1. Sport
  2. Fußball
  3. Fortuna

Fortuna Düsseldorf: Zweitligist F95 scheitert im DFB-Pokal in der Zweiten Runde an Hannover 96

0:3-Niederlage in zweiter Runde : Fortuna lässt sich von Hannover im Pokal vorführen

Fortuna ist nach einer phasenweise blutleeren Vorstellung völlig verdient erneut in der zweiten Runde des DFB-Pokal gescheitert. Die Mannschaft von Christian Preußer musste sich in Hannover im Zweitliga-Duell 0:3 geschlagen geben.

Vor Heimspielen von Hannover 96 ertönt in der Arena der niedersächsischen Landeshauptstadt ein klangvolles Lied. Der Titel der Vereinshymne lautet: „Niemals allein“. In dem Werk heißt es: „Niemals allein, wir gehen Hand in Hand, zusammen sind wir groß und stark wie eine Wand!“ In der Praxis wird das allerdings recht zurückhaltend gelebt. In der zweiten Runde des DFB-Pokal gegen Fortuna Düsseldorf blieben rund 30.000 Plätze leer, nur 10.000 Fans ließen ihren Klub im Zweitligaduell tatsächlich nicht allein.

Die bekamen indes von ihren Mannschaft gleich in den ersten Minuten den Nachweis erbracht, dass man willens war, sich im Pokalwettbewerb für die zuletzt miesen Leistungen in der Liga zu rehabilitieren. Und so legte die Mannschaft von Jan Zimmermann furios los, zeigte schonungslos auf, wie verletzlich die Viererkette von Fortuna ist.

Die Gäste schafften es ihrerseits nicht, Struktur in die Begegnung zu kommen. Bei fast jedem Zweikampf war man gefühlt einen Schritt zu spät, konnte die Hektik nicht aus dem Spielgeschehen nehmen und wurde so verleitet, in Unordnung zu entgleiten. Wie schon so oft in dieser Saison stand niemand auf dem Platz, der für akute Linderung sorgen konnte. Versuche waren freilich da. Aber Khaled Narey blieb auf der rechten Seite hängen, Felix Klaus, der an alter Wirkungsstätte den Vorzug vor Kristoffer Peterson bekam, hatte sichtlich Schwierigkeiten, mit seinem Schuhwerk Bodenhaftung zu behalten.

Die Hannoveraner gingen deutlich aggressiver ans Tagewerk, versuchten sich konsequent in Überzahl zu bringen und sorgten so für permanenten Betrieb. Man hatte den Eindruck, die Fortuna-Akteure seien irgendwann entnervt davon gewesen, ständig hinterherzulaufen. Die Rheinländer ließen immer größere Räume zu, was sich alsbald rächen sollte.

Tim Oberdorf, der wieder von Beginn an in der Innenverteidigung neben Christoph Klarer (spielte mit Spezialschiene nach Handbruch) stand erneut in der Startelf. Erneut zeigte er, was für ein Gefühl er in seinem Fuß hat, einige öffnende Pässe wären sehenswert. Doch gleichwohl zeigte er auch, dass es noch ein weiter Weg ist, bis man sich auf diesem Niveau etabliert hat. Er stand einige Mal schlecht, hatte die Hände viel zu schnell am Gegenspieler.

Die Führung der Gäste war ein Abbild der Düsseldorfer Schwächen in diesen ersten 45 Minute. Nicht aggressiv genug, nicht organisiert genug, nicht clever genug. Maximillian Beier konnte recht ungestört Flanken, Sebastian Kerk (30.) schließlich vollstrecken. Klarer war zu früh rausgerückt, weil Adam Bodzek nicht Eingriff, dadurch war die Viererkette komplett aus der Balance. Am Ende sahen dann auch Matthias Zimmermann und Florian Kastenmeier mindestens nicht gut aus. Die Schuld verteilte sich auf mehrere Schulter.

  • Pokal am Mittwochabend : Deshalb ist Hannover ein heißes Pflaster für Fortuna
  • Spielplan, Termine, TV-Übertragung : Das müssen Sie zum DFB-Pokal 2021/22 wissen
  • Fortuna jubelt nach dem Treffer zum
    Liveticker zum Nachlesen : Fortuna gelingt Befreiungsschlag gegen Darmstadt

Hernach war das Team von Christian Preußer bemüht, wieder mehr Zugriff auf die Partie zu bekommen. Dieser Versuch wurde auch unterstützt, in dem der Trainer Jakub Piotrowski für Ao Tanaka einwechselte. Doch das Aufbäumen der Düsseldorfer war nur in dosierten Dosen zu spüren. Geschenkt, dass Schiedsrichter Florian Badstübner noch eine etwas konfusere Vorstellung als die Düsseldorfer ablieferte. Beier machte den Deckel drauf und sorgte mit einem Doppelpack in der Nachspielzeit an diesem Abend für die Entscheidung.

In Düsseldorf hätte man den Pokal als eine gewichtige Zusatzeinnahme gerne noch etwas länger genutzt. Doch wie im vergangenen Jahr, war auch in dieser Saison bereits in der zweiten Runde der Traum vom dritten Pokaltriumph in der Vereinsgeschichte beendet. Etwas mehr als 300.000 Euro gehen so alleine an Prämien flöten. In diesen wirtschaftlich angespannten Zeiten keine kleine Summe.

Fortuna muss sich den Vorwurf gefallen lassen, nie richtig in die Begegnung gefunden zu haben. Und so stand am Ende ein verdientes Ergebnis, Und viel Frust bei den mitgereisten Anhängern. Die skandierten laut vernehmbar: „Wir wollen euch kämpfen sehen.“ Höchststrafe für das Personal auf dem Rasen. Am Sonntag steht für Fortuna die nächste Auswärtsfahrt an – dann geht es zu Hansa Rostock.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Diese Noten haben die Fans und wir den Fortunen gegeben