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Fortuna Düsseldorf: Warum die Spieler von F95 trotz Lockdown so gut frisiert sind

Promi-Friseur verrät : So läuft das mit den Fortuna-Frisuren

Trotz Schließung der Friseurläden haben die allermeisten Fußball-Profis nach wie vor die Haare akkurat frisiert. Nun hat sich der Branchenverband der Friseure über die Kicker beim DFB beschwert. Auch bei vielen Fortuna-Profis ist von Wildwuchs auf dem Schopfe nichts zu sehen. Warum?

Fußballer sind einerseits Sportler. Andererseits arbeiten sie auch in der Unterhaltungsindustrie. Letzteres führt offenbar dazu, dass sie viel Wert aufs Erscheinungsbild legen. Da auf dem Platz (noch) Einheitskleidung vorgeschrieben ist, profilieren sich viele von ihnen in Sachen Individualität über ihre Frisuren. Das ist auch bei Fortuna Düsseldorf nicht anders. Thomas Pledl zum Beispiel ist auf dem Rasen vielleicht nicht der größte Virtuose, in Sachen Kreativität auf dem Schopfe macht ihm so schnell aber keiner was vor.

Nun ist allerdings Corona. Und bedingt durch den abermaligen Lockdown sind zumindest offiziell auch alle Friseurläden im Lande geschlossen. Wie kann es da sein, dass trotzdem viele Fußball-Profis Spieltag für Spieltag so akkurat geschnittene Frisuren über den Rasen tragen können? Der „Zentralverband Friseurhandwerk" ist darüber alarmiert. In einem Offenen Brief an DFB-Präsident Fritz Keller bemängeln Deutschlands Friseure die fehlende Vorbildfunktion des Fußballs in der Haarfrage.

Was zunächst lustig klingt, ist für viele Salons im Land eine Frage der Existenz. Rund 80.000 Geschäfte in dem Handwerk seien aktuell geschlossen. An die Regeln halten sich offenbar aber nicht alle – viele Fußballer, so der Vorwurf, würden sich „schwarz" die Haare schneiden lassen.

Und bei Fortuna? Ganz offensichtlich sind auch beim Zweitligisten einige Fälle dabei, die zumindest nahelegen, dass der letzte Haarschnitt nicht älter als drei Tage ist. Fortuna selbst will dazu mit Verweis auf die Privatsphäre der Spieler nichts sagen.

Dafür redet nun einer, zudem viele Spieler sonst kommen. Melih Benderlioglu spielt als Friseur in der Champions League – in seinem Laden gehen Fußballer in normalen Zeiten ein und aus. Etliche Akteure von Zweitligist Fortuna lassen sich bei ihm gewöhnlich stylen, aber auch andere Profis von Bayer Leverkusen, Eintracht Frankfurt und dem VfB Stuttgart zählen zum festen Kundenstamm.

„Ich denke, momentan gibt es wichtigere Probleme, Haare schneiden ist erstmal zweitrangig. Und das sage ich als jemand, dessen Existenz von den Einschränkungen massiv bedroht ist. Ich halte mich an die Regeln“, sagt Benderlioglu, der erst im vergangenen März seinen eigenen Laden eröffnet hat. „Ich habe auch Anfragen von Menschen bekommen, die einen anderen Weg gesucht haben. Das gibt es aber bei mir nicht und das mache ich auch nicht mit. Wer mich wirklich unterstützen will, der kommt als Kunde wieder in meinen Laden, wenn es erlaubt ist. Wir machen das ja nicht alle zum Spaß, sondern um gemeinsam das Virus zu besiegen.“

Und doch hält er natürlich Kontakt zu seinen Spielern. Und weiß auch, warum bei einigen die Frisur so gut sitzt. „Ich habe einigen in Videokonferenzen schon ganz nützliche Tipps gegeben, wie sie selbst auch etwas machen können. Einige haben auch total talentierte Partnerinnen, die sie unterstützen“, erzählt er.

Natürlich kann er aber auch nicht ausschließen, dass einige den Weg zu einem Kollegen suchen.