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Fortuna Düsseldorf: Zum Rückrunden-Start gegen das FC-Augsburg-Trauma

Start in die Rückrunde : Fortuna spielt gegen das Augsburg-Trauma

In ihrer bislang letzten Bundesliga-Saison begann Fortuna die Rückrunde gegen den FC Augsburg – wie am Samstag. Sonst soll diesmal alles anders werden.

Für all diejenigen, die sich schon vor sechs Jahren zu den Fortuna-Freunden zählten, ist die Partie noch heute das Grauen schlechthin. Der Rückrunden-Auftakt gilt in der Saison 2012/13 als der Wendepunkt, mit dem der Absturz begann, mit dem die Waage sich unaufhaltsam in Richtung Wiederabstieg neigte. Und als wenn die Spielplanmacher der Deutschen Fußball Liga so richtig Spaß an solchen schwarzen Komödien hätten, haben sie nach Fortunas Rückkehr in die Bundesliga die gleiche Paarung wieder an den Start der Rückserie gesetzt.

Mit einem kleinen Unterschied: Am 20. Januar 2013 empfingen die Düsseldorfer den FC Augsburg in ihrer Arena, am Samstag (15.30 Uhr) geht es in die Heimstätte des FCA. Doch wenn es nach Fortuna geht, soll es diesmal noch weit mehr Unterschiede geben. Denn was sich an jenem Sonntag in Stockum abspielte, war zu weiten Teilen eher Slapstick als Fußball.

Dabei war die Ausgangslage vor sechs Jahren nahezu perfekt. Aufsteiger Fortuna hatte in einer grandiosen Hinrunde stolze 21 Punkte eingefahren und stand auf Tabellenplatz 13. Neun Punkte vor der TSG Hoffenheim auf dem Relegationsrang, zwölf sogar vor dem Vorletzten FCA. Ein Sieg gegen die bayerischen Schwaben hätte den Vorsprung auf sicherlich uneinholbare 15 Zähler gestellt, selbst ein Remis hätte die Augsburger Hoffnungen auf ein Minimum reduziert.

Was dann kam, stellte jedoch die Saison auf den Kopf. 39 Minuten lang ging alles gut, doch dann missglückte Fortunas Innenverteidiger Juanan eine Aktion komplett. Der Spanier wollte den Ball zu seinem Torhüter Fabian Giefer zurückköpfen, nickte ihm das Spielgerät jedoch durch die Beine – und FCA-Stürmer Sascha Mölders musste es nur noch ins leere Tor schieben. Diese Szene schockte die Düsseldorfer so gründlich, dass sie den Koreaner Ja-Cheol Koo fast mit dem Pausenpfiff das 0:2 erzielen ließen.

Das größte Bubenstück dieses missratenen Tages stand jedoch noch bevor. In der 71. Minute wollte Giefer den Ball nach einem abgewehrten Augsburger Eckstoß wegschlagen, traf jedoch mit seinem Schuss das Gesäß des vor ihm hochspringenden Mölders. Von dort prallte die Kugel zum 0:3 ins Netz, und die Messe schien gelesen.

Es gab jedoch noch ein weiteres Kapitel der kuriosen Geschichte. Nur zwei Minuten später verkürzte Fortunas Angreifer Stefan Reisinger auf 1:3, legte dann in der 90. Minute Treffer Nummer zwei nach und wäre fast sogar noch zum Helden des Tages geworden. In der Nachspielzeit traf „Reise“ nach Kopfballvorlage von Dani Schahin zum dritten Mal. Schiedsrichter Manuel Gräfe hatte jedoch etwas dagegen und verweigerte dem Treffer die Anerkennung – fälschlicherweise, denn die Fernsehbilder bewiesen, dass weder eine Abseitsstellung noch ein Foul Schahins vorlagen.

Der Rest der Geschichte ist traurig. Fortuna erhielt einen Knacks für die gesamte Rückrunde und stieg am Saisonende ab. Die scheinbar hoffnungslos abgeschlagenen Augsburger dagegen retteten sich auf direktem Wege.

Jetzt also wieder Augsburg – und wieder Fabian Giefer. Der steht inzwischen nämlich beim FCA in Lohn und Brot, wird aber am Samstag wahrscheinlich nicht spielen. Erinnern jedoch wird sich der Keeper an jenen 20. Januar 2013 ganz sicher.