1. Sport
  2. Fußball
  3. Fortuna

Fortuna Düsseldorf: Wie Alfredo Morales seinen Sohn erschreckte

Fortunas Mittelfeldspieler : Wie Alfredo Morales seinen Sohn erschreckte

Beim 1:4 gegen Gladbach erlitt Fortunas Mittelfeldspieler eine Platzwunde am Auge und musste in der Kabine genäht werden. Am Samstag in Freiburg will er aber wieder mitmischen.

Alfredo Morales sieht derzeit so aus, als hätte er ein paar Runden mit Evander Holyfield im Boxring gestanden – und dabei seine Deckung nicht hoch genug gehalten. Ein violetter Ring ums rechte Auge, dezent ergänzt durch einen mit sechs Stichen genähten Cut knapp unter der Augenbraue. Das Resultat des Zusammenpralls mit dem Gladbacher Tobias Strobl, der Morales in der Schlussphase des mit 1:4 verlorenen Derbys am Samstag zum Ausscheiden gezwungen hatte.

„Ich habe mir am Montag das Spiel noch einmal im Fernsehen angeschaut und auch, wie sie mich vom Platz geführt haben“, berichtet Morales. „Es ging alles so schnell, ich war zwar nicht wirklich weggetreten, aber doch ein bisschen schockiert. Vor allem weil ich gespürt habe, wie viel Blut da aus mir herauslief.“ Zu allem Überfluss bekam er nach dem Sturz auch noch heftige Krämpfe in beiden Beinen, doch das ist inzwischen vergessen. „Mir geht’s gut, unser Mannschaftsarzt Ulf Blecker hat das wunderbar gemacht. Das einzige Problem war, meine Kontaktlinsen einzusetzen, denn die Schwellung war anfangs doch ziemlich stark. Und eine Brille besitze ich gar nicht, die habe ich bisher nie gebraucht. Mit Brille kann ich ja sowieso nicht Fußball spielen – aber vielleicht sollte ich mir jetzt doch einmal eine besorgen.“

Als nach dem Derby das Schlimmste bereits überstanden schien, wartete noch ein kurzer kritischer Moment auf den US-Nationalspieler – als sein Sohn in der Kabine auftauchte. „Er hat zum Glück nicht mitbekommen, wie Ulf mich in der Kabine genäht hat. Als Andre Hoffmann ihn raufbrachte, war alles schon erledigt; dennoch war er ein bisschen geschockt, weil die ganze Liege voller Blut war. Das war nicht so einfach für den Jungen, aber ich hab dann ein paar Witze gemacht, dann war alles wieder gut.“

Nachhaltige Schäden befürchtet er ohnehin nicht, das passt einfach nicht zu seinem optimistischen Gemüt. „Mir macht so etwas eigentlich nichts. Die Narbe sieht zwar irgendwie blöd aus, und als ich meinen Sohn zum Kindergarten gebracht habe, haben mich alle Kinder angestarrt. Aber ich habe keine Schmerzen.“

Gute Nachrichten für Trainer Uwe Rösler, der sehr auf den gebürtigen Berliner setzt. „Wir haben einen sehr guten Draht. Wir haben viel miteinander gesprochen, wie ich spielen soll, wie die ganze Mannschaft auftreten soll.“ Röslers aggressive Taktik kommt Morales entgegen. „Die Mannschaft möchte mutig sein, früh attackieren, Risiken eingehen. Ich habe das mein Leben lang gemacht, in Ingolstadt haben wir nur Vollgasfußball gespielt. Ich mag es einfach, auf der Jagd zu sein und beim Gegner Stress zu verbreiten.“

Das soll vor allem in den kommenden Wochen passieren, wenn Fortuna gegen Klubs antritt, die vermeintlich eher schlagbar sind als die jüngsten Gegner: am Samstag Freiburg, danach Hertha, Mainz, Paderborn und Köln. „Wir haben zwar zu wenig Punkte geholt, aber wir haben uns verbessert“, meint Morales. „Das hat jeder gesehen, und das haben wir vor allem selbst gesehen. Kritik von außen muss für uns nebensächlich sein.“ Er ist überzeugt: „Wenn wir unsere Leistung der vergangenen Wochen wieder abrufen und dabei unsere Fehler abstellen können, dann werden wir aus den nächsten Spielen sehr positiv herausgehen können.“