Fortuna Düsseldorf: Transfer von Bernard Tekpetey zieht sich hin

Fortunas Sportvorstand : Lutz Pfannenstiel ärgert sich über Transfertheater mit Schalke

Die Verpflichtung des Schalker Stürmers Bernard Tekpetey zieht sich in die Länge. Fortunas Sportvorstand Lutz Pfannenstiel ist sauer auf den FC Schalke, weil der den Transfer von Benito Raman verzögere, der mit Tekpeteys zusammenhängt.

Am Sonntagmittag war’s, da war man sich bei Fortuna sicher, in Kürze dreifachen Vollzug vermelden zu können. Erstens die feste Verpflichtung von Dawid Kownacki vom italienischen Erstligisten Sampdoria Genua, zweitens den Wechsel von Angreifer Benito Raman zum Ligarivalen FC Schalke 04 und, damit verbunden, drittens die Ausleihe des Schalker Angreifers Bernard Tekpetey mit einer erschwinglichen Kaufoption.

Doch bis Donnerstagabend, mehr als vier Tage später, hat sich erst eine Option davon erfüllt. Der Kownacki-Deal ging über die Bühne, mit einer Ablöse von nur rund 7,5 Millionen Euro, noch dazu gestreckt über vier Jahre Vertragsdauer, sogar auf außerordentlich gelungene Weise. Raman dagegen tauchte inzwischen zwar schon auf inoffiziellen Fotos in den sozialen Netzwerken im Schalker Trikot auf, in trockenen Tüchern ist der Transfer dagegen immer noch nicht.

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Nun wäre das allein kein großer Aufreger, haben die Düsseldorfer den Belgier doch ohnehin längst abgeschrieben und gedanklich Richtung Gelsenkirchen verabschiedet. Die Crux ist, dass die Verpflichtung Tekpeteys an Ramans Wechsel gebunden ist. „Wir haben alle unsere Papiere vorbereitet, beide Transfers könnten von uns über die Bühne gehen“, erklärt Fortunas Sportvorstand Lutz Pfannenstiel im Trainingslager am Wiesensee. „Es hakt aber noch in Gelsenkirchen. Es gibt wohl Unstimmigkeiten auf Seiten der Berater Benitos, aber damit haben wir nichts zu tun.“

Der Ghanaer und Fortuna verbleiben somit vorerst im Wartestand. Bitter ist das für beide. Der 21-jährige Außenstürmer hat so bereits die Möglichkeit verpasst, sich an den bisher vier Trainingslager-Tagen am Wiesensee an Chefcoach Friedhelm Funkel und seine neuen Kollegen zu gewöhnen und dabei Kondition zu tanken. Und Funkel musste unnötigerweise ein paar Tage verschenken, an denen er Tekpetey auf Fortunas Spielweise und ihren besonderen Teamgeist hätte einschwören können.

„Ich bin über die ganze Situation sehr verärgert“, sagt Pfannenstiel. „Das Ganze zieht sich wie ein Kaugummi.“ Kurios ist auch, dass Fortuna Raman nur zwei Tage freigestellt hatte, „und ich lese auch nur in der Zeitung, dass er sich offenbar weiter in Gelsenkirchen aufhält“, ergänzt der Sportvorstand. Womöglich muss der Belgier also doch noch einmal bei Fortuna antanzen – obwohl das niemand mehr will. Aber eine Garantie, dass der Transfer nicht doch noch platzt, gibt es nicht. „Aber ich bin guter Dinge, dass das nicht passiert“, versichert Pfannenstiel. „Ich bin völlig entspannt, weil wir unsere Arbeit getan haben.“

Dazu gehört auch, dass Tekpetey seinen Medizincheck bei Fortuna bereits bestanden hat. Seinen Dienst antreten darf der Angreifer jedoch erst, wenn alles in trockenen Tüchern ist. „Alles andere“, erklärt Pfannenstiel, „hat keinen Sinn.“

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