Fortuna Düsseldorf: Zweite Hälfte bei TSG 1899 Hoffenheim als Lehrbeispiel

Fortunas 1:1 gegen Hoffenheim : Eine zweite Hälfte als Lehrbeispiel

Nach ganz schwachem Auftakt holt sich Fortuna Düsseldorf bei der TSG Hoffenheim noch einen verdienten Punkt. Das Ziel muss es jetzt sein, die kämpferische und spielerische Qualität der zweiten Hälfte über 90 Minuten zu zeigen.

Es war keine ausreichende Belohnung, die sich Fortuna Düsseldorf durch den sehr späten Ausgleich bei der TSG Hoffenheim verschaffte, aber immerhin eine Belohnung. Nachvollziehbarerweise wies der Vorstandsvorsitzende Thomas Röttgermann darauf hin, dass eine Niederlage in dieser Partie „nahezu unerträglich“ gewesen wäre – zu stark war der Druck den die Mannschaft von Trainer Friedhelm Funkel nach der Pause auf eine unerwartet schwache TSG ausgeübt hatte.

Umso mehr muss die Frage erlaubt sein, warum Fortuna mehr als eine halbe Stunde brauchte, ehe sie endlich in das Spiel hineinfand. Das unnötige Gegentor nach nur fünf Minuten, als erst die Abwehrspieler und dann Torhüter Zack Steffen in Tiefschlaf verfallen waren, kann nicht als alleiniger Grund dafür herhalten. Statt sich nur kurz zu schütteln, verfielen die Gäste in tiefe Unsicherheit, brachten selbst die einfachsten Pässe nicht zum Mitspieler.

Hier muss der Hebel für die nächsten schweren Spiele angesetzt werden. Denn gegen stärkere Gegner, als es die enttäuschenden Hoffenheimer an diesem Samstagnachmittag waren, wäre die schwache erste Hälfte der Rot-Weißen wahrscheinlich hart bestraft worden. Die Kraichgauer nutzten das Tief ihres Kontrahenten jedoch nicht aus, eröffneten Fortuna mit ihrer bemerkenswerten Lethargie die Chance zurückzukommen – und Funkels Elf nutzte sie.

Somit dient das 1:1 von Sinsheim in doppelter Hinsicht als Lehrbeispiel für die nächsten Wochen. Einfach zusammengefasst: So wie in der ersten Hälfte geht es gar nicht, so wie in der zweiten muss es dagegen immer laufen. Mit vollem Einsatz, vollem Engagement und dem Mut, trotz einer lange Zeit widrig verlaufenden Partie auf den Erfolg zu drängen, ist auch in der Fußball-Bundesliga vieles möglich. Für eine Mannschaft, für die jeder Punkt im Kampf um den Klassenerhalt entscheidend wichtig sein kann, muss das die Marschroute sein. Immer an sich glauben und Entschlossenheit zeigen – das mag banal klingen, ist aber sehr schwer durchzuhalten, wie die erste Hälfte am Samstag zeigte. Dass dennoch eine Trendwende gelang, macht viel Mut für die ausstehenden vier Partien bis zur Winterpause.