Fortunas Trainer Uwe Rösler „Enges Rennen bis zum letzten Spieltag“

Update | Düsseldorf · Uwe Rösler kann sich gut vorstellen, dass die Saison für Fortuna noch in die Verlängerung geht – die Entscheidung dazu wird laut seiner Prognose erst ganz am Ende fallen. Wie er die Schlüsselszenen gegen Paderborn einordnet. Was er mit Florian Hartherz und Emmanuel Iyoha bespricht.

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Foto: imago images/Jan Huebner/Harald Bremes via www.imago-images.de

Es war der Aufreger beim Spiel gegen den SC Paderborn. In der 71. Minute legt sich der Paderborner Kai Pröger zum Freistoß zurecht. Fortunas Schlussmann Florian Kastenmeier postiert vier Mitspieler in die Mauer, einen weniger als normal vorgesehen. Beim Schuss dreht sich auch noch Marcel Sobottka nach innen weg, wodurch offensichtlich wird, dass der Block besser einen Meter weiter links hätte postiert werden sollen. Der Ball geht rein, 1:1 – nicht einmal zwei Minuten später fällt das entscheidende 2:1 für die Ostwestfalen.

Cheftrainer Uwe Rösler hatte direkt nach der Partie gesagt: „Du darfst in so einem Spiel eine Führung nicht durch eine Mauer, die nicht optimal steht, weggeben. Das darf nicht passieren.“ Und an anderer Stelle sagt er: „Ich mache niemandem einen Vorwurf. Wir gewinnen zusammen und wir verlieren zusammen. Aber aus meiner Sicht stand die Mauer falsch.“

Dann aber fügt er noch an, er wolle das Gespräch mit Kastenmeier suchen, um sich seine Sicht der Dinge schildern zu lassen.

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Foto: dpa/Marius Becker

Hat er mittlerweile das Gespräch mit Kastenmeier schon gesucht? Rösler sagt: „Eine Mauer liegt nicht nur in der Verantwortlichkeit des Torhüters. Der Torwart stellt sie, aber ein Spieler in der Mauer richtet sie, da gibt es Verhaltensweisen, wie man springt, wie man sich anschießen lässt, da hat unser Verhalten im Kollektiv nicht gestimmt. Das ist nicht das Fehlverhalten eines einzelnen Spielers.“

Zweites Rätsel in diesem Spiel: Warum hatte er sich für einen Doppel-Wechsel in der 65. Minute entschieden – in Leonardo Koutris und Kris Peterson (dafür kamen Florian Hartherz und Emmanuel Iyoha) tauschte er die komplette linke Seite aus.

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Foto: Christof Wolff

Rösler erklärt: „Ich war mir nicht sicher, ob Leo drei Spiele in sieben Tagen nach so einer langen Pause schafft. Kris Peterson hatte auch drei Spiele gemacht, hat unglaublich viel investiert. Ich wollte mit zwei frischen Spielern diese Seite zumachen. Das war der Gedanke dahinter. Ich wollte nicht in einer Spielphase, wo es um die letzten 20 Minuten ging, einen Innenverteidiger rausziehen, dann den rechten Innenverteidiger auf die linke Innenverteidigerposition schieben, dann hätte ich drei Wechsel gemacht wegen einem. Das wollte ich nicht.“

Sein Plan ging nicht so recht auf. Was auch daran liegt, dass Florian Hartherz zurzeit bei Fortuna nicht über das Selbstvertrauen verfügt, um sein Leistungsvermögen auszuspielen. „Ich werde mit dem Flo auch darüber reden“, sagt Rösler. „Aber um es ausdrücklich zu sagen: Ich mache ihn für nichts verantwortlich. Ich habe auch schon mit Emma gesprochen. Es geht einzig und allein darum, dass wir es beim nächsten Mal besser machen. Wir haben noch vier Spiele, vielleicht sogar noch mehr, das weiß man nicht. Dann müssen wir auf jeden Fall auch, wenn wir unter Druck stehen, nach hinten raus sicher stehen.“

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Foto: dpa/Daniel Karmann

Den Aufstieg hat Rösler also noch nicht abgehakt, sondern macht sich über eine mögliche Relegation Gedanken. „Ich habe ja schon vor Monaten prognostiziert, dass es bis zum letzten Spieltag ein enges Rennen in der Zweiten Liga geben wird“, sagt der 52-Jährige. „Das hat auch ein wenig was mit der Geschichte der einzelnen Teams zu tun. Man sieht ja gerade, wie schwer sich der Hamburger SV tut.“