Fortuna Düsseldorf: Takashi Usami ist auf der Suche nach seiner Form

Fortunas Japaner sucht seine Form : Usami kommt nicht mehr zum Zug

Takashi Usami sollte eine der Säulen von Fortunas Bundesliga-Mannschaft sein. Doch zuletzt kam der Japaner gar nicht mehr zum Einsatz. Aber jetzt folgt das Spiel gegen Berlin. In der Hinserie spielte Usami gegen Hertha eine wichtige Rolle.

Es ist November 2018. Fortuna hat in der Bundesliga zuletzt sechs Niederlagen in Serie hinnehmen müssen, hat überhaupt nur einmal in zehn Partien gewonnen. Nun geht es im Heimspiel gegen Hertha BSC. Der Druck ist enorm. 50 Minuten sind gespielt, und es steht 0:0. Adam Bodzek hat den Ball auf der rechten Seite und spielt einen hervorragenden Diagonalpass auf Niko Gießelmann, der den Ball zu Takashi Usami weiterleitet. Der Japaner legt alle Kraft in einen Schuss mit seinem vermeintlich schwächeren linken Fuß. Die Kugel rauscht ins rechte obere Toreck. Die Fortuna-Fans unter den 38.743 Zuschauern schreien erlöst auf. Das erste Bundesligator Usamis für Düsseldorf beim 4:1 ist eines der wichtigsten für Fortuna in dieser Saison. Doch während es für den Klub in der Rückrunde immer besser läuft, ist Usami mittlerweile fast völlig außen vor.

Es war schon bezeichnend. Beim 3:1 gegen Borussia Mönchengladbach fehlten den Fortunen neun Spieler – unter anderem Dodi Lukebakio. Zudem reichte es für Dawid Kownacki nach überstandenem Muskelfaserriss nur für die Bank. Doch Usami stand weder in der Startelf, noch wurde er eingewechselt. Bedröppelt schlenderte der 26-Jährige in die Kabine. „Für Taka ist es momentan nicht leicht, die Konkurrenzsituation ist einfach größer geworden“, sagt Trainer Friedhelm Funkel. „Benito Raman, Dodi Lukebakio und Dawid Kownacki haben nicht zuletzt aufgrund ihres hohen Tempos momentan einfach die Nase vorn. Das kann sich aber auch wieder ändern.“

In der Hinrunde bereitete Usami nach seinem Treffer gegen Berlin noch zwei Tore bei den Siegen gegen Freiburg und gegen Dortmund vor. Während der Wintervorbereitung machte er einen guten Eindruck, doch das ist lange her. 2019 stand Usami dann nur zum Start in Augsburg und gegen Leipzig sowie im Pokal auf Schalke in der Startelf. In den restlichen acht Partien kam er nur noch auf insgesamt 37 Minuten in drei Spielen als Einwechselspieler. Gegen Hoffenheim und Gladbach saß er 90 Minuten auf der Bank, gegen Stuttgart, Frankfurt und in Leverkusen reichte es nicht mal für eine Berufung in den Kader.

Reden will Usami über seine aktuelle Situation lieber nicht, Presseanfragen blockt er ab. Sein Zustand erinnert ein bisschen an die Hinrunde 2017/18. In der Aufstiegssaison kam der japanische Nationalspieler nicht so richtig in Schwung. Erst als sein Landsmann Genki Haraguchi in der Winterpause für die Rückrunde verpflichtet wurde, blühte Usami auf, hatte mit sechs Toren und drei Vorlagen entscheidenden Anteil an Fortunas Erstliga-Rückkehr.

Die Düsseldorfer Verantwortlichen machten daraufhin schnell klar, dass sie den Leihspieler gerne halten würden. Sie einigten sich nach langem Pokerspiel mit dem FC Augsburg auf ein weiteres Leihgeschäft.

Auch jetzt hat Fortunas sportliche Leitung Usami für die mittelfristige Planung weiter im Kopf. Allerdings steht er dem Vernehmen nach auf der Prioritätenliste nicht mehr so weit oben. Vielmehr bemüht sich Sportvorstand Lutz Pfannenstiel darum, die beiden anderen geliehenen Offensivspieler Dawid Kownacki und Dodi Lukebakio bei Fortuna zu halten.

Um wieder mehr im Fokus zu stehen, gibt es für Usami nur eine Möglichkeit: Er muss Trainer Friedhelm Funkel davon überzeugen, ihn wieder mehr einzusetzen. Dafür hat er diese Trainingswoche Zeit. Denn am Samstag (15.30 Uhr) geht es zu Hertha BSC. Und an diesen Gegner hat Usami schließlich gute Erinnerungen.

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