Fortuna Düsseldorf: Trainer Friedhelm Funkel stinksauer auf eigene Mannschaft

Fortuna-Trainer Funkel stinksauer : „Sage lieber nix, sonst rede ich mich in Rage“

Fortuna ist in der ersten Runde des DFB-Pokals mit einem blauen Auge davongekommen. Der Bundesligist besiegte den Fünftligisten mit 3:1 nach Verlängerung. Alle waren sich im Urteil einig: Das war alles andere als gut.

Schon zur Halbzeit stapfte Friedhelm Funkel mit säuerlicher Miene in die Kabine. Und die Laune von Fortunas Trainer wurde an diesem Tag nicht viel besser. Sein Team zeigte eine eines Bundesligisten unwürdige Leistung. Am Ende wendeten die Düsseldorfer immerhin die große Blamage beim Oberligisten FC Villingen 08 ab und gewannen mit 3:1 nach Verlängerung. In der Geschichte des DFB-Pokals war bisher nur ein Bundesligist gegen einen Fünftligisten ausgeschieden: Nürnberg im Jahr 2001 mit 1:2 beim SSV Ulm.

Und so saß Funkel am Samstagabend mit grimmiger Miene auf dem kleinen Podium im Presseraum und grollte: „Ich will gar nichts sagen, sonst rede ich mich in Rage.“ Funkel würde wohl nie öffentlich über sein Team herziehen. Deshalb verpasste er sich sicherheitshalber einen Maulkorb. Der 65-Jährige wolle die Eindrücke aus dem Schwarzwald erst einmal verarbeiten, „eine Nacht schlafen und dann am Sonntag mit meiner Mannschaft reden.“ In der Teamsitzung am Morgen dürften dann intern deutliche Worte fallen.

Denn eines ist klar: Mit solcher einer Leistung wäre in Bremen beim Bundesligastart am kommenden Samstag gar nichts zu holen. Aber, soviel verriet Funkel dann doch, „nächste Woche ist Bundesliga, das hat mit heute gar nichts zu tun. Das ist völlig getrennt zu bewerten.“

Dennoch war besonders der Auftritt in der ersten Hälfte besorgniserregend. Fortuna fehlte Tempo, Spielwitz und jegliche Durchschlagskraft. Stattdessen flogen häufig völlig missratene Flanken aus dem Halbfeld in den Strafraum. Eine leichte Beute für die Villinger, die genau das machten, was ein Außenseiter machen muss: Gut geordnet tief stehen und bei Ballbesitz schnell den Gegenstoß suchen.

Dass Kaan Ayhan, der zusammen mit Andre Hoffmann eine sehr wacklige Innenverteidigung bildete, den Hausherren dann noch den Gefallen tat, und einen Elfmeter verschuldete, passte ins Bild der missratenen ersten Hälfte. Nach dem Seitenwechsel wurde es nur wenig besser. Nana Ampomah, der sich später einen größeren Muskelfaserriss in den Adduktoren zuzog, erzielte immerhin den Ausgleich.

Am Ende musste aber ein 18-Jähriger die Kohlen aus dem Feuer holen: Kelvin Ofori, das ghanaische Talent, legte sich den Ball nach 102 Minuten auf seine starken linken Fuß und schlenzte den Ball aus 16 Metern ins linke obere Toreck. Rouwen Hennings zeigte dann mit seinem Hackentor zum 3:1-Endstand doch noch einmal, dass die rotgekleidete Mannschaft mehr Talent und Können in sich hat. „Wir haben es uns schwerer gemacht, als es nötig war“, sagte Hennings. „Wir sind mit harter Arbeit am Ende davongekommen.“ Kapitän Oliver Fink stieß ins gleiche Horn: „Wie das Ergebnis zustande gekommen ist, war so nicht geplant.“

Etwas deutlicher wurde Thomas Röttgermann. „Das Ergebnis ist das Beste am Spiel. Da hat Vieles nicht gestimmt. Mir hat es von der Körpersprache, vom Tempo, von der Präzision nicht gefallen. Das, was uns in der letzten Saison ausgezeichnet hat, hat heute komplett gefehlt“, sagte der Vorstandsvorsitzende, der aber dennoch daran glaubt, dass diese Defizite schon am kommenden Samstag abgestellt sein werden. „Das ist kein charakterliches Problem. Aber man muss sich besser konzentrieren, dann wird das auch wieder funktionieren.“

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