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Fortuna Düsseldorf: Trainer Uwe Rösler verzichtet auf Dreierkette

Fortuna-Coach zeigt Einsicht : Rösler rückt vorerst von Dreierkette ab

Zwei Mal scheiterte das Projekt mit drei Innenverteidigern zuletzt. Deshalb ist damit nun erst einmal Schluss. Beim Spiel in Karlsruhe (Sonntag, 13.30 Uhr) wird das System aller Voraussicht nach ein 4-4-2 sein.

Was man Uwe Rösler sicher nicht vorwerfen kann, ist, überaus stur zu sein. Fortunas Trainer hat naturgemäß gewisse Vorstellungen im Kopf, wie man seiner Meinung nach Fußball spielen sollte. Zu diesen Vorstellungen gehört in der Regel ein System mit Dreierkette, am liebsten ein 3-5-2 oder ein 3-4-3. Zuletzt wollte der Coach diese Formation auch bei Fortuna wieder etablieren. Vor dem Spiel beim Karlsruher SC (13.30 Uhr) rudert Rösler nun aber zurück.

„Es geht nicht darum, zu forcieren, welche Idee ich im Kopf habe“, sagt er. „Es geht darum, was das Beste für die Mannschaft ist. Man hat gesehen, dass es nicht funktioniert hat in dieser Konstellation. Die Mannschaft hat mehr Sicherheit gehabt mit der Viererkette. Ich habe eindeutiges Feedback bekommen, und weiß, wie wir gegen Karlsruhe spielen werden.“

Das Feedback bezieht sich sowohl auf die gezeigten Leistungen auf dem Rasen als auch auf Gespräche mit dem Führungskreis der Mannschaft. Zwei Mal versuchte es Rösler zuletzt mit dem 3-5-2 zu Beginn einer Partie. In Bochum dauerte es nur fünf Minuten. Dann flog Kristoffer Peterson vom Platz, das System wurde zu einem 4-4-1.

Trotz der Abwesenheit des gesperrten Peterson wollte Rösler an seiner Dreierkette gegen Darmstadt festhalten. Nach 20 Minuten stellte der Coach auf 4-4-2 um, da er erkannt hatte, dass es nicht funktionierte. Weder die Innenverteidiger Andre Hoffmann, Christoph Klarer und Luka Krajnc noch der als linker Flügelverteidiger aufgebotene Thomas Pledl strahlten Sicherheit aus.

„Eigentlich will ich ein System spielen lassen, in dem sich die Spieler wohl fühlen. Also: Einen Plan A und dann ein zweites System als Ausweichplan B“, sagt Rösler. „Ich bin ein Befürworter davon, ein permanentes System zu installieren. Das ging bei uns aber leider nicht.“

Schon zu Beginn der Saison wollte der Coach eigentlich mit Dreierkette spielen lassen, doch das Personal ließ es nicht zu. Vor allem der linke Flügelverteidiger fehlte. In der Vorsaison nahm häufig Erik Thommy diese Position ein. Der ist aber nicht mehr da. Hoffnungen ruhen in dieser Hinsicht auf Leonardo Koutris, der aber jetzt erst den Trainingsrücktand nach einem Kreuzbandriss aufgeholt hat. Florian Hartherz fehlt die Offensivpower für diese Position. Dennoch versuchte es Rösler mit ihm mal in Hannover. Dort verletzte sich Hartherz aber an der Achillessehne, kehrte erst in dieser Woche ins Training zurück. Beide sind am Sonntag keine Option für die Startelf.

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Nach dem Hannover-Spiel wechselte Rösler wieder zur Viererkette. „In der Länderspielpause vor dem Bochum-Spiel haben wir dann viel Zeit aufgewendet, die Dreierkette einzustudieren“, erklärt er. „Wir haben andere Spielertypen als in der vergangenen Saison. Aber es kann trotzdem funktionieren.“ Peterson sollte die Rolle links übernehmen. Der Versuch scheiterte.

Rösler wird bestimmt im neuen Jahr mal wieder einen neuen Anlauf mit seinem Lieblingssystem nehmen – vor allem, sobald Koutris richtig fit ist. Nun soll es aber erst einmal ein 4-4-2 richten.