Fortuna Düsseldorf: Vier Säulen einer intakten Mannschaft

Hierarchie im Kader : Vier Säulen einer intakten Fortuna-Mannschaft

Trainer Friedhelm Funkel hebt vor dem Saisonfinale beim 1. FC Nürnberg (Sonntag, 15.30 Uhr) die Ausgeglichenheit seines Teams hervor. Aber jede Fußballtruppe braucht Führungsspieler.

Wenn Friedhelm Funkel über die anstehende Saison in der Fußball-Bundesliga spricht, betont er zweierlei. Erstens, dass der Aufstiegskader auch das Gerüst der Erstliga-Mannschaft bilden soll. Und zweitens, dass der außerordentliche Teamgeist, der den Verein ins Oberhaus getragen hat, auch Grundstein für den Kampf um den Klassenerhalt sein muss. Tenor: Ohne überragenden Zusammenhalt wird es unmöglich, zu bestehen. Auch am Sonntag (15.30 Uhr) im letzten Saisonspiel beim 1. FC Nürnberg, in dem die Düsseldorfer bei einem Sieg die Zweitliga-Meisterschaft errängen.

Funkel hat immer wieder hervorgehoben, wie ausgeglichen sein Kader sei, wie gut er auch außerhalb des Platzes harmoniere und dass niemand Starallüren auslebe. Dennoch hatte natürlich auch Fortuna – wie jede Fußballmannschaft – eine Hierarchie im Kader. In jedem Mannschaftsteil gab es mindestens eine Figur, die neben Kapitän Oliver Fink herausragende Bedeutung für das Teamgefüge hatte und an der sich die Mitspieler aufrichten konnten:

Raphael Wolf Im vergangenen Sommer war es eigentlich eine ausgemachte Sache: Raphael Wolf wird den Großteil der Saison mit dem Hosenboden auf der Ersatzbank verbringen. Doch gerade bei Torhütern kann sich die Rollenverteilung ganz schnell ändern. Für Wolf war es der 19. August 2017, an dem die Spielzeit eine unerwartete Wendung nehmen sollte. Stammtorhüter Michael Rensing brach sich vor dem Spiel gegen den 1. FC Kaiserslautern eine Rippe. Wolf rückte ins erste Glied. Dass Rensings Verletzung sich schließlich als so kompliziert darstellte, dass er erst im April wieder in den Kader zurückkehren konnte, fiel deshalb nicht schwer ins Gewicht, weil Wolf bärenstark hielt. Allein drei gehaltene Elfmeter zeugen von einem Rückhalt, der diesen Namen auch verdient hat. Wolf strahlte Sicherheit aus – bis auf eine kurze Phase in der Rückrunde, als der 29-Jährige abseits des Platzes mit einem Wechsel zum Hamburger SV kokettierte. Doch spätestens nach seiner Vertragsverlängerung bis 2021 war auf den gebürtigen Münchner wieder Verlass.

Kaan Ayhan Wenn der 23-Jährige spielberechtigt war, stand er auch in der Startelf. Ayhan war der unumstrittene Abwehrchef von Friedhelm Funkel – und wird es auch in der ersten Liga bleiben. Vier Mal musste der türkische Nationalspieler in Liga und Pokal zuschauen. Das hat einen einfachen Grund: Ayhan spielt immer am Limit der gesunden Aggressivität. Das macht seine Klasse aus, ist aber auch immer eine Gratwanderung. So musste er nach der fünften Gelben Karte sowie insgesamt drei Mal nach Gelb-Roten Karten aussetzen. Doch genau dieses harte Auftreten macht ihn auch zum Leader, an dessen Seite der zweite Innenverteidiger die nötige Sicherheit bekommt. Insbesondere im Zusammenspiel mit Andre Hoffmann war die Zentrale in der Abwehr über weite Strecken der Saison ein Prunkstück.

Marcel Sobottka Die Kapitänsbinde trägt Oliver Fink. Doch der Mann im Maschinenraum ist Marcel Sobottka. Er regelt die Zentrale vor der Abwehr. Der – wie Ayhan – gebürtige Gelsenkirchener überzeugt mit klugem Stellungsspiel, wichtigen Balleroberungen und präzisen Pässen im Aufbauspiel. Zudem erzielte Sobottka auch vier Treffer. Wie wichtig der 24-Jährige für das Spiel der Düsseldorfer ist, lässt sich am besten an den Ergebnissen ablesen. Als Sobottka gegen Dresden und Regensburg ausfiel, verlor Fortuna. Und als er gegen Ende der Rückrunde in ein kleines Leistungsloch fiel, punktete sein Team gegen Darmstadt, Bochum und Heidenheim nicht mehr.

Rouwen Hennings Jedes erfolgreiche Team braucht einen erfolgreichen Torjäger. Bei Fortuna trägt dieser Mann die Nummer 28 und heißt Rouwen Hennings. In 32 Spielen traf die Sturmspitze 13 mal. Sieben weitere Tore bereitete er vor. Bezeichnend war, dass der 30-Jährige nicht etwa an den Toren zur Ergebniskosmetik beteiligt war, sondern meist in wichtigen Situationen die Führung oder den Ausgleich erzielte. Das Beste hob sich der Angreifer natürlich für den Schluss auf: Sein Tor zum 2:1 in der 90. Minute bei Dynamo Dresden bedeutete den Aufstieg – und setzte seiner starken Saison die Krone auf.

(erer)
Mehr von RP ONLINE