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Fortuna Düsseldorf: Wird jetzt alles anders mit Rachid Azzouzi?

Fortuna Düsseldorf : Alles anders mit Azzouzi?

Der neue Sportdirektor des Zweitligisten sprüht vor guter Laune und Tatendrang. Ab sofort läuft die Kaderplanung über seinen Schreibtisch. Zwei Stürmer und einen Innenverteidiger sucht er jetzt.

Etwas ist anders, als Rachid Azzouzi der Öffentlichkeit vorgestellt wird. Anders als bei der Amtseinführung von Vorgänger Helmut Schulte. Der neue Sportdirektor von Fortuna Düsseldorf wird gleich von zwei Vorstandsmitgliedern flankiert, Dirk Kall und Paul Jäger. "Seht her, wir sind eine Einheit", soll das wohl heißen. Zuletzt waren daran besonders bei Jäger und Kall Zweifel entstanden. Und der Neue beim Fußball-Zweitligisten formuliert exakt dieses Vorhaben: "Wir müssen wieder begeistern und bei der Fortuna als Einheit funktionieren."

Und sonst? Der 44-Jährige spricht von "guten Gesprächen" vor seiner Vertragsunterschrift und welche große Nummer der Traditionsverein ist. Nichts Neues also, alles schon einmal gehört, alles bekannt. Über seine Ex-Klubs MSV Duisburg, Greuther Fürth und FC St. Pauli spricht Azzouzi viel. Vor allem über Pauli, wo er bis Ende 2014 als Sportdirektor beschäftigt war. Klingt alles wie bei seinem Vorgänger, dem er pikanterweise schon dort nachgefolgt war. "Purer Zufall", sagt der gebürtige Marokkaner.

Und doch ist da etwas anders bei Rachid Azzouzi. Der zweifache Vater kommt freundlich rüber, schnell zugewandt, rheinisch locker. Die Verbindung zur Region wird deutlich, seine familiäre Herkunft. Azzouzi ist in Aachen aufgewachsen, den Karneval kennt er gut, sagt er. Der Vater hat unter Tage gearbeitet. "Ich weiß, wie man mit wenig auskommt." Nicht die schlechteste Voraussetzung in einem Verein, der trotz Schuldenfreiheit riskante Ausgaben meiden will wie Kölns Geißbock das Düsseldorfer Stadtgebiet.

Vorgänger Schulte spielte seine Sportdirektor-Rolle bei der Fortuna als gebürtiger Sauerländer kaum weniger humorig als Azzouzi, aber insgesamt etwas schroffer und grober, etwas mehr auf Fassade bedacht. Schulte ist einige Zentimeter größer als sein Nachfolger, kommt möglicherweise immer etwas überheblicher rüber. Auch diese Art, die wohl nicht so gemeint war, kreidete ihm trotz fachlicher Qualifikation mancher Düsseldorfer an.

Die Themen unterschieden sich indes kaum. Ziele werden auch bei Azzouzi erst formuliert, "wenn die Kaderplanung steht". Möglicherweise selbst dann noch nicht. Die bisherigen Verpflichtungen seien prima, jetzt will er zwei gute Stürmer holen. Ach ja, einen Innenverteidiger auch noch. Ab sofort wird alles über seinen Schreibtisch gehen, was das angeht. Natürlich in Absprache mit Trainer Frank Kramer und dem Vorstand, dem er "berichten" wird und nicht mehr direkt angehört. Wenn Rachid Azzouzi sein Expertenwissen ins Gespräch einbringt, neigt er den Kopf leicht nach vorne. Die freundlichen braunen Augen stellen unmittelbaren Kontakt mit dem Gegenüber her.

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Die Linien im nordafrikanisch gebräunten Gesicht sind fein gezogen, die wenigen Falten umspielen den Mund, wenn er lacht. Die Kleidung sieht nach Anpacker aus, das dunkelblaue Sakko kommt nicht aus der Abteilung feiner Zwirn. Darunter trägt er eine grobe Strickweste, ein hellblaues Hemd ohne Krawatte. Die grau-mellierte Jeans spielt mit den Farben der kurzen krausen Haare, deren Schwarz mit etwas Grau angereichert ist. Die braunen Schuhe sind bequemer Art, scheinen etwas auszuhalten. "Anpacken" will er tatsächlich jetzt die Herausforderung bei der Fortuna, und als er das so sagt, kommt er absolut glaubwürdig rüber. So wie Vorgänger Helmut Schulte bei seiner Vorstellung. Und doch ist da einiges anders. Möglicherweise wird es auch seine Karriere bei der Fortuna. Denn am Ende weiß Azzouzi: Der Erfolg macht alles aus.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Fortuna stellt Sportdirektor Azzouzi vor

(RP)