Fortuna-Trainer Thioune offen „In diesem Spiel habe ich Fehler gemacht“

Düsseldorf · Fortuna wusste in ihren Heimspielen in der Hinrunde mit einem Punkteschnitt von 2,0 pro Partie durchaus zu überzeugen. Trainer Daniel Thioune ärgert im Nachhinein aber besonders eine Begegnung in der Düsseldorfer Arena. Um welches Spiel es geht. Und warum er dort den Fehler bei sich selbst sucht.

Fortuna Düsseldorf - die große Thioune-Tabelle
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Hier steht Fortuna in der Thioune-Tabelle

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Foto: Frederic Scheidemann

Hatte die Hinrunde von Fortuna so ihre Höhen und Tiefen, so waren die Düsseldorfer in der heimischen Merkur Spiel-Arena durchaus erfolgreich unterwegs. Lediglich zwei Heimniederlagen musste der Zweitligist verkraften: am letzten Spieltag der Hinrunde gegen den 1. FC Kaiserslautern und zuvor gegen den 1. FC Nürnberg. War erstere doch recht unglücklich mit einem Last-Second-Treffer der Gäste zustande gekommen, war Fortuna gegen den „Club“ mit der Gesamtsituation sichtlich überfordert.

Die Franken hatte kurz vorher ihren Cheftrainer gewechselt. Markus Weinzierl beerbte Robert Klauß, und der erfahrene Coach stellte seine Mannschaft so ein, dass die Düsseldorfer entnervt ihr eigenes Spiel vergaßen. Ein Grund: das permanente Zeitspiel in der zweiten Halbzeit. Nach der Führung durch Kwadwo Duah (47.) waren die Nürnberger verstärkt damit beschäftigt, sich den Rasen der Düsseldorfer Arena näher anzuschauen.

„Dafür hat es sechs Minuten Nachspielzeit gegeben, damit hat es sich erledigt“, sagte Weinzierl später auf Nachfrage zwar, Fortunas Sportdirektor Christian Weber war das aber nicht genug. „Am Ende des Tages ist es natürlich ein legitimes Mittel des Gegners. Ich hätte mir einfach gewünscht, dass der Schiedsrichter etwas mehr Spielrhythmus aufkommen lässt und das Spiel beschleunigt. Das hat er aber anders gesehen.“

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Foto: dpa/Marton Monus

Einige Monate später wird ein solches Spiel natürlich noch einmal ganz anders analysiert. So auch von Cheftrainer Thioune. Der 48-Jährige, der in den vergangenen Monaten noch einmal reichlich Zeit dafür hatte, die Geschehnisse der Hinrunde Revue passieren zu lassen, nahm die Pleite gegen Nürnberg auch auf seine Kappe.

Vor allem seine Halbzeitansprache ärgert ihn im Nachhinein. „Ich gehe damit auch ganz offen um. Ich war gegen Nürnberg mit meiner eigenen Trainer-Performance nicht einverstanden“, sagt er. „Da war ich in der Halbzeitansprache zu sehr mit unseren Problemen als mit möglichen Lösungen beschäftigt. Das war ein Fehler. Aber schlussendlich treffe ich all meine Entscheidungen aus einer Überzeugung heraus. Ich versuche, solche Dinge dann auch zu verändern, aber habe natürlich auch eine gewisse Fehler-Toleranz.“

In der Rückrunde wird es Thioune gegen Nürnberg gleich zweimal besser machen können. Bevor Fortuna Ende April ein Ligaspiel in Franken bestreitet, wird sie am 8. Februar auch noch im Achtelfinale des DFB-Pokals auf den „Club“ treffen. „Ich habe viel zu viele Leute in meinem Nacken, die überhaupt nicht damit zufrieden wären, wenn wir in der Rückrunde nur irgendetwas verwalten würden“, sagt Thioune. „Wir gehen nicht mit der Einstellung in die Rückrunde, unsere derzeitige Position zu festigen. Wir wollen von dort aus klettern. Unser Anspruch ist es, mehr als die 26 Punkte zu holen, die wir in der Hinrunde gesammelt haben. Wir wollen maximal viele Spiele gewinnen.“

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