Fortuna Düsseldorf verteidigt Kaan Ayhan und Kenan Karaman nach Militärgruß

Nach Militärgruß in der Türkei : Fortuna verteidigt Ayhan und Karaman

Fortuna hat sich schützend vor ihre Spieler Kaan Ayhan und Kenan Karaman gestellt. Beide hatten nach dem Nationalmannschaftsspiel mit der Türkei gegen Albanien wie ihre Teamkollegen einen Militärgruß gezeigt.

In einer Stellungnahme hat Fortuna Düsseldorf ihre beiden türkischen Nationalspieler verteidigt. „Wir kennen Kaan Ayhan und Kenan Karaman seit langer Zeit“, sagte Sportvorstand Lutz Pfannenstiel, „wir sind davon überzeugt, dass ihnen nichts ferner lag, als ein politisches Statement abzugeben. Beide Spieler stehen für die Werte, die unser Verein lebt.“

Im Rahmen des Länderspiels zwischen der Türkei und Albanien waren Fotos verbreitet worden, auf denen die türkischen Nationalspieler, darunter auch die beiden Fortuna-Profis Kaan Ayhan und Kenan Karaman, einen militärischen Gruß zeigten. Die Aktion nahm Bezug auf die derzeitige Militäroffensive der Türkei in Nordsyrien.

Fortuna erklärte: „Sportvorstand Lutz Pfannenstiel hat umgehend das Gespräch mit den Spielern Kaan Ayhan und Kenan Karaman gesucht und die Position des Vereins deutlich gemacht. Beide Akteure versicherten, dass es sich lediglich um eine Solidaritätsbekundung für Soldaten und ihre Angehörigen handelte, verbunden mit dem Wunsch, dass sie wieder gesund zu ihren Familien zurückkehren können.“

Weiter heißt es: „Fortuna Düsseldorf distanziert sich in aller Deutlichkeit von jeglicher vermeintlich politisch motivierter Handlung, die gegen die Werte des Vereins verstößt. Der Verein verhält sich satzungsgemäß weltanschaulich, politisch, rassisch und religiös neutral und steht in allen Belangen auf demokratischer Grundlage. Er tritt rassistischen, verfassungs- und fremdenfeindlichen Bestrebungen sowie diskriminierenden oder menschenverachtenden Verhaltensweisen aktiv entgegen.“

Im Internet gibt es teils sehr harsche Kritik an der Aktion. Viele Fortuna-Fans zeigen sich enttäuscht von Ayhan und Karaman.

Unterdessen prüft die Europäische Fußball-Union (Uefa) den Sachverhalt. Das bestätigte ein Uefa-Sprecher der italienischen Nachrichtenagentur Ansa. „Ich habe die Geste, die zweifellos als Provokation gedeutet werden kann, nicht gesehen", sagte der Uefa-Pressechef Philip Townsend: „Politische Äußerungen sind in den Regularien aber verboten. Deshalb werden wir dem Verdacht definitiv nachgehen."

Nach dem Sieg am Freitag, den der gebürtige Wetzlarer Cenk Tosun mit seinem Treffer in der 90. Minute ermöglicht hatte, postete der türkische Verband ein Bild auf Instagram. Darauf sind die Spieler zu sehen, wie sie in der Kabine einen Militärgruß vollziehen „und den Sieg den tapferen Soldaten und Märtyrern widmen", wie unter dem Bild geschrieben steht.

Mehr von RP ONLINE