Fortuna Düsseldorf übt intensiv den Torabschluss

Mannschaft übt Torabschluss: Fortuna lässt einfach zu viele Chancen liegen

Fortuna Düsseldorf hat in bislang sieben Saisonspielen in der Bundesliga erst fünf Mal getroffen. Trainer Friedhelm Funkel arbeitet mit dem Team an dieser Schwäche, über deren Ursache die Fortunen uneins sind.

Während der Übungseinheiten funktioniert es fast wie im Schlaf. Wenn Benito Raman vor dem gegnerischen Tor auftaucht, dann zappelt der Ball fast immer im Netz. „Im Training mache ich die Dinger immer rein“, sagt der belgische Torjäger nach dem Trainingsspielchen. Seit der jüngsten Bundesligapartie gegen Vizemeister Schalke 04 gilt er als Symbol für Fortunas Sturmschwäche.

52.000 Zuschauer in der ausverkauften Stockumer Arena erlebten, wie der belgische Wirbelwind in der vierten Minute freistehend vor Keeper Fährmann scheiterte, den Ball beim Stande von 0:0 am Tor vorbeischnibbelte. An seiner vergebenen Großchance machten die Beobachter die dritte Niederlage in Folge fest, nach der die Fortuna im Tabellenkeller angekommen ist. Nach Ansicht vieler Fortuna-Fans hätte ihre Mannschaft gewonnen, wenn der Wirbelwind in dieser Situation getroffen hätte. Das weiß auch Raman, der erklärte: „Diese Szene wird mich noch lange verfolgen. Wenn ich den mache, läuft das Spiel ganz anders. Ich habe mich falsch entschieden. Ich hätte an Fährmann vorbeilaufen können." Im Training am Mittwoch konnte der Pechvogel nun zeigen, dass er es besser kann. „Nur in der Arena gehen sie nicht rein. Aber das war in der vergangenen Saison am Anfang auch so, und später hat es dann geklappt“, sagt der Angreifer.

Die wenig erstligataugliche Torchancenverwertung der Fortunen offenbart, wie steinig und schwer ihr Weg wird, am Ende über dem Strich zu landen und damit den Klassenerhalt zu schaffen. Dabei zeigt die Mannschaft durchaus, dass sie spielerisch in der Bundesliga mithalten kann. Sie tut sich nämlich überhaupt nicht schwer, die Bälle vorne an den Mann zu bringen. Aber am finalen Schuss hapert es dann. Funkel („um gegen ein Team wie Schalke in Führung zu gehen, muss man Chancen wie die von Benito nutzen“) hat die Übungseinheit am Mittwoch nun dazu genutzt, ganz intensiv den Torschuss zu üben und vor allem an den Situationen zu arbeiten, wie Raman sie gegen Schalke erlebte: Er ließ die Angreifer immer wieder alleine auf die Torleute zulaufen.

Chancentod Fortuna hatte nicht nur im Spiel gegen Schalke seine Probleme, als es trotz 4:0 Torchancen bis zur Pause nur torlos Unentschieden stand. Schon bei der 1:2-Niederlage gegen Leverkusen in der Woche zuvor hatten die Rot-Weißen viele Chancen vergeben - ihnen gelang bei 16 Torschüssen kein einziger Treffer. Allein bei einem Foulelfmeter waren die Funkel-Schützlinge erfolgreich. Ganz ähnlich war die Partie auch beim VfB Stuttgart gelaufen, als Fortuna den Gegner deutlich dominierte, 19 Schüsse aufs Tor abfeuerte, aber nicht traf.

Erst fünf Treffer hat der Zweitligameister während der ersten sechs Spieltage erzielt. Nur die Minimalisten von Mainz 05 sind in dieser Disziplin noch schwächer: Sie haben erst vier Treffer auf dem Konto, es damit aber zu neun Zähler und Platz acht gebracht. Die Düsseldorfer haben mit einem Treffer mehr lediglich fünf Punkte gesammelt und sind Vorletzter.

Für Fortunas Sportvorstand Erich Rutemöller ist das Fahrkarten-Festival seiner Truppe „eine Frage der Qualität“, für Innenverteidiger Kaan Ayhan „eine Sache der fehlenden Coolness“. Der verletzte Linksverteidiger Niko Gießelmann meint: „Wir müssen vor dem Tor kaltschnäuziger werden und die Ruhe bewahren. Das geht mit Erfahrung und Training.“

So sieht das auch Funkel. Er hat die Trainingsinhalte während der Länderspielpause angepasst. Ob es etwas nützt, das werden die Düsseldorfer beim anstehenden Spiel bei Eintracht Frankfurt in der kommenden Woche erleben.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Friedhelm Funkel lässt den Torschuss üben

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