Fortuna Düsseldorf: Union Berlin kauft Fortuna den Schneid ab

Aggressivität beeindruckt Funkel-Elf: Union Berlin kauft Fortuna den Schneid ab

Bei der 1:3-Niederlage an der Alten Försterei lassen sich die Düsseldorfer von der Aggressivität der Gastgeber zu sehr beeindrucken. "Wir werden unsere Lehren daraus ziehen", sagt Trainer Friedhelm Funkel.

Katerstimmung herrschte schon nach der 1:3-Niederlage bei Union Berlin. Aber Aschermittwoch-Stimmung? Nein, so weit wollte Fortuna Düsseldorfs Trainer Friedhelm Funkel dann doch nicht gehen. "Warum sollten wir die denn haben?", fragte der 64-Jährige rhetorisch. "Die haben wir erst am Mittwoch, weil dann Karneval vorbei ist." Dennoch, so versicherte der Coach, sei er natürlich nicht hundertprozentig zufrieden mit der Vorstellung seiner Mannschaft. "Union hat sehr leidenschaftlich gespielt, bis an die Grenzen aggressiv", erklärte Funkel. "Vielleicht haben wir uns davon doch ein wenig zu sehr beeindrucken lassen."

Den Vorwurf, Fortuna habe womöglich nicht genug hineingeworfen in dieses intensive Kampfspiel an der Alten Försterei, wollte der Trainer so nicht gelten lassen: "Wir haben den Sieg auch gewollt, wir haben auch viel investiert. Aber es hat nicht gereicht, weil die Berliner noch aggressiver waren. Unsere zentralen Mittelfeldspieler Marcel Sobottka und Florian Neuhaus haben ungewöhnlich viele Bälle verloren, weil die Unioner sie oft mit großer Härte von hinten attackierten." Auch die übrigen Fortunen hätten zu oft den Ball abgegeben, "vor allem in der ersten Hälfte".

Nachvollziehbar, dass Funkel gerade die Szenen vor der Pause ansprach: In dieser Phase hätte sein Team durchaus die Möglichkeit gehabt, das Spiel entscheidend an sich zu reißen. Nach dem Führungstreffer von Neuhaus zum Beispiel, der den einzigen wirklich strukturierten Angriff der Gäste über den starken Kaan Ayhan und über Niko Gießelmann erfolgreich abschloss. Da wirkte Union nach ihren acht sieglosen Spielen in Folge angeschlagen, nervös und verwundbar — doch Fortuna setzte nicht nach. Im zweiten Durchgang passte dann fast nichts mehr, und der enttäuschende Spitzenreiter ging im Berliner Angriffs- und Grätschwirbel unter.

"Diese Niederlage war verdient"
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Bitter allerdings, dass der Wendepunkt der Partie auf das Konto eines Spielers ging, der ansonsten als einer der ganz Wenigen seine Normalform brachte. Adam Bodzek rutschte bei einer Abwehraktion aus, der Ball sprang ihm an den Arm — und den anschließenden Handelfmeter verwandelte Steven Skrzybski zum verdienten 1:1, nach dem alle Dämme brachen. War der Strafstoßpfiff Robert Hartmanns noch nachvollziehbar, so zählte die Gelbe Karte gegen Bodzek zu den vielen Fehlentscheidungen des äußerst schwachen Schiedsrichters.

Als Entschuldigung wollten die Düsseldorfer Hartmanns Darbietung jedoch nicht verstanden wissen. "Was Herr Hartmann gepfiffen hat, war das i-Tüpfelchen, aber deshalb haben wir nicht das Spiel verloren", sagte Funkel, der dabei unter anderem die Auflösungserscheinungen vor Sebastian Polters 2:1 im Blick hatte. "Wir werden unsere Lehren daraus ziehen und uns am kommenden Samstag gegen Fürth ganz anders präsentieren. Am Dienstag beginnt die Vorbereitung darauf. Am Montag dürfen und sollen die Jungs erst einmal Karneval feiern — das haben sie sich durch unsere starke Saison verdient." Gefeiert wird wie schon gewohnt auf Fortunas eigenem Rosenmontags-Wagen, auf dem neben einigen Spielern auch Mitglieder von Vorstand und Aufsichtsrat mitfahren.

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