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Fortuna Düsseldorf: Warum der Zweitligist F95 dabei hilft, die Clubs in der Stadt am Rhein zu retten

Zweitligist beteiligt sich an Aktionen : Warum Fortuna hilft, die Musikclubs zu retten

Mit Online-Versteigerungen von Gitarren aus Holz sollen die durch die Pandemie in Not geratenen Musikclubs im ganzen Bundesgebiet unterstützt werden. Zweitligist Fortuna setzt sich nun für den Ratinger Hof ein und holt auch Partner mit ins Boot.

Einige der durch die Corona-Pandemie arg gebeutelten Musikclubs erhalten Unterstützung von unerwarteter Seite. So setzt sich die Fortuna für den Ratinger Hof ein. Wie, das hat eine Geschichte. Sie beginnt in der Hauptstadt Berlin. „Alex Molter baute Kunstwerke in Gitarrenform mit einem Band-Logo und bat die Bands ‚ihre‘ Gitarre zu unterschreiben“, erläutert Michael Beckmann. „Diese signierten Gitarren spenden die Bands einem Club ihrer Wahl, der das Kunstobjekt versteigern kann. Die Erlöse dieser Aktionen gehen zu 100 Prozent an die Clubs.“ Beckmann ist Musiker und Filmkomponist. Er hat u.a. die Musik zu „Fack ju Göhte“ komponiert. Derzeit kümmert er sich darum, die Aktion „Rettet die Clubs“ bundesweit bekannt zu machen. „Ich habe die Zeit dazu, weil mir wegen Corona ein paar Filmjobs weg geplatzt sind“, verrät Beckmann.

Wie kommt die Düsseldorfer Fortuna ins Spiel? Den Kickern hat man einiges nachgesagt. Von Karnevalsverein über Gurkentruppe und „Diva vom Rhein“ war schon alles dabei, aber eine Qualifikation als Musikband haben die Rot-Weißen noch nicht nachgewiesen. „Für mich ist Fußball Teil der Popkultur, wenn es der richtige Club ist“, verrät Beckmann. „Nicht nur von den Fan-Gesängen her, sondern auch wie nah die Fußballer mit Bands und Musik verbunden sind.“

Und näher als die Fortunen und die „Toten Hosen“ kann man sich kaum sein. Hosen-Frontmann Campino trägt bei Konzerten gerne Fortuna-Trikots und die Band war bereits Trikot- und Spielersponsor für die Fortuna und präsentierte 2019 unter dem Motto „Alles aus Liebe“ noch ein Fortuna-Sondertrikot, dass die Fortunen im Heimspiel gegen den FC Bayern München trugen. In Düsseldorf sind Fußball und Rock‘n Roll bzw. Punk eng verzahnt.

Also warum sollte man keinen Fußball-Verein in die Aktion „Rettet die Clubs“ einbinden? Und warum nicht als bundesweit ersten Fußball-Verein die Fortuna? Da traf es sich gut, dass Beckmann die Hosen und auch Fortuna-Stadion-DJ Marcus „Opa“ Haefs seit langem kennt. Die Verbindung zum Kultclub war schnell hergestellt und die Zusage der Fortuna, die anderen Clubs zu retten, kam schnell. „Opa ist auf uns zugekommen und aus der Historie des Vereins und der engen Verbundenheit zu den ‚Toten Hosen‘ und der Idee, dass Clubs Clubs retten, war es keine Frage, dass die Fortuna dabei ist“, erklärt Fortuna-Marketingvorstand Christian Koke.

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Also wurde dem Zweitligisten jetzt die rot-weiße Gitarre überreicht. „Das ist etwas Besonderes“, sagt Beckmann. „Normalerweise sind die Kunst-Gitarren rot-schwarz. Für die Fortuna haben wir extra eine rot-weiße gebaut.“

Auf der Gitarre werden sich so einige Fortuna-Größen verewigen und auch die Unterschriften von Campino und Kuddel sollen drauf kommen. Demnächst wird das rot-weiße Schmuckstück den neuen Betreibern des Ratinger Hofes überreicht. Im Ratinger Hof haben Campino und Kuddel, damals als Bandmitglieder des „Zentralkomitee Stadtmitte, besser als „ZK“ bekannt, ihre ersten musikalischen Gehversuche gemacht.

Als einer der ersten nahm Fortuna-Kultkicker Axel Bellinghausen den Stift in die Hand und setzte seinen Namenszug auf die Gitarre. „Ich bin nicht so oft in Tanzclubs. Mich will auch keiner tanzen sehen“, gesteht Bellinghausen. „aber Gastronomie und Sport sind beides Bereiche, die von der Pandemie stark gebeutelt wurden. Da ist es selbstverständlich, dass man sich gegenseitig unter die Arme greift. Zumal man oft das gleiche Publikum habe.