Fortuna Düsseldorf: Thomas Röttgermann ist sich keiner Schuld bewusst

Fortuna-Boss Röttgermann : „Ich bin mir keiner Schuld bewusst“

Beim Fortuna-Mitgliederforum stellt sich der Vorstandvorsitzende Thomas Röttgermann den Fragen der Fans. Die Aufregung um seine Person könne er nur bedingt verstehen.

In den vergangenen Wochen ist viel über Fortuna berichtet worden. Es ging selten um sportliche Belange beim Fußball-Bundesligisten. Es ging um Vorstandschef Thomas Röttgermann und seinen Umgang mit der Wahrheit. Im Prinzip konnte ihm in Berichten des „Handelsblatts“ und „Spiegels“ nichts Gravierendes nachgewiesen werden. Allein sein unsouveräner Umgang mit den Anschuldigungen hat daraus ein großes Thema gemacht.

An diesem Abend im Stahlwerk an der Ronsdorfer Straße in Düsseldorf wollte sich eigentlich nur der Aufsichtsrat in einem sogenannten Mitgliederforum aktuellen Fragen stellen. „Aber jetzt gab es ja einige Themen, die für Diskussionen sorgen. Also haben wir beschlossen, uns gemeinsam zu stellen“, verkündete Aufsichtsratschef Reinhold Ernst vor mehr als 150 Zuschauern. „So sind wir als Verein. Dafür stehen wir. Das macht nicht jeder.“ Applaus aus dem Publikum.

Nicht ganz so überraschend steht vor allem Röttgermann im Mittelpunkt. Der bleibt bei seiner Strategie: alles kein großes Thema. „Ich bin mir keiner Schuld bewusst“, sagt er, „weil ich der Fortuna nie geschadet habe.“ Ihn als „Blender“ oder „Lügner“ zu bezeichnen, habe er nicht verdient. Ein Mitglied will wissen, wie die von ihm mit vorangetriebene App „My Sport“ zur Fortuna-DNA passe. Röttgermann: „Das ist kein Interessenkonflikt, da die App-Idee älter als mein Fortuna-Engagement ist. Außerdem fördert die App nicht die Zerstückelung des Spieltags, sie ist eine Reaktion darauf.“ Zwischen ihm und dem Aufsichtsrat herrsche Vertrauen. „Daraus ein Politikum zu machen, halte ich für unangebracht. Ich habe kommunikative Fehler gemacht, das habe ich eingeräumt, aber meine Arbeitskraft bei Fortuna wird davon nicht beeinträchtigt.“ Apropos Kommunikation: Da wolle er sich künftig mehr zurückhalten und eine passendere Form wählen.

Zu Felix Welling, den neuen Marketing-Direktor, stehe er auch weiterhin. Welling sei ein absoluter Fachmann, mit Vorgänger Alexander Steinforth habe es einfach nicht gepasst. Gleichwohl wolle Röttgermann aus der Fortuna natürlich kein „Klein-Wolfsburg“ machen.

„Können Sie ausschließen“, will ein Mitglied an die Adresse von Ernst wissen, „dass das eine Kampagne gegen Sie ist, weil Röttgermann schon der zweite Vorstandschef wäre, den Sie vergraulen?“ Ernst: „Es gibt eine Menge Theorien. Wir haben gemeinsam entschieden, die Arbeit mit Robert Schäfer zu beenden, nicht ich alleine. Manchmal treffen wir auch falsche Entscheidungen. Vieles konnte man aber auch so nicht vorhersehen.“ Wirtschaftlich stünde Fortuna so gut da wie noch nie. Im Winter könne man bei Bedarf auf dem Transfermarkt sogar noch einmal nachlegen.

(gic)