1. Sport
  2. Fußball
  3. Fortuna

Fortuna Düsseldorf: Zwischenbilanz der Neuzugänge

Zwischenzeugnis nach zehn Spieltagen : Fortunas Neuzugänge im Check

Im Sommer-Transferfenster hat Fortuna Düsseldorf zehn Spieler verpflichtet. Einige haben mit starken Leistungen zum erfolgreichen Saisonstart beigetragen. Andere kamen kaum zum Zug. Eine Zwischenbilanz nach zehn Zweitliga-Spieltagen.

Raphael Wolf (RP-Durchschnittsnote: 2,42)

In Abwesenheit des verletzten Stammkeepers Michael Rensing, hat sich der Zugang von Werder Bremen mehrfach bewiesen. Sieben Spiele hat Wolf bereits bestritten und dabei zwei Mal das "zu Null" für die Fortuna gesichert. Bei der Pleite gegen Greuther Fürth (1:3) bewahrte er die Fortuna durch gute Paraden, ganz besonders in der zweiten Hälfte, vor einer noch höheren Niederlage. Und im Straßenbahn-Derby gegen den MSV Duisburg glänzte er phasenweise. Was der MSV auch versuchte, der 29-Jährige war zur Stelle — zumindest bis er verletzt ausgewechselt werden musste. Beim Gegentor war er machtlos. Dass Wolf ein meist sicherer Rückhalt ist, stabilisiert die gesamte Abwehr.

Benito Raman (1,87)

Der 22-jährige Belgier, der in letzter Minute von Standard Lüttich ausgeliehen wurde, hat sich in Windeseile in die Herzen der Fans gekickt. Raman kam gegen Union Berlin zu seinem Pflichtspiel-Debüt im Fortuna-Trikot. Er hatte von Beginn an viel Tempo in seinen Aktionen und sorgte für Unruhe beim Gegner. Die Leistung war ein Vorgeschmack für das, was noch kommen sollte: Denn Raman steigerte sich nach seinem verheißungsvollen Debüt, schoss zwei Tore und gab eine Vorlage. Raman ist ein wuseliger Stürmer mit Zug zum Tor und spielt Gegenspielern mit seinen Dribblings teilweise Knoten in die Beine. Häufig taucht er immer wieder gefährlich vor dem gegnerischen Tor auf. Gegen Duisburg spielte er überragend. Der Belgier sprühte vor Spielwitz und erzielte das wichtige 3:0. In manchen Situationen ist er noch zu eigensinnig.

Takashi Usami (2,17)

Der Japaner, der wie Raman erst im Laufe der Saison vom vom FC Augsburg kam und einen Vertrag bis Sommer 2018 hat, brauchte trotz weniger Spielminuten wenig Anlauf und ist gut integriert. Usami kam gegen Union Berlin in der 74. Minute zu seiner Premiere für die Düsseldorfer. Er fügte sich schnell ein, und ihm gelang nach neun Minuten gleich das Tor zum 2:2-Ausgleich. Gegen St. Pauli folgte dann überraschend sein Startelf-Debüt. Usami rechtfertigte dieses Vertrauen von Trainer Friedhelm Funkel nach nicht einmal neun Minuten: Mit vollem Risiko drosch er den Ball zum 1:0 in den Winkel. Spielt Usami gegen körperlich robuste Gegenspieler, merkt man ihm aber noch körperlichen Defizite an. An der Einstellung mangelt es ihm nicht. Seitdem er für die Fortuna spielt, zieht es auch mehr japanische Fans und Journalisten ins Stadion und an den Trainingsplatz.

Florian Neuhaus (3,04)

Im zentralen Mittelfeld und in der Offensive hat Neuhaus zuletzt immer Stärke bewiesen. Die Leihgabe von Borussia Mönchengladbach ist ein cleverer Balleroberer und Angriffsinitiator zugleich. Spielt Neuhaus, dann hat er viele Ballkontakte und leitet Angriffe zügig ein. Seine Pässe in Richtung Sturmspitze sind risikoreich, aber wichtig für das Offensivspiel. Neuhaus hat einen guten Schuss und ein starkes Kurzpassspiel. Gegen Union Berlin hatte er sich die Bestnote verdient: Ihm gelang der Siegtreffer für die Fortuna. Gegen Fürth blieb er nach schwacher Leistung in der ersten Halbzeit in der Kabine. Nach vorne gefällig, nach hinten dagegen anfällig. Das Talent entwickelt sich stetig weiter und hat sich trotz kleiner Schwächen in der Defensivarbeit bereits jetzt als Glücksgriff erwiesen.

