Thioune und Hecking nach Schlusspfiff Was Fortunas Trainer mit seinem Nürnberger Kollegen zu besprechen hatte

Nürnberg/Düsseldorf · Das Spiel zwischen dem 1. FC Nürnberg und einer teilweise absurd schlechten Fortuna bot wirklich genug an Gesprächsstoff. Darum ging es aber nicht allein, als sich Daniel Thioune und Dieter Hecking nach dem Abpfiff zusammenstellten. Worüber die alten Bekannten sprachen. Was Hecking wissen wollte.

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Sie kennen sich schon sehr lange, und sie mögen sich. Als Daniel Thioune selbst noch aktiver Fußballprofi war, war Dieter Hecking einmal sein Trainer – von 2002 bis 2004 war das, in der Zweiten Liga beim VfB Lübeck. Und als Thioune dann fast zwei Jahrzehnte später beim Hamburger SV seinen Trainerjob verlor, besuchte er Hecking in Nürnberg. Nachvollziehbar also, dass der heutige Fortuna-Chefcoach nach dem Abpfiff für einen Moment seinen tiefen Frust über die desolate Vorstellung seines Teams bei der 0:2-Pleite vergaß und beim Gespräch mit Hecking sogar einmal kurz lächelte.

Dieses Lächeln war selten bei Thioune an diesem Samstag. Deutlich sichtbar wurde das ein paar Minuten später bei der Pressekonferenz, als der 48-Jährige zunächst sein von tiefer Enttäuschung geprägtes Statement abgab, um dann anschließend so ins Leere zu starren, dass es einem als Betrachter fast schon mulmig wurde.

Deshalb lag die Vermutung nahe, dass er und sein zehn Jahre älterer Mentor, derzeit Trainer und Sportvorstand des Gegners 1. FC Nürnberg, sich nicht ausschließlich über die 90 Minuten auf dem Rasen des Max-Morlock-Stadions unterhalten hatten.

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Foto: Christof Wolff

„Man tauscht sich halt aus nach dem Spiel, wenn alles wie bei uns beiden schon vor mehr als 20 Jahren angefangen hat“, berichtet Thioune auf entsprechende Nachfrage. „Ich habe natürlich auch die Erleichterung bei ihm bemerkt. Für die Nürnberger war es ja immens wichtig, dieses Spiel zu gewinnen. Es herrscht dort eine ganz andere Erwartungshaltung, es ist in alle Richtungen viel Unruhe im Verein.“

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Foto: dpa/Daniel Karmann

Ganz offen hätten die beiden alten Weggefährten über ihre jeweiligen Situationen gesprochen. „Er hat mich dann auch gefragt, ob der Freitagabend mit dem Derbysieg des Hamburger SV gegen den FC St. Pauli etwas mit uns gemacht habe, ob wir das Spiel in irgendeiner Form im Kopf gehabt hätten.“ Ein Ansatz, den Thioune Hecking in keinster Weise übelnahm. „Jeder Trainer denkt in irgendeiner Form so“, gibt der Fortuna-Coach zu. „So wie ich auch meiner Mannschaft erzählt habe: Nach dem Kiel-Spiel ist Nürnberg in keiner guten mentalen Verfassung. Jeder zieht irgendwo was raus.“

Was den Kern der Sache anging, muss Thioune aber doch passen. „Seine Frage konnte ich letztlich dann auch nicht wirklich beantworten. Er hat es seinen Jungs so erklärt, ich habe ihm gesagt: Bei mir hat es keine Rolle gespielt, weil ich das Spiel sowieso nicht gesehen habe, also nur die erste Halbzeit.“

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Foto: dpa/Daniel Karmann

Wichtig für den Fortuna-Trainer dabei: „Ich muss mich ja irgendwann auch von diesen Dingen lösen, dass die Einfluss auf mich nehmen. Am Ende des Tages hat er gewonnen, also kann ich das nicht verneinen. Hätten wir 1:0 gewonnen, hätte ich gesagt: Siehste, ich hab’ dir doch gesagt, dass ihr in Kiel nicht gut wart und das immer noch mit euch rumschleppt.“ Diese kleine Freude vergönnte sein indisponiertes Team dem Trainer jedoch nicht.