Fortuna Düsseldorf: Training bei klirrender Kälte

Kältestes Training des Winters: Fortunen trotzen der "Russenpeitsche"

Fußball bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt und auf beinhart gefrorenen Plätzen? An dieser Vorstellung kann sich kein Fortune erwärmen. Und dennoch müssen die Zweitliga-Profis raus aus der Umkleidekabine, um sich für das Spiel am Sonntag gegen den FC St. Pauli vorzubereiten.

Dick eingemummelt stapften die Fortuna-Profis am Mittwochmorgen auf den Übungsplatz im Arena-Sportpark und trotzten den grimmigen Temperaturen. Minus sechs Grad zeigte das Thermometer um zehn Uhr noch an, dazu wehte eine steife Brise, die die gefühlte Temperatur noch einmal deutlich weiter in den Keller drückte. Für die Düsseldorfer Kicker war es definitiv die kälteste Übungseinheit des Winters.

Weil die Naturrasenplätze betonhart gefroren waren, wechselten die Kicker des Zweitliga-Zweiten erneut auf den beheizbaren Kunstrasenplatz. "Da müssen wir alle durch, hilft ja nichts. Die anderen Mannschaften haben mit der Kälte das gleiche Problem", sagte Trainer Friedhelm Funkel, der sich eine dicke Thermojacke übergeworfen und die Kapuze tief ins Gesicht gezogen hatte. Rechtsverteidiger Jean Zimmer meinte: "Die Bedingungen sind auf Grund des Wetters schwierig. Mit dem Kunstrasenplatz haben wir in Düsseldorf aber in Anbetracht der Umstände sehr gute Voraussetzungen."

Handschuhe, Schal und Mütze waren bei den Düsseldorfer Fußballern obligatorisch, ohne sie kam keiner aus. Alleine bei den Beinkleidern gab es Unterschiede: Robin Bormuth und Torwarttrainer Claus Reitmaier trugen als einzige kurze Hosen. Der heutige Co-Trainer Axel Bellinghausen hatte zu seiner Aktivenzeit ebenfalls auch bei Minusgraden kurze Hosen bevorzugt. Als die Temperaturen deutlich im Minusbereich lagen, wurde ihm das seinerzeit vom Verein aber verboten - wegen der Gefahr der starken Unterkühlung.

  • Fortuna-Keeper Wolf : "Stabilität ist reine Kopfsache"
  • Alle Spiele ohne ihn verloren : Marcel Sobottka ist unersetzlich für Fortuna

Tim Wiesner nutzte das kälteste Training der Saison zu seiner ersehnten Rückkehr zur Mannschaft. Zum ersten Mal seit sechs Wochen war der Nachwuchskeeper wieder dabei. Seit Anfang Januar war der 21-Jährige mit einer Schambeinentzündung ausgefallen. Am Mittwochmorgen versuchte er in einem individuellen Training erste leichte Übungen und Flugversuche, während Torwarttrainer Claus Reitmaier Raphael Wolf, Michael Rensing und Thorsten Stuckmann warm schoss. Nach einer halben Stunde war die Einheit des Youngsters vorbei und er verließ zufrieden den Platz.

Wiesner weiß aber, dass der Weg zu seiner alten Form mühsam und weit ist. Sein Highlight hatte er in der Hinrunde, als er beim 3:1-Sieg gegen den MSV Duisburg für den verletzten Wolf eingewechselt wurde und mit starken Paraden den Sieg festhielt.

Die Rückkehrer Marcel Sobottka und Genki Haraguchi waren auch am Mittwoch beschwerdefrei. Beide bewerben sich für einen Platz in der Startformation der Fortuna.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Fortuna-Torwart Tim Wiesner trainiert wieder

(faja )