Fortuna Düsseldorf: Torwart Michael Rensing ist noch immer verletzt

Fortuna-Torwart Rensing: "Ich habe keinen Zeitdruck"

Wann endlich kehrt Michael Rensing wieder in den normalen Trainingsalltag zurück? Vor fünf Monaten zog sich Fortunas Torwart einen Rippenbruch zu, der ihn bis heute zum Zuschauen zwingt. Am Donnerstag sagte er: "Ich habe keinen Zeitdruck, ich will erst wieder völlig gesund werden."

Im September des vergangenen Jahres, bei Fortunas 2:1-Erfolg über den SV Sandhausen, musste er seinen Stammplatz im Tor seinem Stellvertreter Raphael Wolf überlassen, weil er sich beim Abschlusstraining vor dem Spiel gegen den 1. FC Kaiserslautern eine Fraktur zugezogen hatte. Die Partie gegen die Roten Teufel absolvierte er noch unter Schmerzen. Seitdem schuftet er im Schatten der Arena täglich für sein Comeback - dreht auf der Tartanbahn seine Runden, absolviert in der Leichtathletikhalle gymnastische Übungen, stemmt im Kraftraum Gewichte oder arbeitet auf dem Platz mit Torwarttrainer Claus Reitmaier. Zur Rückkehr in den 18-köpfigen Spieltags-Kader des Zweitligisten hat es bislang nicht gereicht, weil er immer noch nicht alle Übungen mitmachen kann.

Zwischenzeitlich schien der Rippenbruch schon wieder verheilt. Der 33-jährige Kölner nahm wenige Wochen nach der Fraktur das Training wieder auf. Zwar folgte der Keeper dem Rat der Ärzte und trainierte fortan auf einer weichen Matte, doch bei einer Übung fiel er im Oktober so unglücklich, dass die Verletzung wieder aufbrach.

Seitdem weitet sich seinen Verletzung zu einer scheinbar unendlichen Geschichte aus. Im Dezember sagte er zwar: "Ich fühle mich super". Und erklärte unserer Redaktion: "Schmerzen an der Rippe verspüre ich schon seit geraumer Zeit nicht mehr. Manchmal habe ich sogar schon fast vergessen, dass da jemals was war." Er stellte auch die baldige Rückkehr ins Mannschaftstraining in Aussicht. Doch daraus wurde nichts. Seine Ankündigung, im Winter-Trainingslager in Marbella den Kampf um den Stammplatz wieder aufnehmen zu wollen, konnte er nicht umsetzen.

Und sogar vier Wochen nach der Rückkehr aus dem spanischen Trainingslager scheint der gebürtige Lingener nicht viel weiter, weiterhin agiert er sehr vorsichtig. Ob er Angst habe, die Verletzung könnte wieder aufbrechen? Rensing weicht der Frage aus und meint: "Ich steigere mich langsam. Ich kann alle Übungen wieder machen und beginne jetzt auch wieder seitlich zu Fallen." Und tatsächlich wirft sich Rensing seit Mittwoch dieser Woche erstmals wieder nach rechts und links, wenn ihm der Torwarttrainer die Bälle zuwirft. Hechtsprünge und richtige Flugeinlagen in Richtung Torwinkel, wie sie seine Torwartkollegen Raphael Wolf und Thorsten Stuckmann absolvieren müssen, sind allerdings noch nicht dabei.

Ob er glaube, in dieser Saison noch im Tor stehen zu können? "Ich habe keinen Zeitdruck", meint der Torwart, der zum ersten Mal in seiner Laufbahn über einen so langen Zeitraum verletzt ist. Während der vergangenen beiden Spielzeiten 2015/16 und 2017/18 absolvierte er jeweils alle 34 Meisterschaftsspiele für die Rot-Weißen. Zuletzt musste er im November und Dezember 2014 wegen Rückenproblemen aussetzen. Damals sprang für sechs Spiele Lars Unnerstall ein, der nach der vergangenen Spielzeit frustriert zu VVV Venlo wechselte, um wieder regelmäßig spielen zu können.

Rensing galt bis zu seiner Verletzung als der beste Schlussmann der Liga, doch die Rückkehr in den Kasten wird kein Selbstläufer, denn sein Vertreter Wolf ist in überragender Form, hat großen Anteil an Fortunas Höhenflug und ist inzwischen viel mehr als nur ein Stellvertreter.

(faja)
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