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Fortuna Düsseldorf sucht für die Partie beim 1. FC Heidenheim die richtige Balance

Sonntag in Heidenheim : Fortuna sucht die Balance

Spielstärke und Wucht: Am Sonntag beim extrem heimstarken 1. FC Heidenheim ist beides gefragt. Die beiden Trainer haben vor 17 Jahren gemeinsam beim 1. FC Nürnberg gespielt und schätzen sich gegenseitig sehr.

Beim Namen 1. FC Heidenheim schwingt für so manchen immer noch ein Unterton von Provinz mit. Daran hat sich nicht einmal etwas geändert, als der Klub von der Schwäbischen Alb in der vergangenen Saison erst in der Relegation am Bundesliga-Drittletzten Werder Bremen scheiterte – und das auch noch sehr unglücklich.

Gastspiele in der Voith-Arena, die mit 555 Metern über dem Meeresspiegel das höchstgelegene Stadion im deutschen Profifußball ist, gehören deshalb immer zu den heikelsten Aufgaben, die sich einem Zweitligisten stellen können. Wie am Sonntag (13.30 Uhr) der Düsseldorfer Fortuna, die einerseits punkten muss, um sich ihre Aufstiegschancen erhalten zu können, andererseits sich aber einer bemerkenswerten Bilanz zu stellen hat. In den vergangenen 16 Monaten hat der 1. FC Heidenheim nur ein einziges Heimspiel verloren, 3:4 gegen den FC St. Pauli Ende Januar.

„Wir müssen alle wissen, wo wir da hinfahren“, sagt Fortuna-Trainer Uwe Rösler. „Heidenheim entwickelt eine unheimliche Wucht, vor allem zu Hause. Da müssen wir voll dagegenhalten, gerade bei Standards, aber zudem das spielerische Element einbringen. Es gilt, die Balance zu finden.“ Und mutig zu sein, wie das Ergebnis St. Paulis beweist: Nur wer auf der Alb seine Chance nach vorn sucht, kann dort etwas holen.

Mit FC-Trainerlegende Frank Schmidt (seit mehr als 13 Jahren im Amt) hat Rösler übrigens einst in Nürnberg zusammengespielt. „Frank ist ein sehr angenehmer Zeitgenosse und außerdem ein hochqualifizierter Trainer“, sagt der Fortuna-Coach. „Aber am Sonntag gönne ich ihm trotzdem keinen Sieg. Hinterher werden wir uns dann wieder in die Arme fallen.“ Da beide Coaches intensiven Testungen unterliegen, könnte man da sogar trotz Corona ein Auge zudrücken.

Für sich selbst könne er sich eine Verweildauer bei einem einzigen Verein nach Schmidts Vorbild nicht vorstellen, gibt Rösler zu. „Ganz einfach, weil ich keine 14 Jahre mehr als Trainer arbeiten werde“, berichtet er grinsend. Was er nicht sagt, man aber durchaus ergänzen darf: In einem Umfeld wie bei Fortuna oder einem anderen großen Verein dürfte es auch kein Coach so lange aushalten wie in Heidenheim.

Für den Sonntag muss sich Rösler mit eher profanen Dingen beschäftigen. Die verletzten Shinta Appelkamp und Emmanuel Iyoha fahren ebenso gar nicht erst mit wie die gesperrten Dawid Kownacki und Florian Hartherz. Dafür besteht bei Felix Klaus noch Hoffnung: Die Verletzung, wegen der der Flügelspieler am Donnerstag das Training abgebrochen hatte, stellte sich lediglich als Muskelverhärtung im Oberschenkel heraus. „Es gibt durchaus die Chance, dass er am Samstag mit uns trainieren kann“, versichert Rösler. „Ich habe Felix für Heidenheim noch nicht abgeschrieben.“

Auf ein Mitglied seines Trainerteams kommt übrigens im Vorfeld womöglich noch eine besondere Rolle zu. Als Rösler darauf aufmerksam gemacht wird, dass sein Co-Trainer Axel Bellinghausen vor sechs Jahren den entscheidenden Treffer zum bislang einzigen Fortuna-Sieg (bei drei Niederlagen) in der Voith-Arena erzielte, wird er sofort hellhörig: „Das habe ich ja noch gar nicht gewusst! Dann kann Axel den Jungs ja gleich mal erzählen, wie man in Heidenheim gewinnt.“ Jetzt müssen sie die Tipps des Urgesteins ja nur noch umsetzen.