Beim 5:2 in Rostock Diesen Anteil reklamiert Fortuna-Trainer Thioune an „Zimbo“-Doppelpack für sich

Düsseldorf · Ein Tor von Matthias Zimmermann zu sehen, ist eine echte Rarität. Doch beim 5:2 von Fortuna bei Hansa Rostock ist dem 30-Jährigen nun sogar ein Doppelpack gelungen. Wie konnte das passieren? Welchen Anteil Trainer Thioune an diesem epochalen Ereignis hat. Was „Zimbo“ sagt.

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Foto: rp/Laci Perenyi

Matthias Zimmermann muss wohl in diesem Augenblick sein Gefühl für Raum und Zeit zumindest einen klitzekleinen Moment lang verlassen haben. Der Rechtsverteidiger in Diensten von Fortuna hatte gerade seinen zweiten Treffer an einem auf verschiedenen Ebenen denkwürdigen Nachmittag geschossen und baute sich zum Jubel auf – ausgerechnet vor dem Block der Rostocker Ultras. Ein schneller Kuss auf das Tattoo auf seinem Arm, das er sich zur Geburt seiner Tochter hatte stechen lassen. Und weiter. Immer weiter.

„Ich glaube, dass das mein bestes Spiel war, seit ich bei Fortuna bin. In meiner ganzen Karriere habe ich noch nie einen Doppelpack gemacht. Ich weiß gar nicht, wo das herkommt“, sagte er nach der Partie im Bauch des Ostseestadions.

Tatsächlich sind die Zuschauer des Spiels Zeugen eines durchaus epochalen Ereignisses geworden. Denn es geschieht statistisch gesehen im Durchschnitt nur alle 1752 Minuten und 66 Sekunden, dass Zimmermann in den ersten beiden deutschen Ligen für Greuther Fürth (in der Saison 2012/13) und Fortuna einen Treffer erzielte. Möglicherweise hat er jetzt ja auch ganz neue Qualitäten an sich entdeckt – und wird noch zum echten Knipser.

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Foto: Christof Wolff

„Ich hatte ihn vorher ein wenig gekitzelt, weil er diese Saison noch nicht so viele Torbeteiligungen hatte“, erklärte Cheftrainer Daniel Thioune auf Nachfrage unserer Redaktion. „Es ist für den Trainer immer ganz gut, wenn du eine halbe Stunde eine Individual-Analyse mit einem Spieler machst und der schlägt dann so zu. Dann hat es wohl geholfen. Dann muss ich mich jetzt jede Woche mit ihm zusammensetzen, was nicht ganz so spaßig ist. Ich habe mich sehr für ,Matze‘ Zimmermann gefreut.“

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Foto: Christof Wolff

Und Zimmermann hat noch lange nicht fertig. Der Routinier, seit 2018 im Verein, machte eine deutliche Ansage für den Endspurt in der Saison: „Wir sind vier Spiele ungeschlagen, daran müssen wir anknüpfen“, sagte er. „Ich will das fünfte Spiel auch noch holen und einfach eine Siegesserie starten. Es sind drei Siege bis auf Platz eins.“ Mit „Zimbo“-Toren könnte die Rechnung eventuell aufgehen.

Matthias Zimmermann lebt kein Sportlerleben auf der Überholspur. Er musste sich vieles hart erkämpfen. 2011 wechselte Zimmermann als großes Talent vom Karlsruher SC zu Borussia Mönchengladbach. Seine Träume zerplatzten, er wurde nach Fürth und Sandhausen verliehen. 2015 schließlich der Wechsel zur Zweitvertretung des VfB Stuttgart, später rückte er zu den Profis auf. Von dort dann der Wechsel 2018 zur Fortuna.

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Foto: Moritz Müller

In Düsseldorf erlebt er nicht nur als Sportler seine beste Zeit. Er hat auch als Familienvater sein Glück gefunden – mit seiner Frau Lea und Töchterchen Nala. Gut möglich, dass er im Rheinland in eine weitere Verlängerung geht. 2024 würde sein Vertrag auslaufen. Mit einem wie ihm täte der Verein gut daran, lieber heute als morgen zu verlängern. Und das am wenigsten wegen seiner Tore. In Sachen Mentalität ist Zimmermann einer, der nicht nur in der Zweiten Liga zu den ganz Großen gehört.