Fortuna Düsseldorf verpatzt die Saisoneröffnung

Niederlage gegen Charleroi : Fortuna verpatzt die Saisoneröffnung

Vor 3000 Zuschauern im Paul-Janes-Stadion verliert der Zweitligist das Testspiel gegen den belgischen Erstligisten Sporting Charleroi 0:2. Vor allem in der ersten Hälfte enttäuschen die Düsseldorfer.

Testspiele sind dazu da, Erkenntnisse für die bevorstehende Saison zu erbringen. So gesehen erfüllte die 0:2-Niederlage Fortunas gegen Sporting Charleroi ihren Zweck: Die sportliche Leitung des Zweitligisten konnte recht deutlich sehen, dass das 4-4-2-System der ersten 45 Minuten schlechter funktionierte als das spätere 3-5-2.

Neun Tage vor dem Zweitliga-Start gegen Eintracht Braunschweig probierte es Trainer Friedhelm Funkel zu Beginn mit einer Vierer-Abwehrkette. So rückte der äußerst flexible Zugang Niko Gießelmann, zuletzt meist als Teil einer Dreierkette eingesetzt, auf die linke offensive Außenbahn. Havard Nielsen, in der vergangenen Woche vom Bundesligisten SC Freiburg gekommen, bildete wie schon im Test gegen Brünn (1:0) eine Doppelspitze mit Rouwen Hennings.

In der ersten Spielhälfte war jedoch eher die Defensive der Gastgeber gefragt. Die Belgier spielten frech nach vorn und gingen folgerichtig in Führung, wobei Dodi Lukebakios Fallrückzieher sogar die Düsseldorfer Fans zu Applaus anregte. Es blieb jedoch beinahe die einzige Beifallskundgebung in einer ersten Hälfte, die aus Fortuna-Sicht gänzlich missraten war. Fast nichts ging zusammen, wobei insbesondere der schwarze Tag des zentralen Blocks ins Auge stach: Die defensiven Mittelfeldspieler Adam Bodzek und Marcel Sobottka, in der Vorbereitung bislang sehr stark, fanden ebenso wenig in die Partie wie die Innenverteidiger Kaan Ayhan und André Hoffmann. Sie alle hatten große Probleme mit den bulligen und doch schnellen Angreifern Charlerois — Lukebakio und Chris Bedia, der nur sechs Minuten nach dem ersten Treffer das 0:2 folgen ließ, wirbelten die müde wirkenden Düsseldorfer ordentlich durcheinander.

Da auch von den Außenverteidigern Julian Schauerte und Lukas Schmitz wenig Erhellendes kam, fielen die ersten 45 Minuten der Saisoneröffnung ernüchternd aus. Ausgerechnet zu dem Zeitpunkt, da mit 3000 Zuschauern die größte Kulisse der Vorbereitung zusammenkam und alle wegen des vorangegangenen Familientags und der folgenden Fanparty bestens gelaunt ihre Plätze eingenommen hatten, traten die Profis als Stimmungskiller auf.

Kein Wunder nach den Problemen im Defensivverbund, dass Funkel nach der Pause auf eine Dreierkette umstellte, in der Fortuna zurzeit einfach gefestigter wirkt. Richtig ins Rollen kam sie zwar auch in dieser Formation nicht, die großen Pannen wurden aber seltener. Nach rund einer Stunde durfte sich dann sogar Emir Kujovic zeigen, der erst tags zuvor seine erste Trainingseinheit mit den neuen Kollegen absolviert hatte. Der schwedische Nationalstürmer kam für Nielsen, der freilich in einem blassen Fortuna-Team zu den Besseren gehört hatte, und hatte trotz Trainingsrückstands gute Szenen.

Kuriosum am Rande: 20 Minuten vor dem Ende sah Fallrückzieher-Artist Lukebakio Gelb-Rot, eine Seltenheit in einem Freundschaftsspiel. Nach seiner rüden Attacke gegen Lukas Schmitz war die Strafe allerdings vollauf verdient.

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(jol)
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