Ehemaliger Fortuna-Mittelfeldspieler Was macht eigentlich... Christian Gartner?

Serie | Düsseldorf · Er galt als großes Mittelfeldtalent. Von seinen technischen Fähigkeiten her war Christian Gartner einer der besten Spieler, die im dritten Jahrtausend im Düsseldorfer Kader standen. Doch zum großen Durchbruch hat es bei dem Österreicher nicht gereicht. Wohin es Gartner jetzt verschlagen hat.

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Das große Fortuna-Ostergewinnspiel

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Foto: dpa/Angelika Warmuth

Christian Gartner hatte seine Momente, gar keine Frage. Schon bevor er mit zarten 19 Jahren einen Profivertrag bei der Fortuna unterschrieb. So steht er noch heute in den Annalen des renommierten Klubs SV Mattersburg in seiner österreichischen Heimat: Mit damals 16 Jahren und elf Monaten wurde er im März 2011 der jüngste Bundesliga-Torschütze der Mattersburger und ist dies bis heute geblieben.

Doch auch bei Fortuna setzte Gartner durchaus Akzente. Bereits 2013, als er nach dem Bundesliga-Abstieg der Düsseldorfer aus Mattersburg an den Rhein kam, beeindruckte der Mittelfeldspieler mit seiner überragenden Technik, seinem präzisen Passspiel und seinem Auge fürs Spiel.

Das schlug sich auch in seiner persönlichen Statistik nieder. Gartner kam in seiner ersten Düsseldorfer Saison immerhin auf 15 Zweitliga-Einsätze mit einer Gesamtdauer von 1217 Minuten; nicht schlecht für einen 19-Jährigen. Dies alles sogar erst ab dem 15. Spieltag, denn zuvor hatte ihm der damalige Trainer Mike Büskens keine Spielzeit gewährt.

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Foto: Frederic Scheidemann

Dann freilich lief es für ihn, in der Endphase von Büskens und unter dessen Nachfolgern Oliver Reck (Interim) und Lorenz-Günther Köstner. Eines seiner Highlights in jener Spielzeit war seine Vorlage auf seinen Landsmann „Jimmy“ Hoffer, die dieser beim Rheinderby gegen den 1. FC Köln in der ausverkauften Arena zum 1:2-Anschlusstreffer verwertete. Charlie Benschop glich auch noch zum 2:2 aus, Fortuna verlor dennoch unglücklich 2:3.

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Foto: rp/Laci Perenyi

Gartner indes war trotz seiner Jugend eine echte Alternative im System der Düsseldorfer, doch irgendwie ging es nicht recht weiter mit ihm. 2014/15 gab es zwar auch 15 Einsätze, aber nur noch 911 Spielminuten, 2015/16 sogar nur drei Spiele mit zusammen 252 Minuten, in seinem vierten Fortuna-Jahr dann 16 Einsätze mit insgesamt 927 Minuten. Wenigstens sah seine letzte Spielzeit seine ersten beiden Pflichtspieltreffer, beim 1:1 in Dresden und zum 1:0-Endstand beim Saisonfinale gegen Aue. Dennoch eine Stagnation, die schließlich die Trennung zur Folge hatte. Auch, weil immer wieder Verletzunsprobleme dazwischenkamen.

Mit 23 Jahren verließ der zehnmalige U21-Nationalspieler Österreichs die Fortuna. Ohne richtig enttäuscht zu haben, aber auch ohne Krönung. Die erreichte er auch bei seiner folgenden Station beim Zweitliga-Nachbarn MSV Duisburg nicht, vor allem wegen gleich zwei Kreuzbandrissen. Nach zwei Jahren und nur neun Pfichtspielen sowie einem Jahr Vereinslosigkeit ging es in die Heimat, zu Admira/Wacker Mödling.

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Foto: dpa/David Inderlied

Doch Gartner zog es noch einmal zurück in den deutschen Westen. Im Juli 2021 heuerte er beim Regionalligisten Alemannia Aachen an, der mit ihm zu alter Größe zurückfinden wollte. Es blieb jedoch beim Versuch, den beide Seiten nach nur einem Jahr wieder beendeten. Nicht zuletzt seines Verletzungspechs wegen bekam Gartners Karriere nie die Kurve nach oben, die seinem Talent angemessen gewesen wäre.

Heute ist Gartner 29 Jahre alt, seine Teamkollegen heißen unter anderem Ognjen Jeftenic, Kilian Kretschmer oder Daniel Markl. Wer sie nicht kennt, muss sich nicht schamhaft verstecken: Sie spielen mit Gartner beim SV Kripfing in der drittklassigen Regionalliga Ost Österreichs. Dort ist der SVK aber immerhin Zweiter, nur zwei Punkte hinter TWL Elektra. Vielleicht sieht man Gartner ja bald zumindest in der zweiten Liga seines Heimatlands wieder.