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Fortuna Düsseldorf: U23-Abwehrtalent Tim Corsten wird nach überstandender Verletzung immer besser

Nach langer Verletzung : U23-Abwehrtalent Corsten wird immer besser

Die vergangenen zwei Jahre waren für Tim Corsten zum Vergessen. Der Innenverteidiger von Fortunas U23 war ständig verletzt und absolvierte nur vier Pflichtspiele. Seit Sommer ist der 20-Jährige fit – und wird immer besser.

Lukas Sinkiewicz hatte sich vor Tim Corsten aufgebaut und gestikulierte wild mit seinen Armen. Noch auf dem Rasen des Franz-Kremer-Stadions nutzte der Co-Trainer von Fortunas Regionalliga-Fußballern die Zeit nach dem 1:1 bei der U21 des 1. FC Köln für eine kleine Schulung. „Er hat mir gesagt, dass ich bei Auseinandersetzungen auf dem Platz dem gegnerischen Stürmer nochmal ein bisschen härter einen mitgeben soll – aber natürlich auf faire Art und Weise“, berichtete Innenverteidiger Corsten nachher mit einem Augenzwinkern. Der Ratschlag kam nicht von ungefähr, schließlich war Ex-Nationalspieler Sinkiewicz während seiner Profikarriere ein ausgewiesenes Schlitzohr.

Corsten hatte sich zuvor mit „Effzeh“-Stürmer Tim Lemperle ein kleines Privatduell geliefert. Immer wieder begegneten sich die beiden Youngsters in hitzig geführten Zweikämpfen. „Wie das halt so ist, wenn Emotionen im Spiel sind“, sagte Corsten gelassen. „Er zieht mich, ich ziehe ihn und irgendwann eskaliert das. Aber am Ende ist alles gut, man verträgt sich.“ Auf dem Höhepunkt der Auseinandersetzung eilte Can Özkan dem 20-Jährigen zur Hilfe, knöpfte sich Lemperle vor und sah die Gelbe Karte. Corsten kam ungeschoren davon.

Allerdings war seine Leistung am Sonntagabend keinesfalls nur auf die Zweikämpfe mit dem Kölner Angreifer zu reduzieren. Der Innenverteidiger zeigte einen überzeugenden Auftritt; Jamil Siebert und er hielten das Abwehrzentrum weitgehend dicht. Ohnehin spielt Corsten bislang eine starke Saison, weil er zu neuer Stabilität und nach etlichen Verletzungspausen auch zu seinem Rhythmus gefunden hat. „Ich habe viel an mir gearbeitet, und das zahlt sich aus“, sagte der Jungspund. „Die guten Spiele gegen Essen und Münster haben mir ein gewisses Selbstbewusstsein gegeben.“

Nicht nur das: Sie haben ihm auch Auftrieb verliehen. „Wenn man selbstbewusst ist und weiß, was man kann, spielt man natürlich besser“, betonte Corsten. „Man macht sich nicht so viele Gedanken. Denn was gibt es Besseres für einen jungen Spieler, als viel und dann auch noch gut zu spielen?“ Und er schob nach: „Deshalb bin ich im Moment sehr zufrieden und hoffe, das geht so weiter.“

Der Wunsch ist besonders deshalb nachvollziehbar, weil hinter ihm keine leichte Zeit liegt. Anderthalb Jahre lang plagte sich Corsten mit einer hartnäckigen Schambeinentzündung herum. Im zurückliegenden Winter meldete er sich zurück, absolvierte bis zum Saisonende aufgrund anderer Verletzungsprobleme aber nur vier Partien. „Das letzte Jahr war für mich verschenkt“, sagte er.

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Viele Gedanken an diese Phase möchte der 20-Jährige nun jedoch nicht mehr verschwenden. Schon am Freitagabend (18.30 Uhr, Paul-Janes-Stadion) steht die Partie gegen Alemannia Aachen an – darauf liegt nun der Fokus. Und vielleicht kann Corsten die Ratschläge von Co-Trainer Sinkiewicz direkt umsetzen.