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Fortuna Düsseldorf: Starke Aktion von Kristoffer Peterson bei F95

Angreifer demonstriert Teamgeist : Diese Aktion von Peterson bewegt Fortuna

Kristoffer Peterson konnte sportlich noch nicht vollends bei Fortuna überzeugen. Was er menschlich für einen feinen Charakter hat, stellte er nun einmal mehr unter Beweis, als er für einen Mitspieler ganz besondere Worte gefunden hat. Die Geschichte dazu.

Fußballer sind oft Ich-AG’s in kurzen Hosen. Sie spielen zwar in einer Mannschaft, aber die Geschichte von den elf Freunden ist wie aus einer längst vergessenen Zeit. Es geht um persönliche Ausbeute, wer viele Scorerpunkte verbuchen kann, wer welchen Vertrag aushandeln konnte, wer welche Reichweite in den Sozialen Netzwerken hat. Doch manchmal gibt es noch diese Hoffnungsschimmer, die dem Fußball-Romantiker das Gefühl geben, dass es doch nicht nur immer ums Geschäft geht.

Kristoffer Peterson ist derzeit nicht erste Wahl bei Fortuna. Und dennoch hat er sich mit einer Aktion ganz nach vorne gespielt. Statt schlechter Stimmung verteilte der Schwede eine extra große Portion Lob an einen Mannschaftskameraden. „Großartig von dem Team, super glücklich für den Kerl, der nie seine Arbeit aufgehört hat. Wir haben alle gesehen, wie sehr du dich in Zusatzschichten im Fitnessraum und Eisbad gequält hast. Hat uns alle inspiriert niemals aufzuhören daran zu arbeiten, was wir erreichen wollen. Glückwunsch an meinem Kumpel Leonardo Koutris.“ Eine Hommage an den Griechen, die von Mitspielern wie Shinta Appelkamp geteilt wurde. Ausdruck davon, dass es in der Mannschaft zustimmen scheint.

Peterson, dass ist völlig außer Frage, verfügt über einen, wie es bei Fußballern gerne heißt, erstklassigen Charakter. Er ist ein Hitzkopf auf dem Platz, aber im Kader ein wichtiger Typ, mit seiner Art offen, kommunikativ, neugierig, andere Sichtweisen kennenzulernen.

Sportlich hat er allerdings noch deutlich Luft nach oben. Vieles ist erklärbar. In den vergangenen Jahren hat er nach seiner Ausbildung in England im Schwerpunkt in den Niederlanden gespielt. Dort wird der Fußball deutlich anders interpretiert als in der zweiten deutschen Liga. Peterson mangelt es nicht unbedingt an seiner Bereitschaft, sich ins Spiel einzubringen, nur sieben Scorerpunkte sind aber eher ein bescheidenes Zeugnis – im Liga-Vergleich landet er damit auf Platz 38. Allerdings hat er auch bislang nur 15 Partien bestritten.

Was Peterson noch fehlt, ist die Intensität. Sowohl nach vorne als vor allem auch im Umschaltspiel nach hinten. Manchmal braucht es noch etwas letzte Entschlossenheit in seinen Handlungen, gepaart mit einer Optimierung seiner Laufwege. Gleichwohl stellt sich aber auch die Frage, ob er seinen Fähigkeiten entsprechend im taktischen Korsett optimal eingesetzt wird. In fast jedem Spiel musste Peterson bisher mit einer zurückgezogenen Rolle im linken Mittelfeld vorliebnehmen: Rösler setzt seinen nominellen Linksaußen viel weiter hinten ein, als es diesem gefallen dürfte.

Peterson wünscht sich endliche eine sportliche Heimat. Und bei Fortuna könnte man, vorausgesetzt man gibt sich gegenseitig Zeit zur Entwicklung, durchaus noch Freude an ihm bekommen. Der 26-Jährige ist das fußballerische Nomadenleben jedenfalls Leid. Seit er mit 17 seinen Heimatklub Sävedalens IF verließ und in die Nachwuchsabteilung des FC Liverpool eintrat, begann für Peterson ein Wechsel-Inferno.

Leihe zu den Tranmere Rovers nach Nordengland, Verkauf in die niederländische Eredivisie zum FC Utrecht, Leihe zu Roda Kerkrade, Transfer zu Heracles Almelo, Wechsel zum walisischen Klub Swansea City in die zweite englische Liga, wieder Leihe nach Utrecht. Kaum Zeit zum Luftholen, geschweige denn zum Sesshaft werden.

„Mir als Profi macht das gar nicht einmal so viel aus“, erklärt der Stürmer. „Aber ich habe jetzt eine Familie, unsere Kinder sind eins und zwei. Sie wissen überhaupt nicht, was ihre Heimat ist, deshalb bedeutet es mir nahezu alles, endlich ein Zuhause zu finden.“ Und Düsseldorf sei perfekt, zumindest für einige Jahre die Heimat der Petersons zu werden. „Die Stadt ist wunderschön, und der ganze Verein hat mich einfach unglaublich empfangen“, sagt er. „Sportlich gefällt es mir ohnehin sehr gut. Wir haben eine neue Mannschaft, die sich noch finden muss, aber es sind sehr gute und sehr hungrige Spieler.“

Hier geht es zur Bilderstrecke: Das ist Kristoffer Peterson