Nach Erfolg in Nürnberg In dieser Statistik ist Fortuna-Trainer Thioune wieder Spitzenreiter

Update | Düsseldorf · Als er im Februar 2021 bei Fortuna den Job des Cheftrainers übernommen hatte, ging es nur darum, den Absturz in die Drittklassigkeit zu verhindern. Mittlerweile hat Daniel Thioune Fortuna wieder in der Liga auf Kurs gebracht. Das hat auch für ihn ganz persönlich sehr positive Konsequenzen.

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Foto: Frederic Scheidemann

Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast – Winston Churchill soll diese Weisheit einst geprägt haben, aber ob der ehemalige britische Premierminister diesen Satz überhaupt kannte, ist nicht abschließend bewiesen.

Da es uns aber ohnehin völlig fern liegt, irgendwelche Statistiken zu fälschen, können wir auch getrost über die ungeklärte Urheberschaft hinwegsehen. Viel interessanter ist, dass es in einer Langzeit-Statistik der Fortuna jetzt einen Spitzenwechsel gegeben hat – zu Gunsten von Daniel Thioune.

Der Cheftrainer des Zweitligisten hatte nach seinem Amtsantritt im Februar dieses Jahres eine stolze Serie hingelegt. Sechs Siege und sechs Unentschieden aus den ersten zwölf Ligaspielen unter seiner Ägide hatten ihm einen Punkteschnitt von 2,0 beschert. Das ganz Besondere daran: Einen solchen Schnitt hatte keiner seiner vielen Vorgänger im Traineramt des Traditionsvereins erreicht.

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Nun muss man natürlich der Gerechtigkeit halber erwähnen, dass diese auf dem Punkteschnitt basierende Statistik zwar nicht gefälscht ist, aber auch keine absoluten Wahrheiten wiedergibt. Schließlich ist es ein Unterschied, ob man (wie zum Beispiel der in dieser Rangliste drittplatzierte Massimo Morales) den Verein in der Viert- und Drittklassigkeit betreut hat oder wie etwa Friedhelm Funkel in der Ersten und Zweiten Liga. Zudem ist es für einen Trainer, der sehr lange im Amt ist, natürlich schwerer, seinen Schnitt durch einzelne Siege zu steigern.

Eine nette Spielerei ist es aber in jedem Fall, und bei dieser hat Thioune nun am vergangenen Samstag auch ganz persönlich gewonnen. Nicht nur mit seiner Mannschaft 5:0 beim 1. FC Nürnberg, sondern auch den ersten Platz in der Wertung der besten Trainer in Fortunas Vereinsgeschichte. Durch den Auswärtssieg (der folgende Pokalerfolg in Magdeburg fließt ja nicht in diese Statistik ein) stieg der Punkteschnitt des 49-Jährigen auf 1,81. In 62 Liga-Spielen kommt er auf 31 Siege, 16 Unentschieden und 15 Niederlagen.

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„Leidtragender“ des Spitzenwechsels ist eine absolute Trainerlegende. Heinz Lucas, leider im Juli 2016 verstorben, hatte Fortuna 1971 in die Bundesliga geführt und mit ihr in den Saisons 1972/73 und 1973/74 die besten Platzierungen im deutschen Oberhaus erreicht: jeweils Rang drei.

Unterm Strich kamen für den gebürtigen Berliner so 84 Ligasiege, 47 Unentschieden und 41 Niederlagen zusammen. Umgerechnet auf die heutige Drei-Punkte-Regel ergibt das einen Schnitt von 1,74 – Platz zwei weil dadurch ein Hauch schlechter als Thioune. Es kann sich aber in der Amtszeit von Thioune noch verschieben. Nur hat er es jetzt quasi selbst in der Hand.

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Foto: dpa/Christophe Gateau

Der Vollständigkeit halber soll hier aber noch ein Sonderfall erwähnt sein. Oliver Reck findet sich in der Rangliste der besten Fortuna-Trainer auf Platz sieben wieder, mit einem Schnitt von 1,52 Punkten. Reck war allerdings in fünf weiteren Ligapartien Interimstrainer, weil er seinerzeit den erkrankten Chefcoach .Lorenz-Günther Köstner vertrat. Da Köstner jedoch nicht entlassen und nicht einmal beurlaubt war, können diese Spiele seinem Vertreter (im Hauptjob damals Torwarttrainer) nicht angerechnet werden.

Täte man es, käme Reck wie Lucas auf einen Schnitt von 1,74, da es in jenen sechs Partien fünf Siege und eine Niederlage gab. Schade für den gebürtigen Hessen – aber auch er wird sicher akzeptieren, dass Thioune und Legende Lucas ihre Spitzenplätze vollauf verdient haben.

(gic/jol)
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