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Fortuna Düsseldorf: U23 will es gegen Rot-Weiss Essen besser machen als die erste Mannschaft

Am Freitag : Fortunas U23 will es gegen RWE besser machen als die „Erste“

Im Dezember warf Regionalligist Rot-Weiss Essen Fortunas erste Mannschaft mit 3:2 aus dem DFB-Pokal. Am Freitagabend erwartet nun die Düsseldorfer U23 die Mannschaft, die unbedingt in die Dritte Liga aufsteigen will.

Die Voraussetzungen könnten besser kaum sein, wenn da nicht die Corona-Pandemie wäre. Frühlingshafte Temperaturen, Flutlichtspiel, ein großer Gegner – doch die letzte Zutat für einen perfekten Abend fehlt: das Publikum. Ein Wermutstropfen, und dennoch ist die Lust von Fortunas Regionalliga-Fußballern auf die Partie gegen Rot-Weiss Essen (Freitag, 19 Uhr, Paul-Janes-Stadion) riesengroß. „Wir freuen uns total auf das Spiel“, sagt Trainer Nico Michaty.

Damit die „Zwote“ gegen den haushohen Favoriten bestehen kann, muss vieles zusammenkommen. Vor allem brauchen die Flingerner eine Tugend: Mut. Beim 0:2 im Hinspiel „waren wir relativ chancenlos, weil wir nicht mutig genug waren“, betont der Coach. „Am Freitag muss sich jeder einzelne zeigen, besonders mit dem Ball. Niemand darf sich verstecken und oder in Ehrfurcht erstarren.“ Innenverteidiger Boris Tomiak, der gebürtig aus Essen kommt und bis vor anderthalb Jahren selbst das RWE-Trikot getragen hat, schlägt in dieselbe Kerbe: „Das Wichtigste ist, dass wir keine Angst und nicht zu großen Respekt haben.“

Michaty fordert allerdings noch mehr. „Wir brauchen eine hohe Frustrationstoleranz“, sagt der 47-Jährige. „Gegen einen solchen Gegner kann es immer sein, dass man auch mal über längere Phasen keinen Ballbesitz hat oder ein Gegentor kassiert. Davon dürfen wir uns nicht unterkriegen lassen.“

Die Essener stehen nicht nur im DFB-Pokal-Viertelfinale und haben dabei in der zweiten Runde Fortunas Zweitligateam  und im Achtelfinale Europa-League-Teilnehmer Bayer Leverkusen aus dem Wettbewerb geworfen, sondern sie haben obendrein seit mehr als einem Jahr kein Pflichtspiel mehr verloren.

Dass es für sie momentan derart prächtig läuft, führt Michaty auf mehrere Gründe zurück. „Sie haben sich mit Simon Engelmann im Angriff und Daniel Davari im Tor auf den entscheidenden Positionen verstärkt“, erläutert der Fußballlehrer. „Außerdem ist Christian Neidhart ein Top-Trainer.“ Tomiak sagt über Neidhart: „Er hat Ruhe in den Verein gebracht, die war ja in der Vergangenheit nicht immer da.“

Ihre Tabellenführung haben die Essener zuletzt dennoch eingebüßt. Die U23 von Borussia Dortmund steht mit einem Vorsprung von drei Punkten allerdings nur deshalb an der Spitze, weil sie zwei Partien mehr absolviert hat als der Ruhrpott-Rivale. Ex-RWE-Verteidiger Tomiak geht jedenfalls davon aus, dass die Essener das Aufstiegsrennen gewinnen werden. „Sie sind für mich die stabilste Mannschaft der Liga“, sagt der 22-Jährige. „Außerdem wünsche ich mir, dass RWE den Aufstieg schafft. Es sind zwar nur noch wenige Jungs da, mit denen ich selber zusammengespielt habe, aber meine Bindung zum Verein ist nach wie vor da.“

Nach dem Kurzeinsatz beim 1:1 in Lotte kehrt Tomiak gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber aller Voraussicht nach wieder in die Startelf zurück. „Die Wahrscheinlichkeit ist zumindest hoch, dass er gegen seinen Ex-Verein spielen wird“, verrät Trainer Michaty. Weil Jungprofi Jamil Siebert mit einer Gesäßmuskelzerrung ausfällt, wird sich Tomiak im Abwehrzentrum definitiv gemeinsam mit Kapitän Tim Oberdorf um Essens Top-Stürmer Engelmann kümmern. Der Aufgabe fühlt er sich jedenfalls gewachsen. „Wenn wir so verteidigen wie in unseren Top-Spielen, dann müssen wir auch vor Simon Engelmann keine Angst haben“, sagt der 1,93-Meter-Hüne.

Das Selbstvertrauen ist also groß in den Reihen der „Zwoten“. Einem mutigen Auftritt kommt das zugute.