Fortuna Düsseldorf: Umbau mit neuen Führungsstrukturen hat begonnen

Mit Robert Palikucas Wechsel nach Nürnberg : Fortuna beginnt Umbau ihrer Führungsstruktur

Robert Palikuca wird Sportvorstand beim 1. FC Nürnberg – ein Mosaikstein für die neue Struktur im Verein. Der Vorstandsvorsitzende Robert Schäfer verliert einen wichtigen Vertrauten im Sportsegment. Zudem wird ein Marketingvorstand kommen.

Die Nachricht platzte mitten in den Jubel über den 2:1-Sieg bei Hertha BSC. Robert Palikuca, früherer Fortuna-Profi und Leiter der Lizenzspieler-Abteilung beim Bundesliga-Aufsteiger, wird Sportvorstand beim 1. FC Nürnberg. „Ich möchte mich bei der Fortuna für 13 tolle Jahre bedanken“, sagt der 40-Jährige dazu, „aber ich wollte den nächsten Schritt gehen und die spannende Herausforderung in Nürnberg annehmen.“

Für Palikuca ist der Wechsel in der Tat eine logische Fortentwicklung. Für Fortuna ist er ein Mosaikstein in ihrem strukturellen Umbau für die neue Saison. Denn der gebürtige Bückeburger ist ein treuer Gefolgsmann des Vorstandsvorsitzenden Robert Schäfer, der ihn nach Ende von „Palis“ aktiver Karriere zum Assistenten des Vorstands machte und später in seine aktuelle Position berief, in der er mit dem Titel „Kadermanager“ eng mit der personellen Planung Fortunas befasst war.

Schäfer muss künftig also ohne einen wichtigen Vertrauten im sportlichen Segment des Vereins auskommen. „Mit Robert Palikuca verliert die Fortuna einen wertvollen Mitarbeiter“, erklärt der Vorsitzende, „er hat großen Anteil an der exzellenten Zusammenstellung des Kaders.“ Das stimmt ohne Frage – nur lief die Zusammenarbeit mit dem Leiter der Scouting-Abteilung, Spieler-Spürnase Uwe Klein, nicht mehr reibungslos. Und da Cheftrainer Friedhelm Funkel sich zuletzt immer deutlicher an der Seite Kleins positionierte, war auch das Verhältnis zwischen Palikuca und Funkel dem Vernehmen nach nicht störungsfrei.

Vor allem das gespannte Verhältnis zwischen Klein und Palikuca jedoch hätte die Klubführung bald zum Einschreiten gezwungen, wenn sich für den Letzteren nicht die Chance Nürnberg geboten hätte.

Doch man muss den Kreis weiter ziehen. Noch steht schließlich eine nicht unwichtige Verkündung aus. Der Aufsichtsrat hatte nach dem Wintertrainingslager in Marbella die Aufarbeitung der Umstände in Gang gesetzt, die im Januar hohe Wellen schlugen: Schäfer hatte damals erst auf Druck der Öffentlichkeit Funkels Vertrag verlängert.

Im Nachhinein sickerte durch, dass das Kontrollgremium sein Vertrauen in den Vorstandsvorsitzenden auf den Prüfstand stellt. Sehr wahrscheinlich ist, dass die Aufarbeitung in eine Umstrukturierung der Führungsaufgaben mündet. Schäfer würde dabei die Fäden in vielen wichtigen Punkten weiter in der Hand halten, bei sportlichen Fragen jedoch zu Gunsten des Sportvorstands Lutz Pfannenstiel an Entscheidungsgewalt verlieren. Der Weggang des Schäfer-Vertrauten Palikuca würde zu diesem Szenario passen. Zudem soll ein Marketingvorstand installiert werden. Um endlich Klarheit zu schaffen, sollte sich der Aufsichtsrat allerdings nicht mehr allzu viel Zeit lassen.

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