Fortuna Düsseldorf: Sportvorstand Lutz Pfannenstiel arbeitet am Transfer von Dawid Kownacki

Fortuna will Kownacki : Pfannenstiel arbeitet am Königstransfer

Fortuna Düsseldorf will Dawid Kownacki, und der Pole will zur Fortuna. Doch Sampdoria Genua will noch pokern. Die Italiener wollen den Preis in die Höhe treiben.

Die Pflicht ist erledigt, jetzt folgt die Kür. Zwei offene Stellen im Kader wollten Fortunas Verantwortliche in der Wintertransferperiode zwingend schließen: einen Torhüter und einen linken Außenverteidiger. In Jaroslav Drobny und Markus Suttner hat der neue Sportvorstand Lutz Pfannenstiel seine ersten Transfers für Düsseldorf unter Dach und Fach gebracht. Nun geht es darum, in den verbleibenden neun Transfertagen noch die Kirsche auf die Torte zu setzen. Ein Stürmer soll her. Dabei ist der Mann, der Trainer Friedhelm Funkel weitere Optionen im Angriff verschaffen soll, bereits gefunden.

Und eigentlich klingt alles ganz einfach: Fortuna will Dawid Kownacki, und der polnische Nationalstürmer will auch zur Fortuna. Doch da gibt es eben noch seinen derzeitigen Verein Sampdoria Genua. Und der will noch warten, um den Preis in die Höhe zu treiben.

Nach Informationen unserer Redaktion reist Pfannenstiel am Mittwoch wieder nach Genua, um mit Sampdorias Verantwortlichen die nächste Pokerrunde zu eröffnen. Fortunas Trumpf ist, dass sich der 21-Jährige bereits klar zu einem Wechsel zur Fortuna bekannt hat und das auch so bei seinem italienischen Klub hinterlegt hat. Fortunas Problem ist, dass im FC Empoli, dem FC Fulham und dem VfB Stuttgart weitere Vereine an Kownacki interessiert sind, die finanziell aber ganz andere Möglichkeiten haben als die Düsseldorfer.

Pfannenstiels Ziel ist es, den Stürmer mit einer Kaufoption auszuleihen. Notfalls würde Fortuna aber womöglich auch auf die Option verzichten. Es spricht jedenfalls vieles dafür, dass Sampdoria bis zum Ende der Transferperiode am 31. Januar warten wird, um für sich den besten Deal herauszuholen. Pfannenstiel und Funkel haben aber bereits angekündigt, sich nicht aus der Ruhe bringen zu lassen und dass sie durchaus damit rechnen, dass Transfers erst in den letzten Stunden vor der Deadline abgeschlossen werden könnten.

Kownacki wäre in jedem Fall Fortunas Königstransfer in dieser Wechselperiode und würde exakt zur Ankündigung passen, den Kader nur dann zu erweitern, wenn der Neue eine qualitative Verbesserung zum bestehenden Personal darstellt. Kownacki gilt als eines der größten Talente im polnischen Fußball. Mit 19 Jahren schoss er in der ersten polnischen Liga für Lech Posen in 27 Spielen neun Tore. Auch in seinem ersten Jahr in der viel höher einzuschätzenden Serie A traf er fünf Mal in 22 Einsätzen für Genua. In dieser Saison kam er bisher allerdings nur auf 150 Minuten Spielzeit und strebt deshalb einen Wechsel an.

In Düsseldorf würde Kownacki dann neben seinem Nationalmannschaftskollegen Marcin Kaminski auch auf die beiden Neuen Drobny und Suttner treffen. Diese beiden etwas weniger klangvollen Verpflichtungen sind aufgrund von Verletzungsproblemen nötig geworden.

Raphael Wolf, der sich eigentlich mit Michael Rensing um die Nummer eins im Fortuna-Tor duellieren wollte, ist nach seiner langwierigen Nackenverletzung noch nicht so belastbar, wie es sich die Verantwortlichen gewünscht hatten. Deshalb stellt Drobny, der aus Bremen kam und zudem als Kabinen-Spaßvogel bekannt ist, eine Sicherheit dar, falls Rensing im Laufe der Rückrunde ausfallen sollte.

Suttner, der von Brighton & Hove Albion aus der Premier League ausgeliehen wurde, komplettiert den Kader, so dass nun jede Position nach Einschätzung der Verantwortlichen gleichwertig doppelt besetzt ist. Diego Contento, der zu Saisonbeginn als Alternative zu Niko Gießelmann geholt wurde, fällt mit einem Kreuzbandriss weiter aus. Wann er ins Mannschaftstraining zurückkehren wird, ist fraglich.