Fortuna Düssseldorf: Stürmer tanken beim Sieg gegen SSV Ulm im DFB-Pokal Selbstvertrauen

5:1-Sieg in Ulm : Fortunas Stürmer tanken im DFB-Pokal Selbstvertrauen

Marvin Ducksch und Rouwen Hennings treffen bei Fortunas 5:1-Sieg im DFB-Pokal beim SSV Ulm. Die Erfolgserlebnisse sollen nun auch für die Liga einiges bewirken.

Erich Rutemöller machte gar kein Hehl aus seiner Gemütslage. „Ich brauche ja wohl nicht eigens darauf hinzuweisen, wie erleichtert wir jetzt sind“, sagte Fortunas Sportvorstand nach dem 5:1-Erfolg im DFB-Pokalspiel beim SSV Ulm. „Wir brauchten nach fünf Niederlagen in Folge unbedingt ein Erfolgserlebnis, und einige von uns ganz besonders.“

Der junge Mann, auf den Rutemöller da in erster Linie anspielte, stand nur wenige Meter weiter und schaute mit einem versonnenen Lächeln in Richtung Rasen, den er gerade erst verlassen hatte.

Marvin Ducksch, auf den in den vergangenen Wochen ein Haufen Kritik geprasselt war – größtenteils in völlig überzogenem Maße – hatte zwei Treffer zum Erreichen des Achtelfinales beigesteuert und war endlich mal wieder mit sich selbst und der Fußballwelt im Reinen.

„Schön, dass ich mich heute mal belohnen konnte“, sagte der Stürmer, der als Toptorjäger der Zweiten Liga nach Düsseldorf gekommen war, bis jetzt aber noch keinen Bundesligatreffer im neuen Trikot erzielte. „Viel wichtiger ist aber, dass wir weitergekommen sind. Wir hatten uns einiges vorgenommen, und dann liegen wir nach 13 Sekunden plötzlich hinten. Da kann man die Köpfe hängen lassen oder mit breiter Brust zurückkommen – wir haben das zweite gemacht.“ Und damit dem Sportvorstand einige zusätzliche graue bis weiße Haare erspart.

Der Trainer dachte nicht nur an das Ende von Duckschs Torflaute, sondern auch an dessen Sturmkollegen. „Rouwen Hennings hat schließlich auch getroffen“, erinnerte Friedhelm Funkel, der als ehemaliger Angreifer sehr genau weiß, wie wichtig Tore für das Selbstvertrauen eines Stürmers sind. „Für die beiden ist das sehr gut, zumal sie auch noch die ganz wichtigen Treffer zum 1:1 und 2:1 machten. Aber wir sollten das jetzt auch nicht zu hoch hängen. Es ist der Anspruch eines Bundesligisten, gegen einen Viertligisten deutlich zu gewinnen. Und es muss der Anspruch eines Erstligastürmers sein, gegen einen Viertligisten zu treffen. Wir werden am Sonntag sehen, was die Leistung jedes Einzelnen gegen Ulm wirklich wert ist.“

Über die Bedeutung des Faktors Selbstvertrauen wol

lte jedoch selbst der zu Recht vorsichtige Funkel nicht diskutieren. „Natürlich war das in Ulm alles wichtig für uns“, gab der 64-Jährige zu. „Dass wir Torchancen herausgespielt haben, dass wir die Tore gemacht haben. Nur hätten es bei unseren Chancen in der zweiten Hälfte gut und gerne ein paar mehr sein dürfen.“

Funkel spielte dabei auf die etwas lässigen Abschlüsse von Ducksch und Kevin Stöger bei aussichtsreichen Kontern an, doch auch eine Fehlleistung des Schiedsrichters verhinderte ein noch höheres Ergebnis.

Florian Badstübner, 27-jähriges Greenhorn aus dem mittelfränkischen Windsbach, bestrafte einen Sturz Takashi Usamis im Ulmer Strafraum mit Gelb für eine angebliche Schwalbe. Dabei belegten die Fernsehbilder, dass der Japaner klar getroffen wurde - Elfmeter möglich, Gelbe Karte keinesfalls. Angesichts des Ergebnisses konnte Fortuna es verkraften.

Im Gegensatz zu Funkel war Rutemöller bereit, schon jetzt Signale für eine Trendwende zu erkennen. „Klar haben wir allen Grund, bescheiden zu sein“, meinte der Sportvorstand. „Aber nach fünf Niederlagen in Folge ein Spiel auf diese Weise nach Hause zu fahren, ist sehr positiv. Dieser Reiz muss einfach etwas bewirken.“ Am besten schon Sonntag in Mönchengladbach.

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