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Fortuna Düsseldorf: Trainer Friedhelm Funkel wechselt den Sieg ein

Fortuna feiert Sieg in Augsburg : „Es ist eben einfach wunderbar“

Bundesliga-Aufsteiger Fortuna Düsseldorf hat das Theater um die Vertragsverlängerung von Trainer Friedhelm Funkel verarbeitet, als sei nichts gewesen. Nach dem 2:1-Sieg beim FC Augsburg feiern die Fans den Chefcoach.

Die Fans feiern ihren Helden. Minutenlang rufen die 1500 Anhänger der Düsseldorfer Fortuna im Gästeblock der Augsburger Arena Friedhelm Funkels Namen, wollen den Trainer nach dem 2:1-Sieg beim FCA in ihre Kurve locken. Doch Funkel bleibt in der Mitte des Rasens, klatscht den Fans nur zum Dank zu. „Die Spieler sollten im Vordergrund stehen“, erklärt der 65-Jährige später. „Das habe ich ein Mal gemacht, in den Block zu gehen – nach dem Aufstieg in Dresden, da hatte ich keine andere Wahl. Jetzt aber gehören der Applaus und die Gesänge der Mannschaft.“

Der große Sieger der Woche ist Funkel dennoch. Sein Team steckte das Theater um die Vertragsverlängerung des Coachs, das tagelang beinahe jedes deutsche Medium beschäftigt hatte, scheinbar spurlos weg. Fortuna demonstrierte zum wiederholten Male, dass sie einen immensen Siegeswillen besitzt und buchstäblich bis zur letzten Minute – in der Benito Raman in Augsburg den Siegtreffer erzielte – an sich glaubt. Die Anhänger sind sich einig: Das ist nicht zuletzt das Verdienst des Trainers.

Rundum zufrieden war dieser mit der Vorstellung seiner Truppe indes nicht. „Anfangs hat Augsburg von unseren Fehlern profitiert“, kritisierte Funkel. „Der eine oder andere bei uns hat nicht die Leistung abgerufen wie gewohnt. Ich habe nicht umsonst die beiden Flügel ausgewechselt.“ Doch obgleich der Coach mit dieser Einschätzung richtig lag, hinderte das die so angesprochenen Takashi Usami und Dodi Lukebakio nicht, das wichtige 1:0 vorzubereiten. „Da hat Dodi bewiesen, dass er auch flanken kann“, lobte Marvin Ducksch, der nach dem präzisen Zuspiel des Belgiers sein erstes Bundesligator für Fortuna köpfte. „Über Dodis Qualitäten müssen wir uns ja nicht unterhalten. Aber in dieser Szene hat der Holzkopf mal den Kopf hochgenommen und gesehen, dass ich freistehe.“

Nach dem Ende von dessen langer Torflaute freute sich auch Teamkollege Kaan Ayhan für Ducksch. „Er hat von Beginn der Rückrunden-Vorbereitung an gezeigt, was er sich vorgenommen hat“, berichtete der türkische Nationalverteidiger. „Ich kenne Marvin ewig lange, wir waren viele Jahre lang in der Jugend Erzrivalen – er bei Borussia Dortmund, ich bei Schalke.“

Ducksch war ein Beispiel für Funkels glückliches Händchen, hatte er doch den Zweitliga-Torschützenkönig in die Startelf beordert, obwohl dieser seit Anfang November keine Minute mehr gespielt hatte. Weitere Beispiele waren seine Einwechslungen nach dem aus Düsseldorfer Sicht unglücklichen Ausgleich durch Jonathan Schmids Freistoß (64.): Benito Raman kam in seinen 25 Einsatzminuten auf stolze fünf Torschüsse, von denen einer zum Siegtreffer ins Netz rauschte, Aymen Barkok und Rouwen Hennings setzten starke Offensivakzente. „Wir wollten dieses Spiel unbedingt gewinnen“, erklärte der Trainerfuchs, „und ich habe das durch diese Wechsel unterstützt. Wir haben alle gespürt, dass der FC Augsburg Probleme hatte und wollten diese Unsicherheit ausnutzen.“

Als Raman den Augsburger Keeper Gregor Kobel entscheidend bezwang, geschah übrigens auch am Spielfeldrand Bemerkenswertes. Sportvorstand Lutz Pfannenstiel, während der Trainerposse nach dem Vorstandsvorsitzenden Robert Schäfer öffentlich am meisten in der Kritik, umarmte Funkel herzlich. Darauf angesprochen, antwortete der Coach mit einem Lächeln. „Es ist eben einfach wunderbar, dass wir dieses Spiel gewonnen haben“, sagte er. „Da freut man sich natürlich, alle freuen sich. Das ist gut – alles andere werden die nächsten Wochen zeigen.“ Das gilt auch für den Abstiegskampf, in dem Fortuna nun allerdings aufgrund der Niederlagen der Konkurrenz aus Augsburg, Stuttgart und Hannover noch bessere Karten hat.