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Fortuna Düsseldorf und 1. FC Nürnberg - was sie eint und was sie trennt

Vor dem Duell am Samstag : Was Fortuna und den Club eint – und was beide trennt

Am Samstag um 18.30 Uhr treffen Fortuna und der 1. FC Nürnberg zu einem für den Abstiegskampf in der Bundesliga ganz wichtigen Spiel aufeinander. Beide sind Traditionsvereine – deshalb aber beileibe nicht deckungsgleich.

In der jüngeren Vergangenheit sind Fortuna und der 1. FC Nürnberg so oft aufeinandergetroffen, dass man schon auf den Gedanken kommen könnte, die beiden könnten ohne einander nicht leben. Und tatsächlich verbindet die Düsseldorfer und den „Club“ historisch so einiges – doch beileibe nicht alles. Ein Überblick.

Gemeinsamkeit 1: Staatsgeschichte. Historisch völlig unbelastet sind beide zu ihrem Leidwesen nicht: Während Nürnberg eines der wichtigsten Zentren der Nationalsozialisten war, feierte Fortuna ausgerechnet im Jahr von deren Machtergreifung ihre einzige deutsche Meisterschaft. Bitter gerade für einen Klub, der sich so nachhaltig gegen Fremdenhass und für Integration einsetzt wie Fortuna.

Gemeinsamkeit 2: Sportgeschichte. Beide gehören zu den traditionsreichsten Vereinen Deutschlands, der 1. FCN war sogar Rekordmeister, bis ihn die Bayern ablösten. Vor 57 Jahren standen sich Rheinländer und Mittelfranken im DFB-Pokalfinale gegenüber: Letztere siegten 2:1 nach Verlängerung. Wie für die Düsseldorfer gehört allerdings auch für die Nürnberger Anhänger die Enttäuschung untrennber zu ihrer Liebe zum Verein: Fortuna lernte sogar die Niederungen der Viertklassigkeit kennen, der „Club“ schaffte es 1969, als einziger deutscher Meister der Geschichte im Folgejahr abzusteigen.

Gemeinsamkeit 3: Ungeliebte Nachbarn. Zugegeben: München ist ein Stück weiter von Nürnberg entfernt als Köln von Düsseldorf. Und doch leiden „Club“ wie Fortuna seit Generationen darunter, dass die Klubs des ungeliebten Nachbarn in der breiten Öffentlichkeit oft einen Schatten auf sie werfen. Dass das auch damit zusammenhängt, dass die großen TV-Anstalten der jeweiligen Region in München und Köln sitzen, behaupten nur ganz böse Zungen.

Unterschied 1: Es kann nur einen geben. Es war ein Schlag ins Gesicht der Nürnberger Fans, als Fortuna sich im Mai ausgerechnet im Max-Morlock-Stadion die Zweitliga- Meisterschaft sicherte. Den Schwarz-Roten hätte ein Unentschieden gereicht, doch dann setzte Kaan Ayhan einen Last-Minute-Kopfball zum 2:3 ins Netz. Der fränkische Anhang hat das den Düsseldorfern bis heute nicht verziehen, und so behaupten in den sozialen Netzwerken noch immer manche „Clubberer“, sie seien der bessere Aufsteiger. Die Tabelle wird übrigens auch in Nürnberg veröffentlicht.

Unterschied 2: Der FC Schalke 04. In Nürnberg ist der Sprechchor „Schalke und der FCN“ noch immer sehr beliebt, denn die beiden Altmeister verbindet eine langjährige Fanfreundschaft. Nun ist Schalke für Fortuna-Fans zwar nicht gerade ein rotes, pardon, blaues Tuch, und es ist auch nicht so schlimm wie Köln oder Essen – gute Freunde sind die „Knappen“ deshalb aber auch nicht. Vor allem jetzt nicht, da Fortuna a) in der Tabelle über Schalke steht und sich b) schon auf die Revanche für die 1:4-Pokalpleite im Bundesligaspiel am Karnevalssamstag freut.

Unterschied 3: Niko Gießelmann. Fortunas Linksverteidiger ist zwar in Hannover geboren, aber ein Fürther im Herzen. Vier Jahre lang spielte der heute 27-Jährige für das „Kleeblatt“ im Ronhof – und wer das tut, der mag den vermeintlich großen Nachbarn Nürnberg nicht. Das ist Gesetz in Mittelfranken. Und so gibt es nicht wenige, die Fortunas Trainer Friedhelm Funkel raten, er möge Gießelmann die Mannschaftsbesprechung vor dem Spiel leiten lassen – für Emotionen wäre gesorgt.