  • Ersatzkeeper Wolf bleibt im Tor : Fortuna muss weiter auf Rensing verzichten
  • Fortuna Düsseldorf : Raman, Fortunas neuer Fan-Liebling
  • Vor dem Darmstadt-Spiel : Neue Impulse für Fortunas Trainingsalltag

Jean Zimmer (2,72)

Der rechte Verteidiger ist eine Leihgabe des VfB Stuttgart. Momentan genießt das junge Talent das Vertrauen von Funkel. Zu Recht: Zimmer ist eine Triebfeder des Düsseldorfer Offensivspiels und belebt die rechte Seite. Zimmer macht viele Kilometer, beackert die rechte Außenbahn oft von der Abwehrreihe bis zur gegnerischen Grundlinie. Dabei steht er meist sicher in der Defensive. Der 23-Jährige ist voll in das Team integriert, das macht sich auch im Training bemerkbar. Er erledigt seine Abwehraufgaben zuverlässig und fand gegen Union Berlin noch die Zeit, den vor ihm agierenden Raman toll in Szene zu setzen. Gegen Pauli suchte und fand Zimmer immer wieder die Lücken in Paulis Deckungsverbund, bereitete so sehr stark Hennings' 2:0 vor.

Emir Kujovic (3,33)

Der KAA Gent gab Kujovic im Sommer an die Fortuna ab. Doch allzu viele Spielminuten hat er noch nicht gesammelt. In zehn Zweitligaspielen stand er auf dem Platz, durchschnittlich aber nur gut 28 Minuten lang. Ein Tor hat er erzielt. Kujovic dient momentan eher als Ergänzung für Stürmer Rouwen Hennings oder Benito Raman, die ihn beide überholt haben. Gegen Sandhausen rückte der Schwede beispielsweise für Hennings, der zunächst auf der Bank Platz nahm, in die Startformation. Er lief viel, ging dem Gegner früh entgegen, strahlte aber wenig Torgefahr aus. Dass Kujovic weiß, wo ein Stürmer stehen muss, zeigte er bei seinem Treffer gegen Regensburg. Der 29-Jährige fordert zwar viele Bälle, belohnt sich aber selten für den Aufwand.

Havard Nielsen (2,5)

Für eine Ablösesumme von 400.000 Euro kam der Stürmer vom SC Freiburg. Nielsen feierte auf St. Pauli sein Debüt für Fortuna, gegen Regensburg seine Premiere in der Startelf. Er zeigte sich als zweiter Angreifer neben Emir Kujovic sehr lauffreudig und fleißig, versorgte seine Mitspieler zudem immer wieder mit starken Pässen. Doch derzeit ist er körperlich nicht fit, weil er noch an einem Muskelfaserriss laboriert. Gegen Bielefeld stand er zuletzt nicht im Kader. Er hat bisher nur vier Einsätze und 164 Minuten auf dem Spielkonto. Langfristig könnte der Norweger aber eine Verstärkung für die Fortuna sein.

Niko Gießelmann (3,0)

Als Innenverteidiger und als linker Verteidiger spielt Niko Gießelmann bislang eine starke Saison. Zehn Einsätze, trotz Funkel wöchentlicher Rotation, sprechen eine deutliche Sprache. Gießelmann ist in der Lage, schnell umzuschalten und das Spiel nach vorne mit seinen Pässen einzuleiten. Er ist Fortunas Schütze, wenn es um Standardsituationen in Strafraumnähe und das Ausführen der Eckstöße geht: Sieben Tore hat das Team nach ruhenden Bällen schon erzielt. Der Ex-Fürther verwandelte im Spiel gegen seinen ehemaligen Klub den Foulelfmeter zum zwischenzeitlichen 1:2 sehr sicher. Seinen Pässen fehlt ab und an die letzte Präzision, wie in der Liga gegen Bielefeld zu sehen war.

Davor Lovren (—)

Wie viel Potenzial in dem 19-Jährigen steckt, der von Dinamo Zagreb II an die Fortuna ausgeliehen ist, ist noch schwierig einzuordnen. Er hatte erst zwei Kurzeinsätze: Beim Heimspiel gegen Union Berlin und auswärts beim SV Sandhausen wurde Lovren eingewechselt. Lovren fügte sich beide Male zwar gut ein, wurde aber noch zu wenig gesucht. Im Training blitzen sein Talent, das Gefühl für den Ball und den Raum auf. Das Talent aber gilt es in den kommenden Einsätzen auch in der Liga zu zeigen, wenn Funkel ihm die Chance gibt. Ein Vergleich mit seinem großen Bruder Dejan Lovren (28), der beim FC Liverpool spielt, käme jetzt noch viel zu früh. Im Februar 2016 debütierte Davor Lovren für die kroatische U19-Auswahl. In das Konzept der Fortuna, stärker auf junge Spieler zu setzen, passt er genau rein.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Das sind die Spieler des Spiels von Fortuna

(ball)