Fortuna Düsseldorf: Trainer Friedhelm Funkel verteidigt Hoffenheim-Mäzen Dietmar Hopp

„Ganz, ganz schlimm“ : Fortuna-Trainer Funkel verteidigt Dietmar Hopp

Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp ist am Wochenende erneut öffentlich angefeindet worden. Fortunas Trainer Friedhelm Funkel verurteilt das. Mehr noch: Er ruft zur Solidarität mit Hopp auf.

Fortunas Trainer Friedhelm Funkel ist ein Freund der deutlichen Worte. So bebt beim Coach auch am Dienstag die Stimme, als er auf die Vorkommnisse vom Wochenende in Hoffenheim angesprochen wurde. „Wie Dietmar Hopp angefeindet wird, ist ganz, ganz schlimm“, sagte der 64-Jährige bei der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen Bayer Leverkusen am Mittwoch. „Dietmar Hopp ist eben kein Investor aus China, sondern jemand der aus der Region kommt. Jeder wünscht sich, so einen wie Dietmar Hopp zu haben.“

Gleichzeitig unterstützte Funkel den Vorstoß seines Freiburger Kollegen Christian Streich, der zu einem „Schulterschluss in der Liga“ aufgefordert hatte. „Das wünsche ich mir schon, dass wir Trainer-Kollegen da geschlossen hinter Dietmar Hopp stehen“, sagte Funkel.

Einige Fans von Borussia Dortmund hatten vor dem Spiel in Sinsheim am Samstag (1:1) unter anderem ein großes Banner ausgerollt, welches das Konterfei von Hopp hinter einem Fadenkreuz zeigte. Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat mittlerweile ein Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Auch die Bosse des FC Bayern München sprangen Hopp zur Seite. „Die ungeheuerlichen und völlig deplatzierten Anfeindungen gegen Dietmar Hopp in deutschen Fußballstadien haben am vergangenen Wochenende einen erschütternden Höhepunkt erfahren. Im Namen des gesamten FC Bayern verurteilen wir die schamlosen Gesänge und Transparente gegen diesen Ehrenmann auf das Schärfste“, erklärten am Dienstag Vereinspräsident Uli Hoeneß und Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge.

Hopp sei ein „absolut untadeliger Charakter. Er hilft selbstlos, er unterstützt zahllose soziale Projekte nicht zuletzt mit großen finanziellen Mitteln. Er setzt sich permanent für Menschen in Not ein, er fördert den Jugendfußball und den Sport im Allgemeinen in seiner Region, er schafft Infrastrukturen für den Nachwuchs. Er hilft, wo man nur helfen kann“, hieß es weiter.

„Der Fußball muss sich gegen Aggressionen dieser Art solidarisieren. Wir müssen zusammenstehen, um solche Entgleisungen zu unterbinden“, schrieben Hoeneß und Rummenigge. „Es wäre fatal, wenn sich Menschen wie Dietmar Hopp irgendwann aus unserem Sport zurückziehen. Dies wäre ein verheerendes Signal und zudem ein großer Schaden für den Fußball und insbesondere für den Nachwuchs. Das müssen wir verhindern. Durch Solidarität, durch gemeinsames Handeln und schlicht und einfach durch den Erhalt und die Pflege von Anstand und Sitten.“

(mit dpa)
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