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Fortuna Düsseldorf trauert um Willi Marzok, einen der Aufstiegshelden von 1966

Bundesliga-Team 1966 : Fortuna trauert um Aufstiegsheld Willi Marzok

Er war nie einer, der sich nach vorn drängte oder es genoss, im Mittelpunkt zu stehen. Aber Willi Marzok war ein wichtiger Baustein von Fortunas Aufstiegsmannschaft 1966. Kurz vor seinem 75. Geburtstag ist er gestorben.

2021 ist kein gutes Jahr für die Fortuna – ganz unabhängig von allen sportlichen Entwicklungen. Es ist ein Jahr, in dem der Verein und seine Mitglieder von vielen Menschen Abschied nehmen müssen, die Fortuna in den vergangenen Jahrzehnten geprägt haben. Ehrenpräsident Hans-Georg Noack, der langjährige Kapitän Fred Hesse und Pokalsieg-Trainer Hans-Dieter Tippenhauer sind nur drei Beispiele dafür. Nun trauert die Fortuna um einen weiteren früheren Spieler: Willi Marzok.

Wie die Familie erst jetzt bekanntgab, ist Marzok am 26. Mai gestorben, kurz vor seinem 75. Geburtstag, den er am Freitag gefeiert hätte. Der Flügelstürmer war zur Saison 1965/66 von der DJK Rheinkraft Neuss zur Fortuna gewechselt. Er blieb nur zwei Jahre in Flingern – doch diese gehörten zu den abwechslungsreichsten jener Zeit. Bereits in seiner ersten Saison im rot-weißen Trikot schaffte der Klub mit Marzok unter Trainer Kuno Klötzer den Aufstieg in die Bundesliga.

24 Spiele machte Marzok in jener Aufstiegssaison, und er steuerte sieben Treffer zum bis dahin größten Erfolg in der Nachkriegsgeschichte des Vereins bei. In der höchsten deutschen Spielklasse absolvierte der gebürtige Kölner 1966/67 wegen der Konkurrenz durch Jürgen Koch und Hilmar Hoffer auf der Außenstürmerposition allerdings nur noch drei Spiele – wohl auch, weil Trainer Klötzer sich darüber mokiert hatte, dass Marzok für seinen Geschmack zu sehr auf seinen Vater höre und zu wenig Selbstbewusstsein entwickle. Daher wechselte der Angreifer im folgenden Sommer zu Holstein Kiel.

1970 zog es Willi Marzok zurück ins Rheinland, wo er zunächst beim VfR Neuss spielte und anschließend bei Bayer Leverkusen seine Karriere 1973 beendete. Hauptberuflich arbeitete er dann bei einer großen Düsseldorfer Installationsfirma, aber er blieb dem Fußball dennoch treu. Fast ein Vierteljahrhundert lang arbeitete er als Trainer in der Jugendabteilung des VfR Büttgen. Dorthin gelotst hatte ihn Berti Vogts, weil sich beide aus früheren Jugend-Auswahlmannschaften kannten und Vogts zeitweise Cheftrainer in Büttgen war.