Fortuna Düsseldorf: Torhüter Michael Rensing steht nach 0:4 gegen RB Leipzig unter Druck

Zwei Fehler gegen Leipzig : Fortuna-Kollegen nehmen Torhüter Rensing in Schutz

Michael Rensing hat beim 0:4 gegen Leipzig schwer gepatzt, dennoch hat er viel Rückhalt in der Mannschaft. Nun muss er ganz schnell seine Form wiederfinden.

Jahrelang war Michael Rensing für Fortuna eine sichere Bank. Abgesehen von zwei vorübergehenden Phasen, die der Torhüter jedoch nicht selbst zu verschulden hatte, bildete der heute 34-Jährige den stets verlässlichen Rückhalt der Düsseldorfer: Gleich nach seinem Wechsel aus Leverkusen im Sommer 2013 gab der damalige Trainer Mike Büskens Rensings Konkurrenten Fabian Giefer den Vorzug, und in der vergangenen Saison brach sich der gebürtige Emsländer gleich mehrfach eine Rippe, so dass Raphael Wolf zum Aufstiegskeeper avancierte.

Eine Formkrise jedoch musste Rensing in seinen fünfeinhalb Fortuna-Jahren noch nicht durchmachen – bis heute. Beim 0:4 gegen Leipzig erwischte er einen rabenschwarzen Tag, leitete mit seinem Fangfehler den frühen Führungstreffer der Gäste ein und war auch am Schlusspunkt nicht schuldlos.

Kommentar zu Fortunas 0:4-Niederlage gegen RB Leipzig

Nun ließe sich eine schwache Partie angesichts der großen Verdienste Rensings verschmerzen. Wenn da nicht ein paar Unsicherheiten in der Hinrunde wie beim 0:1 gegen Mainz gewesen wären, die Fortunas sportliche Leitung mit dazu bewegten, Jaroslav Drobny als zusätzlichen Torhüter zu engagieren.

Rensing selbst reagiert gewohnt selbstkritisch. „So ein Start ist Scheiße“, sagte er kurz nach dem Schlusspfiff. „Den Ball darf ich nicht fallen lassen, ganz klar. Vielleicht war ich in Gedanken schon einen Schritt weiter, ich weiß es nicht.“ Schon kurz darauf zeigte sich, wie viel Kredit der Keeper bei seinen Kollegen besitzt. „Fehler machen wir alle“, betonte Kapitän Oliver Fink, der zugleich darauf hinwies, dass die gesamte Mannschaft gegen Leipzig einen schwachen Tag erwischt habe. „Bei einem Torhüter sieht es natürlich immer gleich unglücklich aus.“

Auch Fortunas Sportvorstand sprang Rensing zur Seite. „Normalerweise hält Michael den“, versicherte Lutz Pfannenstiel. „Aber so etwas kommt bei einem sehr glitschigen Ball schon mal vor. Es hat schließlich die ganze Zeit stark geregnet. Am Ende des Tages war es einfach ein gebrauchter Tag.“

Damit befand sich der Sportvorstand auf einer Linie mit dem Trainer, denn auch Friedhelm Funkel verspürte keine Lust, Rensing in die Pfanne zu hauen. „Natürlich war der fallengelassene Ball in der zweiten Minute der Ausgangspunkt, aber wir hatten in dieser Szene noch mehrfach die Chance, als Mannschaft zu klären“, sagte der Chefcoach. „Micha weiß, dass er den Ball festhalten muss, aber wir haben in ihm einen guten Torwart.“

Fragt sich nur, wie schnell „Rense“ sein Formtief überwindet. Die Geschichte lehrt, dass es wenig sinnvoll ist, zu schnell die Torhüter zu tauschen. Zumal in Fortunas Fall die Frage der Alternative aufkommt: Zwar verfügt Drobny mit seinen 39 Jahren über sehr viel Erfahrung, hatte aber nicht den glücklichsten Einstand im Düsseldorfer Trikot: Im Telekom-Cup-Spiel gegen Hertha BSC (3:1) spielte der Tscheche dem Berliner Salomon Kalou den Ball völlig unbedrängt in die Füße. Ein Fehler von ähnlichem Kaliber wie der Rensings gegen Leipzig und nicht gerade ein Bewerbungsschreiben.

Auf der anderen Seite erklärte Funkel im Trainingslager von Marbella, dass er „gar kein Problem damit“ habe, Drobny in der Bundesliga ins Tor zu stellen. Wolf jedenfalls steht nach seiner langwierigen Nackenverletzung bis auf Weiteres nicht zur Verfügung. Das Einfachste wäre, Rensing findet schon am Samstag in Hoffenheim wieder zu seiner gewohnten Form.

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