Fortuna Düsseldorf: Vorarbeiter Kujovic, Torschütze Hennings

Fortuna Düsseldorf: Vorarbeiter Kujovic, Torschütze Hennings

Rouwen Hennings stand am Sonntag nur knapp 20 Minuten auf dem Platz. Die Zeit reichte dem Stürmer, um Fortuna Düsseldorf in Sandhausen an die Tabellenspitze zu schießen. Emir Kujovic wartet dagegen weiter auf sein erstes Tor im Fortuna-Trikot.

Als die Aufstellung etwa 30 Minuten vor dem Spiel veröffentlicht wurde, rieben sich viele Fans verwundert die Augen: Rouwen Hennings, Stürmer Nummer eins in der Hackordnung von Fortuna Düsseldorf, musste sich im Spitzenspiel beim SV Sandhausen erst einmal mit einem Bankplatz begnügen. Emir Kujovic kam in der Doppelspitze mit Ihlas Bebou zu seinem vierten Einsatz in dieser Saison, dem zweiten von Beginn an.

Das hatte taktische Gründe, erklärte Funkel schon vor dem Anpfiff am "Sky"-Mikrofon seinen Schachzug: "Sandhausen ist im Abwehrzentrum körperlich sehr robust, also habe ich mich für den robusteren Angreifer entschieden. Es war keine Entscheidung gegen Hennings", betonte der Coach. Nur ging der Plan in Halbzeit eins nicht auf.

"So ein 'Lucky Punch' ist natürlich geil"

Bis zur 30. Minute hatte Kujovic gerade einmal fünf Ballkontakte, Bebou sieben. "In den ersten 30 Minuten haben wir überhaupt nicht gut gespielt und keinen Zugriff auf die Partie bekommen", sagte Funkel. In der Pause lagen die Düsseldorfer 0:1 zurück. Nur einmal waren sie bis dahin halbwegs gefährlich vor das Tor der Gastgeber gekommen, doch Kujovic vergab einen Kopfball aus fünf Metern.

"In der Halbzeitpause haben wir uns eine Menge vorgenommen, wir wussten ja, dass wir auch Tore schießen können. Dass am Ende dann noch so ein 'Lucky Punch' kam, ist natürlich geil", sagte Marcel Sobottka. Funkel reagierte bereits nach 45 Minuten: Davor Lovren kam für den indisponierten Lukas Schmitz, um für mehr Tempo zu sorgen.

"Das Gefühl kostet man gerne aus"

Fortuna arbeitete sich ins Spiel zurück, glich durch Bebou aus und Funkel legte nach. Mit Hennings brachte er nach 75 Minuten den dritten Stürmer für Florian Neuhaus. Und er bewies damit ein goldenes Händchen — wie schon in der ersten Pokalrunde in Bielefeld. Auf der Alm kam Hennings rein und erzielte innerhalb von kürzester Zeit zwei Treffer, die das Weiterkommen sicherten.

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Nun hatte Kujovic die Innenverteidiger Tim Kister und Tim Knipping vor allem im zweiten Durchgang pausenlos bearbeitet. Und Hennings hätte das fast schon nach 80 Minuten genutzt, als er mit einem Schuss an Sandhausens Torwart Marcel Schuhen scheiterte. In der 90. Minute entwischte er Kister dann — und traf mit dem linken Fuß ins rechte Eck. Unsere Leser wählten Hennings mit 60 Prozent der Stimmen bereits zum zweiten Mal in dieser Saison zum "Spieler des Spiels". Für die Fortunen war es das vierte Jokertor in fünf Begegnungen.

Ein langer Ball von Hoffmann führt zum Tor

"Raphael Wolf hat uns mit mindestens einer Glanzparade im Spiel gehalten und dann kommt Rouwen rein und macht wieder sein Tor", sagte Verteidiger Niko Gießelmann. Funkel freute sich über seine Personalentscheidung: "Wir wollten mehr, darum haben wir mit Rouwen einen weiteren Stürmer gebracht, der richtig heiß war und direkt Betrieb gemacht hat."

Der lange Ball, der zum Tor führte, kam von André Hoffmann: "Ich dachte mir: versuch's einfach. Wenn einer was mit diesem Ball anfangen kann, dann ist es Rouwen", sagte der Innenverteidiger. Funkel witzelte: "Von hundert Pässen kommt dann eben auch mal einer von André an."

Fortuna setzte sich durch das Last-Minute-Tor an die Spitze der 2. Bundesliga. Und wie reagierte Hennings? Er blieb bescheiden: "Als Offensivspieler ist es natürlich schon förderlich, wenn du in eine Mannschaft hineinkommst, die einen Lauf hat und nach vorne spielt."

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(jado)