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Fortuna Düsseldorf: Fortuna geht die Puste aus — nicht zum ersten Mal

Fortuna Düsseldorf : Fortuna geht die Puste aus — nicht zum ersten Mal

Beim 2:2 gegen Bochum am Freitagabend konnten die Düsseldorfer das hohe Tempo der ersten Hälfte nicht halten. Da der VfL mehr zuzusetzen hatte, drängt sich der Verdacht auf, dass es dem Team an Fitness mangelt.

Taskin Aksoy ist keiner, der auf Kollegen herumhackt. Nachkarten liegt ihm ebenso wenig wie der Griff zu billigen Ausreden - und deshalb suchte Fortunas Interimstrainer die Erklärung für den Leistungsabfall seines Teams beim 2:2 gegen den VfL Bochum nicht bei der Fitness. "Ich denke, dass das eher Kopfsache war", sagte der 47-Jährige nach der Zweitliga-Partie am Freitagabend. "Weil die letzten beiden Heimspiele verloren gingen und wir nach unserer 2:1-Führung kurz vor der Pause dieses absolut ärgerliche Ausgleichstor fingen, war das eher eine psychische als eine konditionelle Angelegenheit."

Die Aussage ehrt Aksoy, weil der Verweis auf mögliche körperliche Defizite ihm als billige Schuldzuweisung in Richtung seines Vorgängers Oliver Reck ausgelegt werden könnte. Dennoch liegt der Verdacht nahe, dass Fortunas Profis nicht hundertprozentig fit sind. Denn es war in dieser Saison nicht das erste Mal, dass sie in der Schlussphase einer Partie nachließen. Selbst beim jüngsten 2:1-Erfolg in Heidenheim wurden sie in der Schlussviertelstunde in die Abwehr zurückgedrängt - da war das jedoch durch den Spielstand und den unbedingten Willen der Heidenheimer, eine Heimniederlage abzuwenden, eher zu erklären.

"Nach diesem sehr intensiven Spiel haben uns am Ende doch einige Körner gefehlt", gestand Mittelfeldspieler Oliver Fink im Anschluss an das Bochum-Spiel ein. Linksverteidiger Lukas Schmitz ergänzte: "Wir haben gut in das Spiel hineingefunden, nachdem wir dieses blöde Tor zum 0:1 gefangen hatten. Nach der Pause wollten wir genau so weitermachen, aber leider ist uns das nicht ganz gelungen." Stimmt. Das extreme und oft sehr erfolgreiche Pressing, das vor allem Charlie Benschop, Michael Liendl und Axel Bellinghausen praktizierten, war in der zweiten Hälfte kaum noch zu sehen. Nach einer guten Stunde war das zuvor bärenstarke Trio dann völlig platt, und Aksoy wechselte die drei folgerichtig nach und nach aus .

"Ich hatte schon befürchtet, dass wir diesen kräfteraubenden Vollgas-Fußball nicht über 90 Minuten durchstehen können", sagte der Interimstrainer. "In der ersten Hälfte war das schon sehr gut von uns. Da habe ich schon vieles von dem gesehen, was ich mir unter Fußball vorstelle. Wenn wir vor dem 2:2 etwas konsequenter, etwas schneller zur Sache gegangen wären, hätten wir diese Situation klären können." Und hätten aus einer Pausenführung möglicherweise den Rückenwind bezogen, der zum ersehnten Heimsieg beigetragen hätte, möchte man hinzuzufügen. So wurde Bochum beflügelt und hätte die Partie beinahe noch komplett gedreht.

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Auf jeden Fall wirkten die Gäste in der letzten halben Stunde deutlich frischer, was auch ihr Trainer Gertjan Verbeek anmerkte. In Sachen Spielwitz und Offensivgeist zeigte sich Fortuna am Freitag klar verbessert. Sollte es jedoch tatsächlich konditionelle Defizite geben, dürften diese in der Kürze der Zeit weit schwieriger zu beheben sein.

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