Fortuna Düsseldorf trifft gegen Mainz 05 das Tor nicht

Niederlage für Düsseldorf: Fortuna trifft gegen Mainz das Tor nicht

Fortuna hat die Chance verpasst, den in München am vergangenen Spieltag geholten Punkt zu veredeln. Mainz 05 reichte ein Treffer zum Sieg in der Landeshauptstadt. Die Düsseldorfer zeigten alte Schwächen.

Die Mitgliederversammlung am Sonntag hätte für Fortuna Düsseldorf zum fröhlichen Frühschoppen werden können. Doch der FSV Mainz 05 schüttete ordentlich Wasser in den Wein. Zwar gestaltete die Mannschaft von Trainer Friedhelm Funkel weite Strecken des Bundesliga-Duells überlegen, doch sie vermochte kein Kapital daraus zu schlagen. Die Gäste, die ab Mitte der zweiten Hälfte das Heft stärker in die Hand nahmen, gewannen am Ende mit 1:0 (0:0).

Die Helden von München bekamen den verdienten Vertrauensbeweis. Zehn der elf Düsseldorfer Profis, die beim sensationellen 3:3 beim FC Bayern in der Startelf gestanden hatten, durften auch gegen Mainz von Beginn an ans Werk. Allein Takashi Usami musste Rouwen Hennings Platz machen – doch der war ja als Einwechselspieler und Passgeber zu Dodi Lukebakios 3:3 auch maßgeblich am Coup in der Münchner Arena beteiligt gewesen. „Ich muss schon zugeben, dass ich keinen Grund habe, sehr viel zu ändern“, hatte Funkel bereits vorab gesagt, obwohl es doch sonst zu den Lieblingsspielchen des Trainers gehört, ein Geheimnis aus der Aufstellung zu machen.

Die Überraschung steckte diesmal im Detail. Denn obwohl Funkel fast dasselbe Personal auf den Platz schickte, änderte er doch die Taktik. Adam Bodzek rückte als zentrale Figur einer Dreier-Abwehrkette zwischen Robin Bormuth und Marcin Kaminski nach hinten, und Matthias Zimmermann, in München noch Rechtsverteidiger, bildete mit Kevin Stöger eine Doppel-Sechs. Das alles passte zu dem, was der Chefcoach so gern betont: „Wir können mehrere Systeme spielen und diese auch während einer Partie wechseln.“

Doch ganz unabhängig vom System zeigte Fortuna zunächst eine besondere Qualität: großes Selbstvertrauen, fußend auf den Erfolgserlebnissen gegen Hertha BSC (4:1) und in München. Mit dem erneut starken Kapitän Oliver Fink, Zimmermann und Stöger als Fixpunkten inszenierten die Düsseldorfer in den ersten 45 Minuten zahlreiche lange Ballpassagen und trugen die Kugel dabei auch immer wieder aussichtsreich nach vorn. Lukebakio, vor Wochenfrist dreifacher Torschütze gegen Nationalkeeper Manuel Neuer, hatte allein vier gute Möglichkeiten, weitere Abschlüsse durch Hennings und Stöger kamen hinzu.

Die Mainzer wirkten durch die Passsicherheit ihrer Kontrahenten beeindruckt, teilweise sogar genervt. Die Mannschaft von Trainer Sandro Schwarz deutete zwar mehrfach ihre Gefährlichkeit an, doch nur, wenn sie schnelle Angriffe über die Flügel fuhr. In der Mitte, gegen das starke Düsseldorfer Zentrum, fanden die 05er keine Lücken.

Obwohl es mit Ausnahme der Torausbeute so gut lief, bewies Funkel nach dem Wechsel erneut Variabilität. Er ließ sein Team nun im 4-4-2 agieren, wobei Lukebakio vermehrt über die linke Seite kam und Fink zu Hennings ganz nach vorn stieß. Eine dicke Torchance gab’s zudem, doch nach einem Eckball von Jean Zimmer erwischte der ansonsten so kopfballstarke Kaminski den Ball völlig freistehend nicht richtig (53.). Doch zu diesem Zeitpunkt deutete sich schon an, was dann immer offensichtlicher wurde. Fortuna ging die Sicherheit verloren, und die Rheinhessen stellten sich immer besser auf die Versuche der Rot-Weißen ein. Als dann noch Jean-Philippe Mateta bei einem Konter zunächst Robin Bormuth und schließlich auch Schlussmann Michael Rensing schlecht aussehen ließ und das 0:1 erzielte, kippte die Partie vollends. Wie schon gegen Schalke und Leverkusen hatten die Düsseldorfer ein Heimspiel aus der Hand gegeben und damit vollends unnötig ihre prekäre Situation im Abstiegskampf verschärft.

Düsseldorf Rensing - Bormuth, Bodzek, Kaminski - Zimmer (80. Usami), Matthias Zimmermann, Fink (73. Karaman), Stöger, Gießelmann - Lukebakio (68. Raman), Hennings. - Trainer: Funkel

Mainz Zentner - Brosinski (59. Donati), Bell, Niakhate, Aaron - Kunde - Gbamin, Latza - Boetius (56. Öztunali) - Mateta, Quaison (85. Onisiwo). - Trainer: Schwarz

Schiedsrichter Manuel Gräfe (Berlin)

Tor 0:1 Mateta (67.)

Zuschauer 37.091

Gelbe Karten Bormuth - Donati

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