Fortuna Düsseldorf: Wirbel um Militärgruß von türkischer Nationalelf

Fortuna verteidigt ihre Spieler : Wirbel um Militärgruß von türkischer Nationalelf

Die Geste der Spieler hat Ermittlungen der Uefa zur Folge. Auch die Fortunen Kaan Ayhan und Kenan Karaman machten mit.

Die politische Diskussion rund um die Militäroffensive der Türkei in Nordsyrien hat den Fußball erreicht. Nach dem 1:0-Sieg der Türkei in der EM-Qualifikation gegen Albanien am Freitag vollzogen türkische Spieler im Istanbuler Sükrü-Saracoglu-Stadion einen Militärgruß. Auf einem Foto aus der Kabine sind auch die Düsseldorfer Bundesliga-Profis Kaan Ayhan und Kenan Karaman zu sehen, wie sie die gestreckten Finger der rechten Hand an die Schläfe halten. Im Internet ernten die Fortunen dafür reichlich Kritik. Der Klub verteidigt seine Spieler.

„Wir kennen Kaan Ayhan und Kenan Karaman seit langer Zeit“, ließ Sportvorstand Lutz Pfannenstiel mitteilen, „wir sind davon überzeugt, dass ihnen nichts ferner lag, als ein politisches Statement abzugeben. Beide Spieler stehen für die Werte, die unser Verein lebt.“ In einer Stellungnahme heißt es, dass Pfannenstiel bereits das Gespräch mit beiden Spielern gesucht habe. „Beide Akteure versicherten, dass es sich lediglich um eine Solidaritätsbekundung für Soldaten und ihre Angehörigen handelte, verbunden mit dem Wunsch, dass sie wieder gesund zu ihren Familien zurückkehren können“, heißt es.

Der türkische Verband hatte das Salut-Bild im Internet verbreitet und dazu geschrieben, dass die Spieler „den Sieg den tapferen Soldaten und Märtyrern widmen“.

Fortuna erklärte, dass sich der Klub in aller Deutlichkeit von jeglicher vermeintlich politisch motivierter Handlung, die gegen die Werte des Vereins verstößt, distanziere.

Im Internet gibt es für diese Verteidigungshaltung des Klubs Zustimmung, es werden aber auch Forderungen nach drastischen Sanktionen für die beiden Akteure laut – von der Verbannung auf die Tribüne bis zur fristlosen Kündigung.

Der europäische Fußballverband (Uefa) überprüft unterdessen den Sachverhalt. Das bestätigte ein Uefa-Sprecher der italienischen Nachrichtenagentur Ansa. „Ich habe die Geste, die zweifellos als Provokation gedeutet werden kann, nicht gesehen“, sagte Uefa-Pressechef Philip Townsend: „Politische Äußerungen sind in den Regularien aber verboten. Deshalb werden wir dem Verdacht definitiv nachgehen.“ In der Vergangenheit ist in ähnlichen Fällen auch nicht viel mehr passiert.

In der zweiten Liga hatte in der vergangenen Woche bereits eine Nachricht von Cenk Sahin für Aufsehen gesorgt. Der Angreifer vom FC St. Pauli hatte bei Instagram geschrieben: „Wir sind an der Seite unseres heldenhaften Militärs und der Armeen. Unsere Gebete sind mit euch!“ Der Verein, der von einer ausdrücklich politischen Fanszene geprägt wird, distanzierte sich von den Aussagen und stellte den 25-jährigen Türken zunächst für drei Tage frei.

Den Ultras des Klubs geht das allerdings nicht weit genug. „Wie man sich erneut mit diesem ekelhaften Wahnsinn solidarisieren kann, ist uns schleierhaft. Für uns Ultras steht deshalb fest, dass Cenk Sahin nicht mehr im Trikot des FC Sankt Pauli aufläuft. Wir fordern den Verein auf, Cenk Sahin am heutigen Freitag, den 11. Oktober zu entlassen!“, hieß es in einer Mitteilung.

Am Montag stellte der Klub Sahin nun mit sofortiger Wirkung dauerhaft vom Trainings- und Spielbetrieb frei.