1. Sport
  2. Fußball
  3. Fortuna

Fortuna Düsseldorf unterliegt völlig überraschend 1:2 bei den Würzburger Kickers

1:2 bei den Würzburger Kickers : Fortuna blamiert sich beim Schlusslicht

Neun Ligaspiele in Folge hatte Fortuna Düsseldorf nicht mehr verloren. Beim Tabellenletzten Würzburger Kickers erwischte es die Truppe von Uwe Rösler jetzt wieder. Das 1:2 nach ganz schwacher Leistung bedeutet einen schweren Rückschlag im Aufstiegskampf.

Spiele beim Tabellenletzten bergen immer eine besondere Gefahr. Als Favorit kann man sich für die breite Öffentlichkeit eigentlich nur blamieren – obwohl in dieser 2. Bundesliga tatsächlich jeder jeden schlagen kann. Die Würzburger Kickers traten den Beweis an, indem sie eine völlig indisponierte Düsseldorfer Fortuna mit 2:1 bezwangen. Der Sieg des Außenseiters war nicht einmal unverdient, da Fortuna zwar feldüberlegen war, aber viel zu wenig Ideen und Torgefahr entwickelte.

Ein wenig Rotation ist üblich zum Ende einer englischen Woche, und bei Fortuna hatte sie einen erfreulichen Hintergrund. Felix Klaus und Edgar Prib, die am Dienstag beim 0:0 gegen Spitzenreiter Hamburger SV wegen eines Magen-Darm-Infekts gefehlt hatten, meldeten sich wieder fit und kehrten so in die Startformation zurück. Ansonsten änderte Trainer Uwe Rösler nicht viel: Rouwen Hennings rotierte neben dem Duo wieder in die erste Elf, dafür erhielten die zuletzt arg strapazierten Alfredo Morales und Kenan Karaman sowie Kristoffer Peterson eine Pause.

Schon früh zeigte sich jedoch, dass der kaum bespielbare Untergrund an diesem Abend eine größere Rolle spielen sollte als jede personelle Überlegung. Schnelles Kurzpassspiel war auf dem holprigen Acker schlicht unmöglich, und darauf musste sich Fortuna erst einmal einstellen.

In der 25. Minute schien das geschafft: Nach einer Ecke von Thomas Pledl, der zuvor zwei Chancen vergeben hatte, legte Kevin Danso mit der Schulter für Hennings auf – 1:0 für den Favoriten. Doch ein kapitaler Fehler von Marcel Sobottka, der den Ball in der Vorwärtsbewegung verlor, brachte das Schlusslicht noch vor der Pause zurück in die Partie. Ridge Munsys Ausgleich hatte den Effekt einer Eisdusche.

Nun wurde es richtig schwierig für die Gäste. Was nutzte ihnen alle Dominanz, was nutzten ihnen die Serien von Eckbällen und Flanken, die in den Kickers-Strafraum segelten, gegen den dichten Abwehrriegel der Unterfranken? Fortuna fehlten wie schon beim 0:0 in Braunschweig einfach die Mittel, und dabei konnte der miserable Rasen nicht als hinreichende Entschuldigung herhalten.

Munsys zweiter Treffer nach einer guten Stunde machte das Düsseldorfer Desaster komplett. Warum Rösler in der Schlussphase dann als potentiellen Flankengeber von der linken Seite Florian Hartherz statt des offensivstärkeren Leonardo Koutris einwechselte, verstand auch nicht jeder Beobachter.

Am Ende brachte der schwarze Camouflage-Dress der Fortuna bei seinem vierten Pflichtspiel-Einsatz die vierte Niederlage – zuvor hatten die Düsseldorfer ihn in Hamburg, Kiel und im Pokal in Essen getragen. Doch auch die Trikots trugen natürlich nicht die Schuld, die musste sich der Bundesliga-Absteiger schon ganz allein anlasten. Zumal da es für die Kickers erst der zweite Heimsieg der Saison war. Nur zwei Punkte aus den drei Spielen der englischen Woche bedeuten jedenfalls einen ganz bitteren Rückschlag im Aufstiegskampf. Falls Fortuna in diesem noch eine ernstzunehmende Rolle spielen möchte, muss sie in den nächsten Wochen komplett anders auftreten als in Würzburg.