Fortuna Düsseldorf: "Wir waren einfach schlecht", sagt Friedhelm Funkel

Nach Fortunas 0:5-Desaster in Dortmund : „Wir waren einfach schlecht“

Fortuna Düsseldorf liefert beim 0:5 bei Borussia Dortmund eine unterirdische Leistung ab. Entscheidend ist eine sagenhafte Fehlerquote, die dem gut aufgelegten BVB alle Möglichkeiten eröffnet.

Positiv war an diesem schwarzen Nachmittag für Fortuna nur eines. „Wir liefern hier eine solche Leistung ab, verlieren 0:5, und unsere Fans klatschen noch, wenn wir in die Kurve kommen“, sagt Oliver Fink, und der Kapitän der hoffnungslos unterlegenen Düsseldorfer ist dabei sichtlich gerührt. „Andere Klubs wären in dieser Situation beschimpft worden, und sie versuchen noch, uns aufzumuntern. Ich bin jetzt gerade wegen des Spiels zwar superenttäuscht und sauer, aber das Verhalten unserer Fans macht uns Mut.“

Es ist das einzig Ermutigende an einem Tag, der so desolat ausfiel, dass die böse Frage nach der Bundesligatauglichkeit Fortunas aufgekommen wäre — wenn die Mannschaft denn nicht noch kürzlich bewiesen hätte, dass sie zu ganz anderen Leistungen fähig ist. Warum sie das in Dortmund nicht auf den Platz brachte, ist nicht so leicht zu beantworten, weder Trainer noch Spieler konnten eine Erklärung liefern. Der Verweis auf den Sahnetag des BVB, den dieser zweifellos erwischt hatte, griff zu kurz: Der Sturmwirbel der Gastgeber war bei allem Talent und aller Tagesform nur möglich, weil Fortuna ihnen die nötigen Räume dafür anbot.

„In den zweiten 45 Minuten waren wir einfach nur schlecht“, fasst Friedhelm Funkel zusammen, und es ist mehr als angemessen, so klare Worte zu finden. „Vor der Pause haben wir wenigstens hinten noch kompakt gestanden und wenig klare Chancen zugelassen. Aber schon da haben wir zu langsam agiert, zu viele Fehlpässe gespielt und zu viele Ballverluste gehabt. Später haben wir dann auch nicht mehr konsequent genug verteidigt.“ Eine treffende Analyse. Fortuna lief nur noch hinterher, bekam die Dortmunder überhaupt nicht mehr zu fassen.

So war es gar kein komplexes Gesamtbild, wie es ein Fußballspiel häufig liefert, kein Mosaik aus verschiedenen Steinchen, die schließlich ein Muster bilden. Es war ganz banal: Die Düsseldorfer spielten miserable Pässe, meist sogar in den besonders gefährlichen Phasen der Vorwärtsbewegung, die Dortmunder nutzten die entstehenden Räume zu Sprints über die Seiten und vollendeten dann freistehend in der Mitte. Viermal hintereinander in Hälfte zwei, oder eigentlich sogar fünfmal, wenn man Jadon Sanchos Abseitstreffer mitrechnet.

Unfassbare 78 Fehlpässe spielten die Fortunen, bei nur 250 angekommenen Bällen eine Quote von 23,78 Prozent. Fast jeder vierte Pass landete beim Gegner, wobei zu bedenken ist, dass bei der Gesamtzahl die ganz einfachen, unbedrängten Querpässe über zwei Meter eingerechnet sind — eine ernüchternde Bilanz. „Wir haben nach einem solchen Ballverlust einen Treffer kassiert, als Marco Reus und Jadon Sancho gegen fünf Mann von uns anliefen“, beschreibt Funkel. „Reus hatte nur eine einzige Option: den Ball zu Sancho zu spielen. Wir müssen nur Sancho abdecken, den Passweg zustellen. Stattdessen versuchen alle, den Raum zu verteidigen, das ist einfach falsch.“

Falsch wie so vieles an einem Tag, der nicht nur wegen der Dortmunder „Kohle-und-Stahl“-Sondertrikots tiefschwarz war. Zumindest ist Kapitän Fink sich bewusst, dass die Fans diesmal nicht etwa deswegen applaudierten, weil sie erkannt hätten, dass die Düsseldorfer alles gegeben hatten — das hatten sie beileibe nicht. Der Beifall war eine Art Ablasserklärung, ein Zeichen der Solidarität und des Anerkennens, dass solche Tage auch einmal passieren können. Mit Betonung auf „einmal“.