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Fortuna Düsseldorf: Was Robert Bozenik dem Zweitligisten bringen kann - und was nicht

Nach erstem Treffer : Was Robert Bozenik Fortuna bringen kann

Erstes Spiel für Fortuna vor eigenem Publikum und gleich der erste Treffer: Besser hätte die Heimpremiere für Robert Bozenik kaum laufen können. Der junge Slowake deutete ziemlich eindrucksvoll an, was von ihm noch alles zu erwarten ist – und was noch nicht.

Robert Bozenik war fast gar nicht mehr zu halten. Immer wieder löste sich der junge Stürmer aus der Jubeltraube seiner Kollegen, machte mit beiden Händen das Herzzeichen in Richtung jeder Arena-Tribüne. Und er wollte noch mehr von den Fortuna-Fans: Mit Verve schmiss der Slowake mehrfach beide Arme in die Luft, animierte die Fortuna-Fans zum völligen Ausrasten.

Die Szenen nach dem ersten Treffer Bozeniks im rot-weißen Trikot waren beinahe ebenso sehenswert wie der Treffer selbst. Dabei hatte der Kopfball des 21-Jährigen zum 1:1-Ausgleich gegen Zweitliga-Spitzenreiter Jahn Regensburg, der trotz des recht frühen Zeitpunkts in der 33. Minute bereits den Endstand bedeutete, wahrlich genug zu bieten. Florian Hartherz schlug von der linken Seite eine Flanke in den Strafraum, und Robert Bozenik holte lehrbuchmäßig Schwung, setzte den Ball mit dem Kopf in die lange Ecke.

Fast eine Kopie seines Treffers für die slowakische Nationalmannschaft, der er vor gut zwei Wochen damit ebenfalls ein 1:1 bei der WM-Qualifikation in Slowenien gesichert hatte. Woraus man schon einmal den Schluss ziehen kann, dass die am Samstag gezeigte Kopfballqualität alles andere als ein Zufall war.

Und es hätten an diesem Tag sogar die ganz großen Robert-Bozenik-Festspiele in der Arena werden können. 55 Minuten standen auf der Uhr, da setzte die Leihgabe des Eredivisie-Klubs Feyenoord Rotterdam zu einem kurzen Sprint an. Eine Körpertäuschung, ein kurzer Blick – dann strich sein strammer Rechtsschuss um wenige Zentimeter am rechten Pfosten vorbei.

Doch auch ohne die Krönung hinterließ Bozenik Eindruck. „Ich finde, dass er ein sehr ordentliches Debüt gegeben hat“, sagt Trainer Christian Preußer. „Sicher, ein paar taktische Sachen müssen wir noch besprechen. Aber super, dass er gleich ein Tor schießt und ein paar Dinge bestätigt, die er letzte Woche in Aue angedeutet hatte. Das hilft uns und das hilft auch ihm. Und das Zusammenspiel mit Rouwen war gut.“

Zu den taktischen Aspekten, die Preußer anspricht, gehört sicherlich auch, dass Bozeniks Motivation derart ausgeprägt war, dass sie manchmal ins Vogelwilde abglitt. So auch in der Szene, die zu seiner Gelben Karte führte. „Das ist seine Art. Robert will laufen, will pressen, immer mithelfen“, erklärt der Coach. „Da muss er noch ein bisschen ruhiger werden. Aber er ist ja auch noch ein junger Spieler. Er wird lernen, dass mitunter auch ein Pass gut ist, und dass es nicht immer ein Torabschluss sein muss. Aber Robert hat ein sehr, sehr gutes Spiel gemacht und bringt uns viel Energie.“

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Bozenik selbst zieht ein gemischtes Fazit. „Ich bin sehr glücklich, dass ich spielen durfte“, betont der Slowake. „Es war eine großartige Atmosphäre, unsere Fans sind spitze, haben uns super unterstützt. Schade, dass es nicht für drei Punkte gereicht hat. Bei unseren weiteren Chancen hätten wir uns einfach cleverer anstellen müssen. Aber unsere Defensive hat das gut gemacht, darauf können wir aufbauen.“

Rundum positiv fällt aber die Rückschau auf seine Torpremiere aus: „Flo (Hartherz, d. Red.) hat eine starke Flanke hereingebracht, und ich habe versucht, mir genügend Platz zu verschaffen für den Kopfball. Klasse, dass es geklappt hat, denn ein Stürmer braucht immer ein Tor.“ Fortuna kann seine Treffer sowieso ganz dringend gebrauchen. Und dass er mit seinen 21 Jahren noch nicht alle taktischen Feinheiten drauf hat – dafür bleibt ihm ja noch genügend Zeit zum Lernen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Das ist Robert Bozenik