgerte sich jedoch auch über den fehlenden Mut.

Richtig zufrieden war am Ende niemand. Fortuna nicht, obwohl sie mit dem 0:0 beim FSV Frankfurt einen weiteren Auswärtspunkt holte und damit seit nunmehr vier Monaten auf fremden Plätzen ungeschlagen ist. Der FSV ebenfalls nicht, da er im Gegensatz zu seinen Gästen wenigstens eine hundertprozentige Torchance hatte - die jedoch Fortunas aufmerksamer Torhüter Fabian Giefer gegen Mathew Leckie zunichte machte. Und die 7712 Zuschauer waren ebenfalls nicht zufrieden, weil die Partie am Bornheimer Hang ungefähr genau so mitreißend war, als sehe man den Tulpen in seinem Garten beim Wachsen zu.

Es hätte aber auch alles ganz anders kommen können - wenn zum Beispiel Schiedsrichter Thorsten Schriever seinen Job besser gemacht hätte. In der 26. Minute hätte der Referee dem Frankfurter Kapitän Björn Schlicke zwingend die Rote Karte zeigen müssen, als er dem frei aufs Tor zulaufenden "Jimmy" Hoffer von den Beinen holte. Schlicke war letzter Mann, verhinderte eine klare Torchance und foulte von hinten - warum es dafür nur Gelb gab, verstand niemand. "Ich habe Herrn Schriever gefragt, welcher Frankfurter noch hätte eingreifen sollen", berichtete Fortunas Kapitän Andreas Lambertz hinterher. "Er antwortete darauf nur, ich solle mal auf den Ball schauen. Das macht mich jetzt nicht schlauer."

Gestern Mittag bezog auch Lorenz-Günther Köstner eindeutig Stellung. "Ich habe das Spiel noch einmal im Fernsehen gesehen", berichtete der Trainer. "Es war eine Rote Karte, und es war für mich auch ein Elfmeter, als Jimmy in der Schlussphase im Strafraum in die Zange genommen wurde." Gegen einen FSV, der mehr als eine Stunde lang hätte in Unterzahl agieren müssen, wäre es vermutlich einfacher gewesen, eine Lücke im Abwehrverbund zu finden.

Allein darauf wollte Köstner die in der Defensive erneut sehr solide, offensiv aber einfallslose Vorstellung seiner Mannschaft nicht reduzieren. "Die Schiedsrichter-Entscheidungen dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir in der einen oder anderen Aktion zu langsam waren", sagte der Coach. "Wir haben gut von hinten heraus gespielt, vor allem Tobias Levels und Christian Weber haben das prima gemacht. Aber dann haben wir uns selbst das Tempo aus dem Spiel genommen, zu oft ohne Mumm und ohne Herz agiert."

Auf den starken Lambertz traf das nicht zu, doch für ihn endete die Partie auf andere Weise übel: "Lumpi" zog sich einen Muskelfaserriss im Oberschenkel zu. "Ich wusste gleich, das was kaputt ist", sagte der 29-Jährige traurig. Die nächste Sorge für Köstner, denn schon morgen (17.30 Uhr) steht bei Greuther Fürth das nächste Punktspiel an.