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Fortuna Düsseldorf: Was Daniel Thioune vom Hamburger SV über F95 denkt

Vor Spitzenspiel in der Zweiten Liga : Was HSV-Trainer Thioune über Fortuna denkt

Der Hamburger SV ist als Hinrundenmeister recht konsequent auf Aufstiegskurs und steht in der Zweiten Liga an der Tabellenspitze. Am Dienstag kommt es zum Spitzenspiel gegen Fortuna. Was HSV-Trainer Daniel Thioune über den Kontrahenten denkt.

Daniel Thioune muss ein wenig schmunzeln. „Ich war auch überrascht, als der Florian Kastenmeier nach vorne gerannt ist“, sagt der Trainer des Hamburger SV. „So eine Nummer müssen wir jetzt natürlich mit einkalkulieren. Wenn sie es gegen uns wiederholen würden hieße das aber ja auch, dass wir bis dahin nicht alles falsch gemacht haben.“

„Wintermeister“ der 2. Bundesliga zu sein – dieses Gefühl ist den Verantwortlichen des Hamburger SV mittlerweile vertrauter, als ihnen lieb sein kann. Nach dem 4:2 bei Eintracht Braunschweig steht der sechsmalige deutsche Meister schon zum dritten Mal nach der Hälfte der Saison auf einem Aufstiegsplatz. Bislang ist er in der darauffolgenden Rückrunde aber auch jedes Mal wieder eingebrochen.

Ob der HSV 2021 deutlich stabiler als seine beiden Vorgängerteams ist, lässt sich vermutlich schon am Dienstag (20.30 Uhr bei uns im Liveticker) gut beobachten: Dann geht es im Spitzenspiel bei Fortuna gegen den Verfolger, der von allen Rivalen den besten Lauf und wohl auch die größte individuelle Qualität hat. Thioune sagt: „Fortuna wird bis zum Ende jetzt da oben mit dabeibleiben. Sie haben sich als Mannschaft gefunden und spielen das sehr ordentlich. Nach einem unglücklichen Saisonstart sind sie jetzt gefestigt.“

Die Momentaufnahme interessiert ihn dabei weniger. „Das mit dem Hinrunden-Meister spielt keine Rolle für uns, weil wir nichts dafür bekommen“, sagt  Thioune am Sonntag. Dabei war sein HSV neben Holstein Kiel (2:0 bei Darmstadt 98) der einzige Spitzenklub, der die erste Saisonhälfte mit einem Sieg abschloss. Der Vorsprung auf Fortuna Düsseldorf (3:3 gegen Greuther Fürth) und den Tabellenzweiten VfL Bochum (1:1 beim SV Sandhausen) wuchs dagegen am Wochenende auf fünf und drei Punkte an.

Wie entschlossen die Hamburger in Braunschweig einen 0:2-Rückstand aufholten und wie geräuschlos sie bereits im Spätherbst eine Krise von fünf Spielen ohne Sieg überstanden, zeigt: Der HSV hat sich mittlerweile eine Widerstandsfähigkeit angeeignet, die ihm 2019 und 2020 noch abging. Am Samstag brauchte er im Eintracht-Stadion weniger als 20 Minuten, um die beiden Gegentore von Felix Kroos (9.) und Marcel Bär (42.) mit vier eigenen Treffern durch David Kinsombi (45.+2/65.), Simon Terodde (51.) und Aaron Hunt (59.) zu kontern.

„Die Konkurrenz hat vielleicht schon gedacht, dass wir heute Punkte liegen lassen. Aber auch ein 0:2-Rückstand kann uns nicht das Genick brechen“, sagte Abwehrspieler Toni Leistner hinterher. „Wir haben eine gewisse Mentalität in der Mannschaft, so dass ich immer guter Dinge bin, dass wir solche Spiele noch drehen können.“

Hinzu kommt: Wenn Plan A nicht aufgeht, gibt es in Hamburg mittlerweile einen Plan B, C oder D. In Braunschweig änderte Thioune schon nach 35 Minuten seine Taktik und wechselte zur Halbzeit mit Hunt und Amadou Onana noch zwei entscheidende Spieler ein.

Auf veränderte Spielsituationen kaum reagiert zu haben, war einer der Hauptkritikpunkte an der Arbeit seines Vorgängers Dieter Hecking. Thioune musste in den vergangenen Monaten eher gebremst werden, nicht zu häufig zu viel umzustellen. Auch wenn er anders als sein nächster Gegner Uwe Rösler bislang noch nie auf die (erfolgreiche) Idee kam, den eigenen Torwart bei einem Rückstand schon mehrere Minuten vor Schluss in den gegnerischen Strafraum zu schicken. So geschehen beim späten Unentschieden der Düsseldorfer am Freitag gegen Fürth.

Es gibt in Hamburg allerdings auch Entwicklungen, die an die großen Dramen der vergangenen Jahre erinnern: die Pomadigkeit der ersten Hälfte in Braunschweig. Vor allem aber die wieder einmal große Unruhe in den Führungsgremien des Vereins. In einer Woche, in der der HSV neun Tore in nur zwei Spielen schoss und seinen Vorsprung auf den Relegationsplatz von einem auf vier Punkte vergrößerte, wurde rund um den Club vor allem über Streit zwischen Präsident Marcell Jansen und zwei seiner Stellvertreter gesprochen. Die größte Gefahr für das Aufstiegsziel des HSV ist wohl immer noch der HSV selbst.

(gic/mit dpa)