Fortuna Düsseldorf: Transfer von Kaan Ayhan weiterhin ungewiss

Fortuna-Verteidiger zieht Ausstiegsklausel nicht : Ayhans Zukunft ist weiter ungewiss

Kaan Ayhan hat seine Ausstiegsklausel nicht genutzt. Ob der 24-jährige Innenverteidiger sicher bei Fortuna bleibt, ist aber noch nicht klar.

Das Telefon blieb ruhig. Auch in den letzten Stunden am Freitagabend bekam Lutz Pfannenstiel kein Signal mehr, dass Kaan Ayhan die Ausstiegsklausel aus seinem bis Juni 2021 laufenden Vertrag zieht. Damit verstrich die Frist für die Klausel – wie es unsere Redaktion exklusiv berichtet hatte. Fortunas Sportvorstand hat dadurch zwar keineswegs mehr Planungssicherheit, aber der Düsseldorfer Fußball-Bundesligist hat nun immerhin das Heft des Handelns in der Hand. Heißt: Wenn Ayhan die Fortuna dennoch in dieser Transferphase verlassen möchte, muss sein neuer Klub tief in die Tasche greifen.

Ayhan hätte bis zum 31. Mai für eine Summe von etwa 4,5 Millionen Euro – einige Nebenabsprachen ließen den Betrag noch leicht schwanken – aus seinem Vertrag aussteigen können. Einige Medien hatten auch berichtet, dies werde bis zum Fristablauf am Samstag um null Uhr geschehen. Das passierte aber nicht.

In den letzten drei Stunden des Freitags hätte schon ein Kandidat um die Ecke kommen müssen, den zuvor niemand auf dem Zettel hatte – mit den bislang aussichtsreichsten Interessenten Schalke 04 und Werder Bremen stand Fortuna in Kontakt und konnte einen Transfer zum jetzigen Zeitpunkt letztlich ausschließen. Nach Informationen unserer Redaktion gab es zwar drei Vereine aus dem Ausland, die bereit waren, die Summe zu zahlen. Ayhan war aber nicht gewillt, zu diesen Klubs zu wechseln. „Jetzt befinden wir uns wieder in der freien Marktwirtschaft“, sagt Pfannenstiel. Damit kann Fortuna ab sofort den Preis für Ayhan bestimmen.

Es scheint aber sehr unwahrscheinlich, dass dies schon in den nächsten Wochen ein Thema wird. Denn: Es wäre mehr als unlogisch, dass ein möglicher neuer Klub bis zum 31. Mai nicht bereit ist, für den türkischen Nationalspieler 4,5 Millionen Euro zu zahlen, Mitte oder Ende Juni aber plötzlich geschätzte neun Millionen auf den Tisch legt.

Die Transferplanungen der meisten Klubs nehmen gerade erst Fahrt auf. Viel wahrscheinlicher ist deshalb, dass Ayhan am 28. Juni zum Trainingsauftakt der Düsseldorfer erscheint. Das Transferfenster ist schließlich bis zum 31. August geöffnet. Gut möglich, dass ein Angebot für Ayhan also erst am Ende der Vorbereitung abgegeben wird, oder sogar erst, wenn die neue Spielzeit schon läuft. Klar ist: Je später ein Transfer stattfinden würde, desto höher würde Fortuna die Transfersumme ansetzen. Denn Pfannenstiel müsste im Fall des Ayhan-Abgangs schnell mindestens gleichwertigen Ersatz holen.

Interessant ist weiterhin die Überschussklausel in Ayhans Kontrakt, die mittlerweile in den Verträgen vieler Bundesligaprofis fester Bestandteil ist. Sie besagt, dass Spieler und Berater am vom Verein generierten Transfer-Überschuss mit einem Prozentsatz (meist zehn bis 15 Prozent) beteiligt sind. Ayhan kam 2016 für rund 500.000 Euro aus Schalke zur Fortuna. Wird Ayhan nun also für 9,5 Millionen verkauft, bekämen Spieler und Berater zwischen 900.000 und 1,425 Millionen Euro.

Generell sehen Fortunas Verantwortliche die Gemengelage um Ayhan entspannt. Friedhelm Funkel hatte immer wieder die Bedeutung des Abwehrchefs für seine Mannschaft hervorgehoben. Fortunas Trainer schlug nach Saisonende aber auch kritische Töne an. Funkel betonte, dass Ayhans Spieleröffnung hervorragend sei, es bei seinen defensiven Aktionen aber noch Verbesserungsbedarf gebe.

„Ich brauche einen erfahrenen Innenverteidiger dazu, denn einer wird uns verlassen, da bin ich realistisch“, hatte Funkel vor knapp zwei Wochen gesagt. Nun sieht es so aus, als würde Ayhan erstmal bleiben. Bei Marcin Kaminski stehen noch Gespräche aus. Der polnische Nationalverteidiger war vom VfB Stuttgart ausgeliehen, der nach dem Abstieg nun seine Zweitligaplanungen intensiviert. Kaminski möchte gerne in Düsseldorf bleiben. Nun geht es darum, eine Lösung zu finden.

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