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Fortuna Düsseldorf und Liga-Klubs sauer wegen Abstellungsregelung für Nationalspieler

Zweifel an Sinnhaftigkeit der Spiele : Fortuna unzufrieden mit Abstellungsregel für Nationalspieler

Die Vertreter der Bundesliga-Vereine sind verunsichert und uneins, ob sie ihre Profis für Länderspiele in Corona-Risikogebiete entsenden sollen. Dazu gehört auch Fortuna Düsseldorf. Vorstandschef Thomas Röttgermann zweifelt die Sinnhaftigkeit der Spiele an.

Ein Fußball-Jahr ist minutiös getaktet. Es ist zusammengefasst in einem sogenannten Rahmenterminkalender. Dort wird von oben nach unten eingetragen. Der Weltverband Fifa gibt Abstellungszyklen für Länderspiele bekannt, die Uefa (Europa) mischt in dem Geschäft auch noch mit und blockiert zusätzlich zur Champions League auch noch für die Nations League Termine. In normalen Zeiten sind die Klubs in den nationalen Verbände verpflichtet, Spieler für Partien der Nationalmannschaft abzustellen. Während der Corona-Pandemie wurde der Zwang zwar unter gewissen Umständen aufgehoben, doch damit haben sich die mächtigen Verbände eigentlich nur aus der Verantwortung gezogen. Viele Klubs in der Bundesliga sind sauer und fühlen sich alleinegelassen.

Fifa und Uefa haben entschieden, dass Klubs ihre Spieler nicht abstellen müssen, wenn am Ort des Vereins oder am Ort des Länderspiels eine zwingende Quarantäne von fünf Tagen oder eine Reisebeschränkung zu einem dieser Orte besteht. Abstellungspflicht besteht hingegen, wenn die Behörden den Mannschaften eine „spezifische Ausnahmebewilligung“ erteilt haben. Die Regelung gilt vorerst bis zum Jahresende, also für die Länderspielfenster im Oktober und November.

Die Vereine hätten auf diesen Ermessensspielraum lieber verzichtet und gerne noch viel deutlichere Vorgaben. Zum Beispiel, dass Spiele in Risikogebieten überhaupt nicht angepfiffen werden. Die Klubs wollen nicht in der Rolle des Spielverderbers vor ihren Angestellten stehen. Sie verweisen auf die bestehenden Regelungen. Es müssen durchgehend Corona-Tests nachgewiesen werden. Nach der Rückkehr eines Spielers von einer Länderspielreise darf er erst wieder mit dem Team trainieren, wenn es vor Ort eine Testung gegeben hat. Noch nicht klar: Wer kommt für den finanziellen Schaden auf, müsste ein Spieler nach einer Länderspielreise in Quarantäne und würde dadurch mehrere Ligaspiele verpassen?

Selbst Zweitligisten wie Fortuna Düsseldorf sind von solchen Fragen betroffen. Der Klub hat aktuell drei Nationalspieler unter Vertrag. Der Österreicher Kevin Danso (in den Kosovo) und der Türke Kenan Karaman (Istanbul/Moskau) reisen in Gebiete mit Reisewarnungen des Auswärtigen  Amtes.

„Das hat zur Folge, dass sie vor Rückkehr noch  bei ihren Nationalmannschaften oder falls dies nicht erfolgt, nach Rückkehr unmittelbar getestet werden. Sind die Tests negativ, können sie umgehend wieder in den Trainingsbetrieb integriert werden. Jamil Siebert wird für die U19 abgestellt, spielt aber nur in Deutschland“, erklärt Vorstandvorsitzender Thomas Röttgermann. „Wir stellen die Spieler ab, obwohl wir erhebliche Zweifel an der Sinnhaftigkeit dieser Spiele in der aktuellen, durch die Corona-Pandemie geprägten Zeit haben. Im übrigen würden wir auch zukünftig nur nach entsprechenden Gesprächen mit den Spielern ggf. Abstellungen verweigern. Gleichwohl werden wir unsere Auffassung umgehend, nachdrücklich und eindeutig bei den Verbänden und dabei insbesondere den internationalen Verbänden hinterlegen.”

Ob die Klubs damit Gehör finden, ist eine ganz andere Sache.