Das Duell in Zahlen Welche HSV-Bilanz von Fortuna alle andere Statistiken überstrahlt

Düsseldorf · Am Freitag erwartet die Zweite Liga ein echter Gaumenschmaus: Fortuna trifft auf den HSV. Die beiden Klubs trennt nur ein Zähler. Und auch statistisch gesehen sind beide Klubs auf Augenhöhe, doch eine Bilanz stellt alle anderen Messwerte in den Schatten.

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Foto: Frederic Scheidemann

Eigentlich waren die Rollen in den vergangenen Jahren genau umgekehrt. Fortuna war der Verfolger und der Hamburg SV der Verfolgte. Nach sieben Zweitliga-Partien sind die Rheinländer jedoch diejenigen, die es einzuholen gilt. Der Grund: Fortuna kam gleich in einen guten Rhythmus und stürmte an die Tabellenspitze. Der HSV kam gegen die Aufsteiger SV Elversberg und VfL Osnabrück ins Taumeln und fiel zurück auf Platz drei.

Nun bleibt das Duell trotz dieses Umstands eines auf Augenhöhe – das deuten auch die Zahlen an. Die wichtigste Statistik bleibt natürlich die Punktzahl. Hier hat Fortuna gerade mit 14 Zählern die Nase vorne, wenn auch nur knapp, die Norddeutschen mit 13 Punkten können mit einem Sieg an den Rheinländern vorbeiziehen. Andersherum kann Fortuna den Vorsprung mit einem Sieg weiter ausbauen.

Ein Leckerbissen verspricht die Partie auch wegen der Schussstatistik zu werden: 121 Mal schoss der HSV auf die Kiste des Gegners, Fortuna suchte nur zwei Mal weniger den Abschluss. Das macht Platz eins und zwei im Ligavergleich und lässt auf ein Feuerwerk an Chancen hoffen.

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Foto: dpa/Thomas Frey

Bei den abgespulten Metern kann sich Fortuna klar von den Hanseaten absetzen. Als Forrest Gump der Liga ist sie mit etwa 831 Kilometern mehr gelaufen als alle anderen Vereine des deutschen Unterhauses. Der HSV steht mit 805 Kilometern auf Platz sieben. Und auch bei den intensiven Läufen behält Düsseldorf die Oberhand: 4623 zu 4372 steht es dort.

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Foto: Moritz Mueller

Bei den Flanken aus dem Spiel steht wie in der Punktetabelle die Fortuna an der Spitze. 123 waren es bislang. Alleine gegen Hannover 96 (1:1) am letzten Sonntag waren es knapp 40 Hereingaben. Doch mit der schieren Anzahl an Flanken lässt sich noch nichts gewinnen. Timing sowie Präzision müssen stimmen, und auch Cheftrainer Daniel Thioune bemerkte diese Woche: „Manchmal wird einfach ein Ball reingespielt, um ihn reinzuspielen, ohne Zettel dran.“ Hamburg setzt weniger auf Flanken (82 insgesamt), dafür mehr auf Eins-gegen-eins-Situationen – und das mit Erfolg.

Die Hanseaten schlossen in der Liga bis dato die meisten erfolgreichen Dribblings pro Spiel ab. Zwölf Stück sind es, alleine Linksaußen Jean-Luc Dompé gewinnt drei Eins-gegen-eins-Duelle in 90 Minuten. Die Fortuna kann in dieser Kategorie nicht mithalten: 6,6 Mal pro Begegnung schaffen sie es, ihren Gegner zu überwinden. Das reicht im Ligavergleich nur für Platz 14.

Nun könnte man diese Zahlenvergleiche noch lange fortführen. Allerdings soll dies hier nur eine Auswahl sein, um zu zeigen: Fast alle Statistiken versprechen ein spannendes Topspiel. Doch es gibt da diese eine Horror-Bilanz von Fortuna gegen den einstigen Bundesliga-Dino, die alle anderen Zahlen in den Schatten zu stellen scheint.

Denn seit fast drei Jahrzehnten ist es dem Pokalsieger von 1979 nicht mehr gelungen, im Volksparkstadion, der Heimstätte der Hanseaten, zu gewinnen. 1985 war es das letzte Mal der Fall. Beide kickten noch in der Bundesliga und Fortuna gewann dank Toren von Ralf Dusend und Andreas Kaiser mit 2:1. Zwölf Begegnungen später stehen die Chancen jedoch gut, diesen Bann endlich zu brechen.